Autor: Jurenka

Jurenkas Tipp

Tipps und Links

Tipps und Links

Weise schreiben: Tipps zur Schreibweise

„Was immer du schreibst –
Schreibe kurz, und sie werden es lesen,
schreibe klar, und sie werden es verstehen,
schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten."

Joseph Pulitzer (1847 – 1911)

Schreibe den ersten Satz so, dass man auch den zweiten lesen will ...

Hier feine und persönliche Auswahl an Schreibratgebern,
die ich empfehlen kann.

Für Einsteiger - die Basis:

  • Wort für Wort - oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben; Elizabeth George; Goldmann
    Eine erfolgreiche Autorin berichtet offen über ihre Arbeitsweise. Sie beschreibt den Weg, den ihre Geschichten von der Idee bis zum fertigen Manuskript gehen, und zeigt ihre persönliche Werkzeugkiste.
    Liest sich flüssig.
  • Über das Schreiben; Sol Stein; Zweitausendeins
    Dieses Buch ist ein Klassiker unter den Ratgebern zum Kreativen Schreiben und es ist bis heute aktuell.
    Es enthält die Basis des Handwerkszeugs; gut aufgearbeitet; mit anschaulichen Beispielen.
  • Literarisches Schreiben: Starke Charaktere - Originelle Ideen - Überzeugende Handlung; Lajos Egri; Autorenhaus Verlag
    Ebenfalls ein gutes Buch und ein Klassiker, wenn es um das Handwerkszeug des Kreativen Schreibens geht.

Für Fortgeschrittene:

  • Über die Aufzucht und Pflege eines Romans; Sol Stein; Zweitausendeins
    Es liest sich gut, hat einige neue Ideen, aber wiederholt auch viele Elemente aus dem Buch „Über das Schreiben". Eine nette Ergänzung.
    Leider momentan nur gebraucht erhältlich.
  • Dramatisches Schreiben. Theater - Film - Roman; Lajos Egri; Autorenhaus Verlag
    Keine direkte Fortsetzung des ersten Bandes, sondern eine Spezialisierung auf dramaturgische Themen.
  • Vier Seiten für ein Halleluja: Schreibratgeber; Hans-Peter Röntgen; Sieben Verlag
    Wunderbar, um zu lernen, seinen Text mit den Augen eines Lektors zu lesen. Wer seine Texte an den Mann (Agent oder Verlag) bringen will, dem sei dieses Buch für die Überarbeitung seines eigenen Textes empfohlen. Anhand vieler Beispiele übt man das Erkennen von Textschwächen.
  • The Key - Die Kraft des Mythos; Jamens N Frey, Emons
    Ein sehr gut lesbares Buch über das Thema "Heldenreise". Super Einstieg. Die Heldenreise ist ein großartiges Handwerkszeug, um spannende und bewegende Geschichten zu entwickeln.
    Leider momentan nur gebraucht erhältlich.
  • Die Odysee des Drehbuchschreibers; Christopher Vogler; Zweitausendeins
     Eigentlich für Drehbücher geschrieben, aber mindestens genauso hilfreich für Romanautoren. Hier geht es vor allem um Dramaturgie und die Heldenreise. Sehr lesenswert.
    Auch momentan nur gebraucht erhältlich.

Spezielle Themen:

Studiengänge zum Kreativen Schreiben

Weitere Schreibschulen und Dozenten

Zeitschriften und Newsletter

Informative Seiten zum Thema Schreiben

  • Autorenwelt- viele Informationen rund um den Literaturbetrieb, vom Uschtrin-Verlag
  • Montségur-Forum - hier kann man viele Infos bekommen und auch Fragen an Profis stellen
  • Autorenforum - Es nennt sich das Wissensportal für Autoren
  • Literaturcafé - ebenfalls viele Informationen und Diskussionen um den Literaturbetrieb
  • Schreibwerkstatt - ein schönes Forum für Schreibende

Hilfreiche Dinge rund ums Schreiben:

  • Papyrus AutorDie Software für Vielschreiber. Sie hat ganz wunderbare Funktionen und ist ein vollständiges Textverarbeitungsprogramm. Die Besonderheiten sind u.a. der integrierte Dudenkorrektor, die Stilanalyse, der Navigator, der für eine gute Übersicht sorgt, aber auch das Planen ganzer Büchern erlaubt.
  • Empfehlen kann ich ebenfalls noch CreateSpace, eine Tochterfirma von Amazon. CreateSpace bietet ein PrintOnDemand-Verfahren für Bücher an. D.h. man kann sein Buch dort einstellen und immer dann, wenn jemand das Buch kauft, wird es gedruckt und verschickt. Dabei verdient man dann noch einige Prozente, bekommt aber gleichzeitig den ganzen Versand und die Abrechnung von Amazon erledigt. Man braucht sich um nichts mehr zu kümmern! Es ist auch die momentan einzige sinnvolle Lösung, um als kleiner Händler über Amazon abgefertigt zu werden (es gibt schon noch eine andere Möglichkeit, aber dann muss der Käufer immer mindestens drei Euro Versand zahlen; mit CreateSpace verschickt Amazon das Buch umsonst für den Käufer). Ihr könnt es euch ja mal anschauen: www.createspace.com
  • Der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) startet wieder. Im November gibt es wieder den Schreibwahnsinn: 50.000 Wörter in 30 Tagen. Es gibt keine Peitschenhiebe, wenn man es nicht schafft. Aber es gibt eine gehörige Portion Motivation, sich hinzusetzen und endlich loszuschreiben! Er ist für alle offen

Außerdem: Mein E-Book bei Weltbild

Verliebt bis in die Haarspitzen bei Weltbild

Als Taschenbuch kann es gern über mich bestellt werden: mail@schreibfluss.com

Ich empfehle nur Seiten und Dinge, von denen ich auch überzeugt bin. Die Links nutze ich auch selbst. Die Listen erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe die Links persönlich überprüft. Aber da man sie nicht laufend erneut kontrollieren kann, möchte ich aus rechtlichen Gründen ergänzen, dass ich mir die fremden Inhalte nicht zu eigen mache und mich hiermit von evtl. rechtswidrigen Inhalten distanziere.

 

Roman schreiben lernen

Einen Roman schreiben lernen? Auch du kannst das!


Roman schreiben lernen: nicht einfach, aber absolut möglich!

Kann man lernen, ein Autor zu werden, kann man einen Roman schreiben lernen? Ich habe es gelernt und du kannst es auch!

Warum nur glauben so viele, dass man Romane "einfach so" schreiben können muss? Es ist wohl der Geniemythos, vermutlich rührt er von Goethe her. Dabei hat ausgerechnet Goethe sehr handwerklich gearbeitet, was sein Briefwechsel mit Schiller zeigt.

In der Schule hat man dir beigebracht, Buchstaben aufs Papier zu setzen, sodass sie einen Sinn ergeben. 

In der Schule lernen wir gerade so viel, dass wir für Oma und Opa zu Weihnachten eine schöne Geschichte schreiben können oder wenn es ums Malen ginge, könnte man ein "hübsches" Bild erschaffen. Aber zu Künstlern macht uns die Schule nicht. Zwar gibt es „Lehrlinge", die sich selbst noch feinere Techniken beibringen, und die Begabten unter ihnen finden vielleicht auch ohne Ausbildung Anerkennung für ihre Geschichten – aber für die meisten ist das ist ein harter, steiniger Weg. Beim Roman schreiben Lernen ist das ebenfalls so.

Von klein auf an habe ich gern geschrieben, aber ich war bei weitem nicht die Begabteste verglichen mit anderen Schülern oder Studenten. Ich habe es trotzdem geschafft, wie ich finde recht zufriedenstellend.

Goethe und der Geniemythos beim Roman schreiben lernen

Goethe

 Wie man einen Roman schreibt, habe ich in meinem Studium des Kreativen Schreibens gelernt (hier kannst du mehr über mein Studium erfahren). Und wenn ich das geschafft habe, dann schaffst du das auch. Was einzig und allein zählt, ist deine Motivation.

Seit 2009 unterrichte ich nun selbst, wie man veröffentlichungsreife Romane schreibt und durfte mehr als 200 Schreibende und ihre Projekte begleiten. Ich weiß, es funktioniert! Auch du kannst lernen, wie man einen Roman schreibt!

Romane schreiben lernen wie in einer Kunsthochschule

Ich vergleiche das kreative Schreiben gern mit der Bildenden Kunst:

Von einem anderen Blickwinkel betrachtet: Warum sollte das Roman schreiben eigentlich auch nicht erlernbar sein? Es ist ein Kunsthandwerk wie es viele andere gibt. Zum Glück gibt es Kunsthochschulen, an denen man zum Beispiel die Techniken der Malerei erlernen kann: Der Schüler studiert und imitiert dort Stilrichtungen, lernt die Theorie zu Perspektive, Farblehre und Pinselführung. Indem er übt, bildet er sich dort zum Meister seines Faches aus. Er lernt sein Handwerk. Darauf aufbauend entwickelt er seinen eigenen Stil und kann als professioneller Künstler leben und arbeiten.

Autor werden, schreiben lernen - Künstler werden wie an einer Kunsthochschule

Genau wie die Bildende Kunst lässt sich auch das Handwerk für das Romanen Schreiben erlernen!

Leider gibt es nur wenige Möglichkeiten in Deutschland, das Kreative Schreiben zu studieren. Wer sich darin ausbilden lassen möchte, muss suchen, bis er einen entsprechenden Studiengang, einen passenden Kurs in einer Autorenschule und/oder einen guten Schreibcoach gefunden hat. Unter anderem kann in Leipzig, Hildesheim, Stuttgart, bei Ulm und Berlin Literarisches oder Kreatives Schreiben studiert werden (mehr dazu unter Links). Aber solche Studiengänge kommen längst nicht für jeden in Frage.

Romane zu schreiben, ist eine Kunst – und um diese Kunst zu erlernen, gibt es meine Autorenschule „Schreibfluss“ mit online Schreibkursen und der Ausbildung zum Romanautor.


Bauchschreiber versus Kopfschreiber

Egal ob Kopf- oder Bauchschreiber - Romane schreiben lernen geht

Bauchschreiber schreiben ihren Roman drauflos, Kopfschreiber planen vorher.

Wir starten alle mehr oder weniger als Bauchschreiber. Warum? Weil uns keiner gezeigt hat, wie es auch anders gehen könnte. Hier in Deutschland sind viele Menschen sogar der Meinung, man könnte das Romanschreiben gar nicht lernen! Weit gefehlt!

Es führen viele Wege zu einem fertigen Roman, aber das Handwerkszeug ist für jeden Weg unabdingbar. Die Frage ist nur, wie man es einsetzt. Das, was der Planer sich vorm Schreiben erarbeitet, wird der Bauchschreiber nach dem Schreiben kontrollieren und überarbeiten müssen.

Warum das Schreiben leichter ist, wenn man den Roman vorher plant

Ich persönlich bin ein Kopfschreiber und auch die professionellen Autoren, die ich kenne, sind fast alle Kopfschreiber. Es liegt ein großer Vorteil darin, zuerst seinen Roman zu planen und dann zu schreiben: Du „verläufst“ dich nicht so leicht, schreibst weniger für den „Textfriedhof“ und kannst schneller schreiben, weil du deinen Weg kennst! Die Kreativität kommt dabei auch nicht zu kurz, sie ist nur in Bahnen gelenkt und wird meist dadurch sogar beflügelt.

Aber entscheidend ist, welche Art des Schreibens dir mehr Freude bereitet. Denn ein Roman ist ein großes Projekt und braucht Ausdauer. Da hilft vor allem Spaß an der Sache.

Vielleicht bleibst du auch ein Bauchschreiber, nachdem du das Handwerkszeug gelernt hast. Einfach weil du gerne erst beim Schreiben entdeckst, wohin deine Geschichte dich führt. Oder du entdeckst das Planen für dich?!

Einen Roman planen - hilft enorm beim Schreiben lernen von Romanen

Natürlich gibt es auch viele Zwischentypen. Der eine plant seine Figuren ganz genau und schreibt dann drauflos, der andere kennt das Ende schon, aber keine weiteren Details. Außerdem kann sich die Arbeitsweise auch während des Schreibens ändern bzw. von Buchprojekt zu Buchprojekt. Wenn du zuerst drauflos geschrieben hast und dann nicht mehr weiterkommst, lohnt es sich, dann das eine oder andere zu planen.

Und welcher Typ bist du? Probiere das Planen vorm Schreiben aus und finde es heraus!
Wenn du noch nicht sicher weißt, welcher Typ du bist, dann plane erst. Das ist sicherlich der effektivste Weg. Außer dir bringt das Schreiben so keinen Spaß. Verwechsle es aber bitte nicht damit, dass dir einfach noch das Wissen um das Handwerkszeug fehlt! Dann rennst du nämlich mit jedem Buchprojekt wieder in die gleiche Sackgasse.

Auf geht's: Lerne, wie man einen veröffentlichungsreifen Roman schreibt!

Schreiben lernen geht also - auch du kannst es!

Was hält dich jetzt noch davon ab? Kläre das für dich, dann bist du gut gewappnet, um dein Projekt zum Erfolg zu bringen.

Bei mir kannst du in kleinen Gruppen, sehr gut betreut das Handwerkszeug lernen. In der Regel sind es maximal 6 Teilnehmer pro Kurs. So kann ich auf jeden individuell eingehen. Gleichzeitig ist dies eine gute Größe, um auch von den anderen Teilnehmern lernen zu können. Schau dich gern bei meinen Kursen um, vielleicht findest du ja etwas Passendes.

Aber nicht jeder Lehrer ist der Richtige für einen. Schau dich um, wo und wie du am besten Romane schreiben lernen kannst.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

Herzlich,
Jurenka

Charaktere erstellen - Die wichtigste Zutat für deinen erfolgreichen Roman

Charaktere erstellen – Die wichtigste Zutat für deinen Roman

Gibt es ein Erfolgsrezept für Autoren? Ja: Faszinierende Charaktere erstellen!

Du hast dich also entschieden, das Projekt „Roman schreiben“ in Angriff zu nehmen. Die Idee steht, die Motivation könnte größer nicht sein – und die leere Seite auf dem Computer blickt dir erwartungsvoll entgegen. Aber jetzt bist du doch unsicher, wie du dieses Buch schreiben sollst – also konkret? Womit anfangen? Drauf los schreiben, plotten oder Charaktere erstellen?

Keine Sorge, es ist völlig normal, am Anfang etwas hilflos zu sein. Schreiben will gelernt sein. Zumindest macht es das Autoren-Leben entschieden einfacher, wenn man weiß, wie man die Idee im Kopf zur fertigen Geschichte auf dem Papier (bzw. dem Computer) bekommt.

So wie man entweder aus dem Bauch heraus oder nach Rezept kochen kann, gibt es auch für das Schreiben eine Zutatenliste und eine Anleitung, an der man sich orientieren kann, um sicher zu gehen, dass das Ergebnis am Ende auch jeden begeistert, dem man es vorsetzt.

Daher werde ich dir auf diesem Blog immer mal wieder die wichtigsten Elemente eines Erfolgsromans etwas näher vorstellen. Hier kannst du meinen absoluten Tipp Nummer 1 lesen: Charaktere erstellen, die lesenswert sind!

Backe einen Traumcharakter und deine Leser werden deinen Roman verschlingen (na, guten Appetit :-)

Die erste und wichtigste „Zutat“ deines Romans sind die Figuren, denn Sie sind der Schlüssel zu deinen Lesern.

Der Leser erlebt die Geschichte durch die Figur, wenn er sich mit der Hauptfigur identifiziert.

Wählst du eine andere Hauptfigur für deinen Roman, so hast du auch eine andere Geschichte!

Die Figuren sind also die Basis für deinen Roman. Daher widme ihnen besonders viel Aufmerksamkeit! Spannende Charaktere zu erstellen, ist nicht immer leicht, aber es macht Spaß, wenn man weiß, worauf es ankommt.

Gute Figuren entwickeln ist so wichtig! Denn deine Figur ist die Geschichte!

Backe dir deinen Traum-Charakter für deinen Roman
Charaktere erstellen - Mini eBook

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Beim Charaktere erstellen ist es das Wichtigste, die Motivation der Figur zu kennen

1.   WARUM will deine Figur WAS? Die Basis für das Charaktere Erstellen

Folgende Dinge musst du über deine Hauptcharaktere im Detail wissen:

  • Die Vergangenheit!

Figuren sind in Romanen nie perfekt, sonst wäre die Geschichte zu langweilig. Ihnen fehlt etwas, um ein glückliches Leben zu führen. Dabei handelt es sich nicht um materielle Dinge, sondern um etwas wie Liebe, Anerkennung, Wahrheit oder Heimat. Dieses fehlende Puzzleteil, dieses innere Bedürfnis (wie ich es nenne), hat seinen Ursprung oft in der Kindheit oder Jugend und ist der Figur meist nicht bewusst. Klischee? Vielleicht. Aber so ist das Leben nun einmal. Suche also nach der Motivation deiner Figur in der Vergangenheit!

Beantworte die Frage ganz klar: Warum will deine Figur was in der Geschichte?

Das ist der Motor der Geschichte!


  • Die Charakterstärken und -schwächen

Gib deinen Figuren unbedingt auch Schwächen, so hat es der Leser viel einfacher, sich mit ihnen zu identifizieren. Er darf sie gern für ihre Stärken bewundern, aber menschliche Schwächen machen sie sympathisch!

 

  • Deine Figur muss sich entwickeln – zerstöre dafür das Selbstbild der Figur

Jeder Mensch hat ein Bild über sich selbst im Kopf – auch deine Figur. Aber was geschieht, wenn man feststellt, dass dieses Selbstbild gar nicht stimmt? Ein Drama! Das ist für jeden schlimm, denn das zwingt einen, sich neu zu orientieren, sich neu zu finden und zu definieren. Das kann verstörend sein und Zeit und Energie benötigen. Benutze diesen Effekt für deine Figur und stürze sie in die Katastrophe: Zerstöre ihr Selbstbild! Schone deine Hauptfigur nicht, auch wenn es für dich als Autor manchmal hart ist! Denn deine Figur braucht ihre Katastrophen, um sich entwickeln zu können und ihr fehlendes Puzzleteil zu finden.

Erstelle deine Charaktere so, dass sie sich wirklich entwickeln können!

  • Du musst NICHT unbedingt das Aussehen deiner Figur bestimmen.

Klar, es hilft dir vermutlich, deine Figur vorm geistigen Auge zu sehen. Aber für den Leser ist es nicht zwingend nötig, das Äußerliche deiner Figur zu kennen. Er macht sich selbst ein Bild von der Figur.

Begehe nur nicht den Fehler, dann doch auf Seite 300 deine Figur zu beschreiben.

Das würde ganz sicher deine Leser aufregen, weil es nicht mehr zu dem Bild in seinem Kopf passt.

Natürlich darfst du aber gern auch das Äußere deiner Figur beschreiben, am besten zu Beginn des Buches. Du musst es sogar dann tun, wenn das Äußere die Geschichte bestimmt. Deine Figur hat rote Haare und wird deshalb immer gehänselt? Sie hat leuchtend grüne Augen und alle Menschen fühlen sich von ihr durchschaut? Solche Auffälligkeiten sollten natürlich beschrieben werden.

Achte beim Erstellen von Charakteren darauf, dass sie speziell und etwas Besonderes sind

2.   Warum es so wichtig ist, tiefgehende Charaktere zu erstellen

Wenn die Figuren die Handlung vorantreiben, nennt man das „Characterdriven“. Steht die Handlung im Vordergrund, wird die Geschichte als „Plotdriven“ bezeichnet. Darunter fallen zum Beispiel die meisten Actionfilme und viele Komödien. Man könnte sich vorstellen, was passieren würde, wenn man hier die Figuren mal austauscht. Wie würde zum Beispiel Crocodile Dundee die Welt in einem Indianer Jones Film retten? Vermutlich ändert sich die Geschichte dadurch nur ein wenig. Ein paar andere Sprüche, ein paar andere Werkzeuge, aber die Welt wäre am Ende dennoch ähnlich gerettet.

Aber heutzutage sind fast alle Geschichten „Characterdriven“ und haben Figuren mit Tiefgang.

Hierzu mein Lieblingsbeispiel.

 Du kennst sicher James Bond. Aber ich meine nicht einen der Alten. Der Neue ist nicht mehr der smarte, schicke Typ mit den lustigen Sprüchen, der keine Vergangenheit hat und keine Zukunft, der ein paar Frauen vernascht und nebenbei die Welt rettet. Das hier ist der James Bond aus Skyfall!

Zu Beginn des Films sehen wir ihn desillusioniert, trinkend, sich dem Risiko eines Skorpionbisses aussetzend – völlig sinnlos! James Bond mit Burn-out, das gab es noch nie!

Im weiteren Verlauf sieht man, wo er mal gewohnt hat. In einem Anwesen, nämlich das Anwesen Skyfall. Er hatte Eltern, die früh gestorben sind und kam ins Waisenhaus. Ist ja ein Ding!

Im Waisenhaus hat ihn M gefunden und wurde eine Art Mutterersatz. In einer Szene stirbt sie und James Bond weint!

Die Art des Geschichtenerzählens verändert sich. Immer wieder. Ist auch irgendwie klar, wer will heute schon ein Buch wie „Krieg und Frieden“ lesen (außer natürlich unter der Betrachtung, dass dieses Buch vor sehr langer Zeit geschrieben wurde). Das ist auch der Grund, warum jedes Jahr neue Bücher auf den Markt kommen, obwohl es schon mehr als genug gibt, um ein ganzes Leben lang nur zu lesen.

Bereits in den letzten 20 Jahren hat sich das Erzählen verändert, beeinflusst vom Fernsehen und anderen Dingen. Die Figuren sind fast alle psychologischer geworden! Sie haben eine Vergangenheit, ein Ziel, eine Motivation, eine Zukunft.

Das ist der Grund, warum du dich ebenfalls so sehr um die Psychologie deiner Figur kümmern solltest. Wobei kein Studium dafür nötig ist, sondern nur das Wissen um „Warum will deine Figur was?“.

So Charaktere erstellen, dass du als Autor immer weißt: „Warum will deine Figur was?“


3.   Figuren entwickeln, die den Leser nicht mehr loslassen – Die drei wichtigsten Zutaten:

Kenne deine Figuren verdammt gut!

  • Figuren brauchen (heute) eine Vergangenheit
  • Gib deiner Hauptfigur ein wichtiges Ziel
  • Mache sie stark UND schwach

Je besser du den Motor von jedem Charakter in deinem Roman kennst, umso leichter fällt es dir und dem Leser, sich von ihm in die Geschichte ziehen zu lassen.

Charaktere erstellen und genießen

Charaktere erstellen macht Spaß! Du wirst sehen, auf diese Art komplette Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen zu erfinden, wird dich und deine Leser begeistern.

Falls du dir diese Tipps zur Figurengestaltung nochmal kompakt für deine Unterlagen herunterladen möchtest, habe ich sie übersichtlich für dich als PDF gestaltet, um es dir einfacher zu machen. Du kannst sie hier herunterladen.

Und wie backst du dir deine Romanfiguren? 

Was sind deine Zutaten, verrätst du es uns in einem Kommentar?! Das würde mich sehr freuen!

Herzlich,
Jurenka

P.S.: Wenn du erfahren möchtest, worauf es ankommt, wenn du als nächstes deine Figuren sprechen lässt, dann schau doch hier vorbei und erfahre 10 Tipps, wie man richtig gute Dialoge schreibt.

Charaktere erstellen - Mini eBook

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Die Heldenreise für deinen Roman - Das perfekte Handlungsgerüst

Die Heldenreise für deinen Roman – das perfekte Handlungsgerüst

Gibt es eine ideale Struktur für einen Roman? Kann man sie als Vorlage verwenden? Macht sie das Schreiben von Romanen einfacher? Die Antwort: Ja! Die Heldenreise hilft dir unglaublich!

Aber: Leider reicht es nicht, wie bei einem Lückentext ein paar Worte einzufügen. Die Heldenreise ist viel komplexer. Aber absolut lernbar.

Ganz wichtig: Sie ist eng mit der Hauptfigur verknüpft, denn deine Figur „ist“ die Geschichte. Daher setze dich gut mit ihr auseinander. In meinem Artikel über Figuren (den findest du hier) haben wir durchdachte Hauptpersonen entworfen.
Nachdem du dir viele Gedanken über deine Charaktere gemacht hast, das Weshalb und Warum ihrer Psyche, sowie ihrer tiefsten Abgründe und ehrenhaftesten Eigenschaften, geht es jetzt so richtig ans Eingemachte: Die Handlung beginnt:

Und … Action – die Spannung steigt!

Du hast vielleicht schonmal von dem klassischen Aufbau einer Geschichte gehört:

  •             Anfang / Einleitung            –          1. Akt
  •             Mitte / Hauptteil                –          2. Akt
  •             Ende / Schluss                  –          3. Akt

Hilft dir diese Aufteilung wirklich beim Schreiben? Vielleicht ein bisschen. Aber ein Garant für Spannung ist es so leider nicht.

Es geht besser: mit der Heldenreise. Denn die Heldenreise ermöglicht es dir, abwechslungsreiche und packende Geschichten zu schreiben.

So viele Autoren haben schon das totale Aha-Erlebnis gehabt, wenn sie die Heldenreise entdeckt, verstanden und angewendet haben. Sie ist einfach genial! Probier sie unbedingt aus!

1.   Das Geheimrezept für das Handlungsgerüst: die „Heldenreise“

Was genau ist denn jetzt die Heldenreise und warum ist sie so genial?

Der Mythenforscher Joseph Campbell hat Mythen aus allen Zeiten und Teilen der Welt miteinander verglichen. Dabei fand er heraus, dass bestimmte Elemente und Geschehnisse immer wieder vorkommen. Er baute daraus einen abstrakten Geschichtenablauf und nannte dies „Die Reise des Helden“.

Als „Hollywood“ davon erfuhr, müssen Augen geleuchtet haben!
„Ein Geschichtenkonzept, das zeit- und kulturübergreifend ist? Das müssen wir ausprobieren und danach eine Geschichte konzipieren!“ Und was entstand: „Star Wars“. Ein riesiger Erfolg!
Christopher Vogler hat die Heldenreise für Schreibende abgewandelt. Sein Buch „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“ ist für alle Schreibenden absolut empfehlenswert – nicht nur für Drehbuchautoren. :-)

Mini-eBook Heldenreise

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Die Heldenreise funktioniert. Vor allem, wenn man sie als ein psychologisches Plotmodell sieht (Plot ist das Handlungsgerüst für eine Geschichte). Denn sie ist kein Rezept, bei dem immer gleich schmeckende Gerichte herauskommen, sondern ein Werkzeug, mit dem man Geschichten ein spannendes, tragendes Rückgrat geben kann.

Weil die Heldenreise aber ein psychologisches Plotmodell ist, braucht sie Zeit und Pflege, bis sie für den geplanten Roman passt. Vor allem zum Ende hin wird es knackig.

Hier stelle ich die wichtigsten Punkte aus der Heldenreise vor.

  1. Akt

  • Die normale Welt
    Zu Beginn sieht man die Hauptfigur, auch Held genannt, in ihrem Alltag. Der Leser erfährt, mit wem er die kommende Zeit verbringen wird, gewinnt diese Figur mehr oder weniger lieb und erspürt, dass die Figur ein unerfülltes, inneres Bedürfnis hat.
    Nicht in allen Geschichten wird die normale Welt zu Beginn gezeigt. Heute ist es modern, gleich mit dem Auslöser zu beginnen. Das funktioniert aber nur dann, wenn der Auslöser allgemein verständlich ist und der Leser sofort begreift „oh ja, das ist heftig!“
  • Der Auslöser 
    Deine Figur wird aus dem Alltag herausgerissen und gezwungen zu handeln. Vielleicht nicht sofort, aber bald. Vielleicht verliert sie ihren Job, ihr Haus, bekommt die Diagnose Krebs. Vielleicht erhält sie aber auch die Aufnahmebestätigung zu einer besonderen Schule, erfährt, dass sie etwas geerbt hat, im Lotto gewonnen hat oder trifft auf die große Liebe.
    Egal was es ist, es muss so wichtig sein, dass sie handelt oder dass etwas für sie Schlimmes passiert, wenn sie nicht handelt.

 

  1. Akt

  • Ein Ziel und viele Aufs und Abs
    Deine Figur hat sich nach dem Auslösenden Ereignis ein Ziel gesetzt. Er will etwas, aber das bekommt er natürlich nicht sofort. Sonst hättest du ja keine Geschichte. (Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber das würde hier den Rahmen sprengen, hier kann ich nur auf die klassische Version eingehen. Wenn du die Heldenreise einmal verinnerlicht hast, kannst du natürlich auch wunderbar mit den einzelnen Punkten spielen und neue Wege ausprobieren.)
    Nun wird dein Held verschiedene Dinge ausprobieren, um an sein Ziel zu gelangen – mal mit mehr, mal mit weniger Glück. Er wird dabei auf Helfer und auf Feinde treffen (oder auch nur auf innere Widerstände).
  • Die Katastrophe
    Dein Held wird sein Ziel aber normalerweise nicht erreichen. Schlimmer noch, er wird sein inneres Bedürfnis nicht erfüllen können (das, was er braucht, um „heil“, ganz und glücklich zu werden). Er gelangt an einen pechschwarzen Punkt in seinem Leben. Aber genau das braucht er, um Altes gehen lassen zu können und wie ein Phönix aus der Asche auferstehen zu können. Dazu gleich mehr. Aber vorher ist es wichtig, dass du deinen Helden keinesfalls schonst, sondern ihn ganz und gar in sein Unglück stürzt.

 

  1. Akt

  • Die überraschende, aber logische Wende
    Der schwarze Moment in dem Leben deiner Figur, ermöglicht es deiner Figur, sich zu verändern. Etwas, das uns Menschen immer schwer fällt. Aber genau dann, wenn nichts mehr geht, ergeben wir uns meist. Und als Geschenk erhalten wir die Möglichkeit, Neues willkommen zu heißen. Schenke deiner Figur nicht Lösung die zu ihrem Problem. Das würde den Leser nur unbefriedigt zurücklassen. Deine Figur muss sich ihr Glück erkämpfen und verdienen. Wenn sie sich entwickelt hat, hat sie meist auch Fähigkeiten, mit denen sie das Happy End bewirken kann.
  • Der Ausblick: Deine Figur kehrt zum Alltag zurück
    Der Leser braucht noch etwas Zeit, um sich von der spannenden Geschichte und Figur zu verabschieden. Er möchte auch das Happy End noch einen kleinen Moment genießen. Dafür zeigst du ihm am besten deine Figur in seinem „neuen“ Alltag. Der Leser sieht die Figur gereift, glücklich oder zumindest mit besseren Chancen, nun glücklich zu werden.

 

2. Wenn sich der Dramamaus die Haare sträuben

Betrachtet man die Spannung in einer Geschichte einmal grafisch, so steigt zu Beginn die Spannung stark an, hat einige Aufs und Abs im zweiten Akt (das Fell der Maus sträubt sich vor Spannung) und fällt im dritten Akt steil ab. Das Mäuseschwänzchen ist der Ausklang der Geschichte (und im Buch kürzer, als hier für das Bild gemalt).

Ich hoffe, diese Grafik veranschaulicht dir gut, wie die Spannung in der Heldenreise verläuft.

 

3. So baust du eine spannende Handlung mit der Heldenreise auf:

Schon sind wir bei der ganz knappen Zusammenfassung. Schreibe sie dir gern heraus (du kannst dir auch gern etwas weiter unten das Mini-eBook dazu herunterladen) und hänge sie dir zum Beispiel neben deinen Computer.

  • Die Figur wird aus dem Alltag herausgerissen
  • Die Figur handelt, hat ein Ziel
  • Die Figur erlebt die absolute Katastrophe
  • Die Figur entwickelt sich und bekommt ihr Happy End

Klingt so einfach, wenn man die Punkte hier liest, oder? Aber die Heldenreise braucht wirklich Übung. Besonders der Punkt mit der Entwicklung ist wichtig und wird gern mal übersehen, weil er nicht so einfach umzusetzen ist. Auch der Weg von der Katastrophe zum Happy End ist meist schwierig. Das Happy End soll ja überraschend aber logisch sein.

Tipp: Untersuche deine Lieblingsgeschichten und -filme im Hinblick auf die Heldenreise! Das wird dir das Konzept der Heldenreise näher bringen und schon bald verwendest du es intuitiv für deine Romane. Natürlich lohnt es sich auch, die Figuren genauer zu betrachten!

Dann heißt es Loslegen! Werde selbst zum Superhelden und schreibe mit Hilfe der Heldenreise deinen besten Roman.

In meinem nächsten Blogartikel erzähle ich dir dann, wie du mit Worten spielst und den Leser fesselst.

In dem Sinne, viel Spaß beim Erschaffen,

deine Jurenka

P.S.: Wie verwendest du die Heldenreise? Hilft sie dir? Ich freue mich über deinen Kommentar!

P.P.S.: Wenn deine Figuren stehen, du jetzt weißt, wie du dein Handlunsgerüst aufbaust, dann könnte dich als nächstes interessieren, worauf es wirklich ankommt, wenn du deinen eigentlichen Roman schreibst. Hier findest du dazu den nächsten Artikel mit der wichtigsten Technik, wie ich finde, um Kopfkino beim Leser zu erzeugen.

Mini-eBook Heldenreise

Die Heldenreise für deinen Roman! Lade dir den Artikel als Mini-eBook herunter und erhalte den Newsletter. 

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Mitreißende Romane schreiben

Die wichtigste Technik, um mitreißende Romane zu schreiben

Show, don't tell: Wort für Wort deinen Roman zu einer packenden Reise für den Leser machen

„Harry Potter“, „Fifty Shades of Grey“ oder „Vom Winde verweht“ - was macht einen Roman eigentlich zum Erfolg?

Ich werde nicht müde es zu sagen:

Romane schreiben kann man lernen!

Ich habe dir in meinem Artikel über Figuren bereits einige Tipps gegeben, wie du deine Figuren facettenreich darstellst, und auch den Aufbau eines spannenden Handlungsgerüstes haben wir bereits auf Erfolgsrezepte untersucht. Jetzt geht es aber ans Eingemachte.

Du hast einen Plan oder eine Idee für deinen Roman. Aber wie SCHREIBST du ihn denn nun auf der Wortebene?

Die beste Idee nutzt nichts, wenn man sie nicht auf´s Papier bringen kann.

Und da liegt genau das Problem: Der erste Satz ist oft der schwerste.

Tipp: Kümmere dich um den ersten Satz ganz zum Schluss!

Erstmal losschreiben, später feilen!

Selbst wenn man den ersten Satz gemeistert hat, geht es weiter:

Wie viel Ausschmücken ist angemessen, wie und welche Adjektive und Adverbien verwendet man?

Was packen wir sonst noch in den Koffer namens „Text“, damit die Reise für den Leser ein freudiges Abenteur und keine Enttäuschung wird?

Alles beginnt mit einem Wort

Es ist in gewisser Weise tatsächlich wie Kofferpacken für eine lange Reise: Wir wollen nicht zu viel mitnehmen, sodass der Koffer zu schwer wiegt und auf dem langen Weg zur Qual wird. Aber, wenn wir die Grundausstattung vergessen, wird die Reise auch schnell ein Spießrutenlauf, je nachdem, was genau wir vergessen haben.

Daher zeige ich dir jetzt, was unbedingt auf deiner textlichen „Packliste“ stehen sollte:

Die richtigen Worte finden - Kino im Kopf erzeugen

Die Lösung heißt:


Show don't tell - Zeigen, nicht berichten


Kopfkino

"Show don't tell" ist die eine, die wichtigste Schreibtechnik für mich!

Einen Polizeibericht mit „Alice im Wunderland“ zu vergleichen, macht uns schnell den Unterschied klar zwischen einem Text, den man kein bisschen genießt und einem Schreibstil, der uns in seine Welt zieht.

Sachliches Berichten wirkt in Romanen nicht packend, das gehört in Zeitungsartikel. Den Leser an die Hand nehmen und ihn vor seinem innernen Auge sehen lassen, was gerade passiert, das ist das Geheimnis. So geht der Leser ganz in den Worten auf - er lebt selbst in der Geschichte.

Es ist wie Kopfkino für den Leser!​

Beispiel 1

Anton fuhr die kurvige Straße entlang. Er öffnete das Fenster und schaute auf die schönen Blumenwiesen am Straßenrand. Er genoss die Fahrt.

Beispiel 2

Anton drosselte das Tempo und kurbelte das Fenster seiner Rostlaube herunter. Rings um ihn wogten Blumen in den Feldern. Die würzige Bergluft drang herein und spielte mit seinem Haar. Er atmete tief durch.

Kannst du den Unterschied erkennen? Sicher sind dies keine nobelpreisträchtigen Texte, aber es geht um ihre Wirkung. Ist es mir gelungen, im zweiten Beispiel mehr Bilder in deinem Kopf zu erzeugen? Siehst du vor deinem inneren Auge, wie Anton kurbelt, die Blumen sich hin und her wiegen, der Wind mit Antons Haaren spielt und er einatmet?

Der Unterschied: Schreibe aktiv und konkret!

  • Wenige, nicht ersetzbare Adjektive und Adverbien, dafür konkrete Verben und Nomen
  • Keine Wertung durch Verben wie „schön“ etc.

Sinnliche Details

Im zweiten Beispiel habe ich keine Wertungen durch unkonkrete Beschreibungen verwendet, wie durch „schön“, „angenehm“ oder auch „abscheulich“, „furchtbar“ (oder das Verb „genießen“).

Ich habe nur gezeigt, was Anton macht! Die Handlung steht im Vordergrund und lässt dem Leser Raum, diese zu deuten. Der Leser versteht aus dem Kontext, dass Anton langsamer fährt, weil er die Fahrt schön findet und nicht, weil im bei den Kurven schlecht wird. Dieses Zeigen nimmt den Leser mit auf die Reise.

Mini eBook Losschreiben

Hier kannst du dir den Artikel als Mini eBook herunterladen.

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Emotionen zeigen

Noch ein Beispiel: Emotionen

Er hatte Angst (ein Bericht). Besser:

  • Er schwitzte, seine Knie zitterten
  • Er wischte sich die feuchten Hände an der Hose ab.

​Frage dich, was deine Figur fühlt, wo und wie sie es fühlt. Als nächstes stelle dir vor, was genau sie tut.

Nur zeigen, nicht berichten, das ist der Trick

Aber Achtung: Bremse dich, wenn du zusätzlich erklären willst, was du schon gezeigt hast!

Beispiel: Er drückte sich eine Hand auf den Bauch und presste die Lippen aufeinander. Ihm wurde schlecht.

Streiche den zweiten Satz getrost und gib dem Leser die Möglichkeit, selbst zu interpretieren.

Schreibübung

Hier habe ich noch eine kleine Übung für dich, damit du „Show, don't tell“ richtig gut verinnerlichen kannst:

Stell dich nach draußen, schließe zunächst deine Augen und nimm alles in dich auf, was du fühlst, riechst und hörst. Danach kannst du die Augen öffnen und auch die optischen Eindrücke sammeln (da diese aber sehr dominant sind ist es sinnvoll, erst mal "blind" zu beginnen).

Wie fühlt sich die Temperatur an (bitte keine Gradzahlen, sondern dein Gefühl)? Was riechst du? Woran erinnert dich der Geruch - hast du Erinnerungen, die davon wach werden? Was hörst du - auch in der Ferne? Welche Details siehst du, wenn du eine Sache etwas genauer betrachtest?

Mit allen Sinnen wahrnehmen

Nimm dir 5 Minuten, um alle Sinneseindrücke in dich aufzusaugen.
Setz dich danach hin und schreibe 10 Minuten lang eine Beschreibung deiner Eindrücke, die gern durch Fantasie ergänzt werden darf.

Übe unbedingt beides: das Wahrnehmen und das Aufschreiben!

Variante für Schlechtwettertage oder Fernwehleidende: Stell dir deine Lieblingsjahreszeit an deinem Lieblingsort vor, und mache das gleiche Spiel, aber allein aus deiner Vorstellungskraft.

Im letzten Teil der Erfolgs-Serie zeige ich dir dann, wie du deinen Roman so überarbeitest, dass er garantiert gut ist.

Und denk daran: Alles begint mit einem Wort.
Und dann kommt noch ein Wort und noch eines ...

In diesem Sinne, viel Spaß beim Schreiben!

Deine Jurenka

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Selbstsabotage mit Schwellentroll

8 Tipps gegen Selbstsabotage beim Schreiben

Hast du manchmal das Gefühl, dass die ganze Welt gegen dich ist, wenn du an deinem Buch schreibst? Das Schreiben will nicht fließen, du verlierst die Lust und lässt dich schnell ablenken. Plötzlich ist die Facebook-Timeline dein bester Freund, du räumst sehr engagiert deine Wohnung um und versuchst geflissentlich den Gedanken zu ignorieren, dass du ja eigentlich schreiben solltest.

Genau im richtigen Augenblick erreicht dich dann auch noch eine Geburtstagseinladung, die du unmöglich ausschlagen kannst. Vorher noch schnell schreiben?​

Doch ausgerechnet jetzt verstrickst du dich in einen Streit mit deinem Partner und als sich die Wellen endlich geglättet haben, hast du ganz sicher keine Energie mehr auch nur einen Stift in die Hand zu nehmen. Ganz zu schweigen von der utopischen Kraftanstrengung, den PC anzumachen und einen Absatz für dein Herzensbuch zu schreiben.

Spätestens jetzt tauchen die ersten Zweifel auf. Warum ist die ganze Welt gegen mich, wenn ich schreiben möchte? Bin ich vielleicht nicht gut genug? Ist es mir einfach nicht bestimmt, mein Buch zu schreiben?

Was da los ist? Du bist dabei, deinen eigenen Schreiberfolg zu sabotieren. Und zwar auf den verschiedensten Wegen.

Die Schwellentroll-Krankheit

Deine ganzen Probleme haben eigentlich nur eine einzige Ursache: Du besitzt einen tatkräftigen Schwellentroll. Der Schwellentroll ist der Anteil in dir, der gar nicht möchte, dass du dein Buch fertigschreibst. Er kann die verschiedensten Formen annehmen und sehr gemein sein.

Der Schwellentroll flüstert dir Selbstzweifel und Gemeinheiten ins Ohr, nimmt dir die Freude am Schreiben und organisiert ordentlich Ablenkung von dritter Seite. Solange du ihm verfallen bist, hat dein Buch keine Chance. Er sitzt nämlich – wie sein Name schon sagt – auf der Schwelle zu deinem Erfolg und er wird dich nicht einfach so vorbeilassen.

Jetzt ist deine Kreativität gefragt: Was tust du, wenn du einen Feind langfristig unschädlich machen willst? Na klar, du lernst ihn erst einmal kennen. Du analysierst seine Beweggründe und seine Handlungsmuster, damit du ihn auf bestmögliche Weise aufhalten kannst.

Was will der Schwellentroll eigentlich?

Wie alle guten Antagonisten ist der Schwellentroll nicht einfach nur böse. Er hat Beweggründe für sein Handeln und die gilt es zu verstehen. Immerhin ist der Schwellentroll – auch wenn er sich noch so unangenehm anfühlt – ja ein Teil von dir. Und deswegen ist es eigentlich nur logisch, dass er dir gar nicht schaden will.

Vielleicht denkst du jetzt: Na toll, besonders hilfreich ist dieser Kerl aber nicht gerade. Er selbst jedoch wird das anders sehen. ;-)

Der Schwellentroll ist eng verknüpft mit dem Teil von dir, dem deine Sicherheit besonders am Herzen liegt. Nur deswegen legt er dir Steine in den Weg: Damit du nichts tust, was du später vielleicht bereust.

Die Obergrenze

Langweilig und bequem

Sicherlich kennst du die Sache mit der Komfortzone: Drinnen ist es schön kuschelig, aber langweilig; draußen dagegen schlottern dir die Knie, dafür geht es aber voran in deinem Leben.

Deine Komfortzone endet an einer Obergrenze, die unter anderem dafür sorgt, dass du dich nicht vollkommen überarbeitest und im Großen und Ganzen sicher bist. Diese Obergrenze limitiert aber noch ganz andere Dinge. Zum Beispiel hast du auch eine Obergrenze für Erfolg und für Glück.

Angst vor Neuem

Das heißt: Wenn du dich selbst sabotierst, bedeutet das nicht unbedingt, dass du auf dem falschen Weg bist. Meistens setzt Selbstsabotage ein, wenn du eine unsichtbare Obergrenze von was auch immer erreicht hast. Von Erfolg vielleicht?​

Somit ist es viel wahrscheinlicher, dass du tatsächlich auf dem richtigen Weg bist, aber dein Schwellentroll sich einfach in die Hose macht. ;-)

Selbstsabotage ist wirklich nervig, aber ich habe eine gute Nachricht für dich: Erstens kannst du dir die Obergrenze wie eine dehnbare Gummihaut vorstellen (und nicht wie eine Mauer) und zweitens kannst du auch gegen bereits eingetretene Selbstsabotage-Mechanismen noch etwas tun.

Im Folgenden findest du acht Tipps gegen Selbstsabotage:

Meine Tipps gegen Selbstsabotage beim Schreiben

1) Klarheit

Das Erste, was du brauchst, um deine Selbstsabotage einzudämmen, ist Klarheit und Ehrlichkeit: Das heißt: Mache dir selbst nichts vor, sondern stehe dazu, dass du dich gerade selbst sabotierst. Beobachte dich und finde heraus, was du ganz genau tust, um dich zu sabotieren.

2) Kannst du dich spüren?

Selbstsabotage entsteht häufig dann, wenn wir uns überfordern und völlig übers Ziel hinausschießen. Deswegen ist es wichtig, dass du gut spürst, wie viel du dir gerade zumuten kannst. Manchmal lohnt es sich, eine kleine Pause einzulegen und deinem sicherheitsfanatischen Teil zu versichern, dass er sich keine Sorgen um dich machen muss.

3) Machbare Schritte

Wenn dein Romanprojekt noch wie ein riesiger Berg voller unerledigter Aufgaben vor dir liegt, ist der Schwellentroll rasch zur Hand. Versuche daher, dein Projekt in kleine und kleinste Arbeitsschritte zu unterteilen.

4) Feste Zeitfenster

Wenn du einfach nicht zum Schreiben kommst und dich ablenkst, dann besorge dir einen Wecker und stelle ihn auf eine Stunde. Während dieser Stunde tust du nichts außer schreiben, selbst dann, wenn das Ergebnis grässlich ist. Und wenn dir absolut nichts einfällt? Dann sitzt du eben eine Stunde da. Aber du gibst nicht nach und gehst nicht auf Facebook! Unter keinen Umständen!

Kleine Schritte zum Ziel

5) Sei dir der Obergrenze bewusst und dehne sie sanft aus

Deine Obergrenze ist dehnbar. Du kannst sie vielleicht nicht mit einem Ruck durchbrechen, aber mit vielen kleinen und gezielten Aktionen weiten. Dafür solltest du zunächst ein gutes Gespür dafür entwickeln, wo deine Obergrenze ist und was sie nicht zulässt. Und dann tust du kleine Dinge, die dich aus deiner Komfortzone herausführen, Schritt für Schritt.

6) Umarme die Angst

Wenn du ein großes Projekt angehst, das außerhalb deiner Komfortzone liegt, dann ist es ganz normal, Angst zu haben. Deine Angst bedeutet nicht, dass du mit dem Schreiben auf dem falschen Weg bist. Du kannst deine Angst auch nicht 'wegmachen', daher solltest du versuchen, sie zu akzeptieren. Angst bringt dich nicht um. Sie ist einfach nur da und begleitet dich.

7) Sei geduldig mit dir

Selbstsabotage lässt sich nicht ganz vermeiden und auch nicht sofort ausschalten. Wenn du dich dann jedoch auch noch selbst ausschimpfst, hat dein Schwellentroll leichtes Spiel. Je geduldiger du mit dir selbst bist, desto leichter kommst du wieder ins Schreiben.

8) Verbinde dich mit deinem großen Ziel

Welches Ziel fasziniert dich so richtig, wenn du ans Buchschreiben denkst? Siehst du dich selbst mit dem gedruckten Buch in der Hand? Oder bei einer Lesung mit begeisterten Fans? Oder mit einer berührenden Rückmeldung einer Leserin, deren Leben du mit deinem Buch verändert hast? Such dir eine für dich starke Szene heraus und visualisiere sie, um dich wieder mit deinem Ziel zu verbinden. Das solltest du regelmäßig tun, damit sich das Bild in deinem Unterbewusstsein einprägt und du es auch dann abrufen kannst, wenn deine Arbeit mühsam ist.

Selbstsabotage gehört dazu

Selbstsabotage ist eine natürliche – aber etwas übersteigerte – Reaktion deines sicherheitsliebenden Anteils auf eine neue Situation. Du kannst sie nicht vollkommen unterbinden oder dafür sorgen, dass sie nie wiederkehrt. Aber du kannst sie enttarnen und damit ins Schreiben zurückfinden.

Und wenn du geschickt bist, arbeitest du jeden Tag ein wenig an deiner Obergrenze, damit deine Komfortzone größer wird und Selbstsabotage damit unwahrscheinlicher.

Kämpfe für deinen Traum vom eigenen Roman

In jedem Fall ist Selbstsabotage immer nur eine kleine Episode deines Schreiblebens und nicht das tragische Ende. Du selbst entscheidest, ob sie dir deine Träume nehmen darf.

Bist du bereit, dir deine Macht zurückzuholen?

Ich freue mich auf deine Kommentare!​

Marie Gräff

Marie Gräff ist Schreibcoach und begleitet feinsinnige Menschen dabei, ihr ureigenes Herzensbuch Wirklichkeit werden zu lassen. Ihr ungewöhnlicher Ansatz verbindet handwerkliches Schreiben mit persönlichem Wachstum durch individuelle Unterstützung. Für ganzheitlichen und dauerhaften Erfolg beim Schreiben und ein rundum erfülltes Leben.

http://schwellentroll.de/

Buchmesse Checkliste für Autoren

Messe-Tipps für Autoren – mit Buchmesse Checkliste und Veranstaltungskalender

Sinn und Unsinn von Buchmessen

In diesem Artikel erfährst du, welche Messen und Events es für Autoren gibt (Messekalender für Autoren), wann sich ein Besuch lohnt und wie du dich darauf vorbereiten kannst. Außerdem kannst du eine Checkliste für die Vorbereitung herunterladen.

Ich hasse Buchmessen. Na ja, früher habe ich sie gehasst.
Zu groß war der Frust, die Enttäuschung und die Erschöpfung nach einem Messebesuch.
Doch mittlerweile, nach vielen Anläufen (hätte ich nur damals einen Messeguide gehabt …), weiß ich, wie man am besten rangeht, um so viel wie möglich für sich aus einem solchen Tag zu holen. Und heute liebe ich sie fast schon!

Was ich erst schmerzlich lernen musste, möchte ich gerne an dich weitergeben, damit dein Besuch auf einer Buchmesse dich richtig nach vorne bringt.

Ich habe hier für dich einen Messeguide erstellt, damit dein Messetag für dich ein voller Erfolg wird. Im ersten Teil hier verrate ich dir, worauf du dich gefasst machen musst, aber auch, welche aufregenden Dinge hinter den Ausstellungs-Toren auf dich warten.

Im zweiten Teil sehen wir uns an, welche Messen und Veranstaltungen für Autoren besonders spannend sind und wie du an einen Fachbesucherausweis kommst.

Den Abschluss machen dann meine Tipps für die richtige Vorbereitung – von der ersten Kontaktaufnahme mit Verlagen bis zur konkreten Packliste für den Tag.

Du darfst also gespannt sein!

Buchmesse Checkliste

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Teil I: WAS, schon wieder Buchmesse?!

Hingehen oder nicht, das ist hier die Frage

Buchmesse: Bettdecke über den Kopf ziehen - sicher nicht mit Messeguide

Die Buchmesse-Saison 2017 ist im vollen Gange. Nicht mehr lange bis zu DEM Megaevent der Branche: der Frankfurter Buchmesse (in den Sozialen Netzwerken auch unter dem Hashtag #fbm17 bekannt).

Bei dem Gedanken an die Menschenmasse, die mir in meiner Vorstellung bereits in den Messehallen entgegenströmt, will ich mir gleich wieder die Bettdecke über den Kopf ziehen. War nicht gerade erst Messe in Leipzig? Kann sich ernsthaft in einem halben Jahr die Literaturwelt so geändert haben, dass man schon wieder einen solchen Rummel besuchen muss?

Und neue Bücher brauch ich sowieso nicht – meine Leseliste wird nur länger statt kürzer, meine freie Zeit dagegen verhält sich umgekehrt proportional dazu…

​Allerdings muss ich zugeben, dass sich die Messen in den letzten Jahren stark verändert haben und mittlerweile allerhand für Autoren geboten wird. Vorträge und Lesungen gab es zwar schon immer – doch seit mehr Programme extra für Autoren und angehende Schriftsteller im Angebot sind, haben sie auch mein Interesse geweckt.​​​​

Das Problem mit Buchmessen:

Warum man starke Nerven braucht um einen Messetag durchzustehen - und wie dir der Messeguide hilft

Wenn du am Morgen frisch und motiviert auf dem Messegelände ankommst, warten in den Hallen viele Eindrücke und Sinneserlebnisse auf dich. Die gute Nachricht: Einen dicken Geldbeutel für Einkäufe brauchst du schon mal nicht (außer für das Essen dort).

Du weißt sicher, dass man auf Messen meist nicht einmal die Bücher kaufen kann, die man dort sieht. Man, war ich enttäuscht, als ich das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse war! Ich hatte tausend tolle Bücher gesehen, aber durfte keines mitnehmen…

Als Leser mag das ärgerlich sein, aber für den Autor, der sein Buch dort ausstellt, ist das fatal:

Buchmesse Reizüberflutung, Angebote wo man nur hinschaut

Bei der Masse an Büchern, die in so einer Messehalle auf die Besucher einprasselt, muss man irgendwie im Gedächtnis bleiben, bis der Leser zu einer Einkaufsmöglichkeit kommt – und sich trotz Erschöpfung und völliger Reizüberflutung noch an das Werk erinnert.

​Diese Tatsache zwingt Autoren und Verlage dazu, dem Gedächtnis der Besucher mit allerhand Werbung, Rabattcoupons, Gewinnspielen und Geschenken auf die Sprünge zu helfen.

Jurenkas Tipp

Autoren-Tipp: Falls du überlegst, jemals auf einer Messe auszustellen: Denk unbedingt an Werbematerial und plane dafür ein Budget ein. Am besten erstmal als Besucher vorbeischauen, um ein Gefühl für die Lage zu bekommen.

Aber vermutlich willst du gar nicht ausstellen, sondern einfach nur die Luft der Literaturszene schnuppern, richtig?

Dann sei gewarnt: Besucher fühlen sich oft völlig erschlagen von all den Eindrücken und Gesprächen. Jeder zerrt an dir herum und am Ende des Tages (oder der 4 Tage!) weißt du überhaupt nicht mehr, wie du heißt, geschweige denn, mit wem du gesprochen hast.

So verlief mein erstes Messeerlebnis: Hochmotiviert und neugierig kam ich an, aber am Ende klingelten mir nur die Ohren vom Lärm und ich hatte Blasen an den Füßen.

Vergiss nicht die Füße! Oh deine armen Füße. Den ganzen Tag stehen oder sogar durch die Hallen laufen. Das sollte olympisch werden, denn es ist genauso anstrengend wie drei Stunden joggen.

Daher frage dich unbedingt bei den großen Messen wie Leipzig oder Frankfurt: „Wo fange ich bloß an?“ und „Wo will ich überall hin?“ Nicht dass du am Ende erfährst, dass du etwas Wichtiges verpasst hast (aber du wirst sowieso einige tolle Dinge verpassen, weil du dich leider nicht dreiteilen kannst).

Mein Tipp: Mach dir unbedingt im Vorfeld klar, was genau du mit dem Messebesuch erreichen willst und plane den Tag vorab. So minimierst du das Risiko, in dem riesigen Treiben deine Energie an falscher Stelle zu verlieren. Wie du deinen Messebesuch konkret vorbereitest und woran du denken solltest, verrate ich dir weiter unten.


Was bietet denn eine Messe so?

Warum es sich gerade als Autor lohnt, sich in das Getümmel zu stürzen

Buchliebe bei Messebesuch

Mal ehrlich: Nichts motiviert und inspiriert uns (angehende) Autoren doch mehr, als die Menschenmenge zu sehen, die in einem gigantischen Ambiente zusammenkommt, um sich über Bücher auszutauschen!

Diese unglaubliche Zahl an fantastischen Büchern, der Kontakt zu Lesern und der Verlagswelt und das gesamte Szenario ist ein wunderbarer Motivationsschub, der einen direkt in den Fingern kitzelt.

Apropos Kontakt: Du hast sie vielleicht schon mal gehört, die Geschichte von diesem einen ominösen Autor, der auf einer Messe einen Agenten traf – und schwupps war die Karriere geregelt…

​Tja, wenn das deine Motivation für einen Messebesuch ist, dann sei dir darüber im Klaren: Grundsätzlich ist so etwas zwar möglich, jedoch so realistisch wie der Besuch im Fußballstadion, bei dem man den künftigen Ehemann kennenlernt – einen der Nationalspieler. Also THEORETISCH ist das möglich…

Anders sieht das natürlich aus, wenn man vorab eine Verabredung mit einem Agenten getroffen hat – die Hauptarbeit liegt im Vorfeld der Messe!

Etwas leichter ist die Kontaktaufnahme mit den Verlagen. Allerdings bitte nicht einfach am Stand vorbeigehen und Manuskript abgeben – das wird eine Nullnummer.
Auch hier wirst du die Hauptarbeit vorher erledigen müssen und solltest recherchieren und wenn möglich einen Termin vereinbaren, bei dem du auf ganzer Linie überzeugst.

Wie du am geschicktesten an einen Verlag herantrittst und dich richtig gut auf ein Gespräch vorbereitest, erzähle ich dir im dritten Teil vom Messeguide, weiter unten.

Termin hin oder her: Vergiss nicht deine Visitenkarten mitzunehmen, auch wenn du noch kein Buch veröffentlicht hast. Denn das Netzwerken ist ein zentraler Punkt jeder Messe. Man trifft so viele Menschen, mit denen man sich austauscht, neue Ideen entwickelt oder sich eine potentielle Zusammenarbeit vorstellen könnte. Nicht nur die Messe oder Ausstellung selbst, sondern gerade die Rahmenveranstaltungen und Themen-Meetings sind das heiße Pflaster.

Messeguide Tipp: Visitenkarte immere dabei

Profi-Tipps für einen erfolgreichen Messebesuch:

  1. Vorbereitung: Suche dir im Vorfeld Vorträgen, Workshops etc. auf der Messe heraus, die für dich von Bedeutung sind (die meisten Messen bieten ein Programm, das auf der Website abrufbar ist)
  2. Netzwerken: Nimm Visitenkarten mit. Wenn du eingeladen wirst, triff dich auch nach der Messe wenigstens noch kurz mit interessanten Leuten. Auch wenn das Bett schon sehr laut ruft.


​Der ultimative Grund FÜR den Besuch einer Buchmesse

Und schon sind wir bei DEM Grund überhaupt, warum du unbedingt eine Buchmesse besuchen solltest und auch ich sie mittlerweile liebe: Sie haben in den letzten Jahren mit ihrem Angebot speziell für Autoren richtig aufgerüstet. Hier triffst du nicht nur wichtige Kontakte, sondern bekommst auch noch Fachwissen beigebracht, das dir sicherlich weiterhilft, egal wo du auf deiner Autorenreise gerade steckst.

Und da sind tolle Sachen geboten:

Von Schreibworkshops mit genrespezifische Trends über Diskussionen zum Self-Publishing oder Verlagsverhandlung bis hin zu Präsentationen über Marketing, Rechtslage oder sogar Lektorensprechstunden – alleine in Leipzig gab es knapp 160 Veranstaltungen nur für Autoren.

Die meisten Angebote sind mit dem Tagesticket oder Fachbesucherausweis frei zugänglich, was für all die geballten Informationen und Kontaktmöglichkeiten sehr günstig ist.

Wie du an einen Fachbesucherausweis kommst, erzähle ich dir dann weiter unten.

Ich war dieses Jahr übrigens auch auf der Leipziger Buchmesse aktiv im Fachbereich – nicht nur als Besucher! Ich durfte die Leipziger-Autorenrunde mit einem Vortrag mitgestalten und bin hoffentlich nächstes Jahr auch wieder dabei. Und auch auf der Frankfurter Buchmesse werde ich selbstverständlich sein.

Falls du auch dort bist, fände ich es klasse, dich persönlich zu treffen, sprich mich einfach an.

Aber jetzt sehen wir uns einmal genauer an, welche Autoren-Veranstaltungen über das Jahr verteilt überhaupt stattfinden, damit du die richtige für dich findest:


Teil II: Messekalender für Autoren

Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf die jährlichen Termine für Autoren – denn diese Veranstaltungen sind nicht immer ganz einfach zu finden.

So viele Buchmessen – doch wo geh ich hin?

Der Messekalender: Welche Veranstaltungen für Autoren besonders spannend sind

Zu welcher Buchmesse gehen? Der Messekalender gibt Tipps

Die Auswahl an Literaturveranstaltungen im deutschsprachigen Raum ist groß. Neben den zwei großen Buchmessen gibt es in fast jeder Region Events rund um das Thema Lesen und Schreiben.

Doch natürlich macht es wenig Sinn, als Autor oder angehender Schriftsteller, alle von ihnen zu besuchen – denn sie kosten Zeit und oft auch mehr oder weniger viel Geld für Eintritt oder Anreisen.

Du kennst ja Leipzig und Frankfurt, die beiden Elefanten-Veranstaltungen.

Daneben gibt es aber noch so viele kleinere Literatur-Events, die im etwas familiäreren Rahmen auch so Einiges zu bieten haben. Es wäre übertrieben, sie alle „Messe“ zu nennen, denn das steht eigentlich nur den wirklich großen Ausstellungen zu. Allerdings bieten fast alle eine Möglichkeit für Autoren und Verlage an, ihre Werke zu präsentieren und häufig können auch andere Dienstleister dort ausstellen.

Ob so ein Event für uns Autoren interessant ist, hängt hauptsächlich von der Frage ab, wer ausstellt und ob es ein spezielles Programm für Schreibende gibt. Ich habe versucht, die Wichtigsten in diesem Messekalender zu sammeln, denn sie sind nicht immer ganz einfach zu finden.

Welche Messe ist für mich die richtige?

Hier stelle ich dir kurz ein paar Veranstaltungen von verschiedensten Formaten vor und warum sie für dich als (angehende/r) Autor/in spannend sein könnten. Danach erhältst du mit dem Messekalender einen Überblick über die Veranstaltungen.

Leipziger Buchmesse (15.-18.03.2018)

  • Eintritt / Fachbesucher: ca. € 19 Tageskarte, € 33 Dauerkarte / € 15 Tageskarte, € 27 Dauerkarte
  • Für Autoren interessant, weil es einen eigenen Fachbereich („autoren@leipzig“) und knapp 160 Veranstaltungen speziell für Autoren gibt.
  • Angebot für Autoren: Autorencamp; Lektorensprechstunde; „Autoren-Shelfie“ zum Aufbau eines virtuellen Treffpunktes für Autoren; Bloggerlounge; Leipziger Autorenrunde als Konferenzformat für Schreibende (Achtung: Anmeldung und extra Ticket erforderlich - ich bin auch wieder als Refferentin dabei); Vorträge, Präsentationen, Workshops und Gespräche für Autoren rund um das Thema Marketing, Recht, Schreiben, Ideenfindung, Illustrieren und Veröffentlichen.
  • Für Autoren geballte Informationen rund um alle Themen, die sie beschäftigen könnten.

http://www.leipziger-buchmesse.de/Themen/autoren-leipzig/

Mein Favorit

Durchblick mit dem Messekalender für Autoren

Love Letter Convention Berlin (12.-13.05.2018)

  • Eintritt: ca. € 45 Tagesticket
  • Für Autoren interessant, wenn sie Liebesromane schreiben.
  • Angebot für Autoren: Workshops zum Thema Schreiben und Selfpublishing.
  • In kleinerer Runde und mit speziellem Fokus auf das romantische Schreiben, eine tolle Alternative zu den großen Messen.

http://www.loveletterconvention.com/


Buchmesse Hofheim (9.-10. Juni 2018)

  • Eintritt: ca. € 5,-
  • Für Autoren interessant, weil die Atmosphäre wesentlich persönlicher ist, als auf den großen Messen. Self-Publisher und kleine Verlage stehen im Fokus.
  • Angebot für Autoren: für geringe Kosten kann man selbst ausstellen und damit auch Lesungen halten – ideal für Einsteiger; Buchverkauf möglich.
  • Falls man in der Nähe wohnt, lohnt es sich bestimmt, hier mal reinzuschauen bei den äußerst freundlichen Veranstaltern – einer lokalen Buchhandlung!

http://www.buch-messe.com/


Frankfurter Buchmesse (11.-15.10.2017)

  • Eintritt / Fachbesucher: ca. € 19 Tageskarte, € 30 Dauerkarte, € 46 Familienkarte / € 68 Tageskarte, € 128 Dauerkarte
  • Für Autoren interessant, weil (ähnlich wie Leipzig) unzählig viel Programm speziell für Autoren geboten wird.
  • Angebot für Autoren:In der Autoren Area in Halle 3.0 finden Workshops, Panels und Präsentationen rund ums Thema statt. Es gibt eine eigene Self-Publishing Area, aber auch für Autoren, Lektoren, Blogger, Grafiker etc. ein umfängliches Programm.
  • Wer Leipzig verpasst hat, sollte sich diese Messe ​nicht entgehen lassen – das ​große Angebot für Autoren ist bei dem ​kleinen Eintrittspreis der absolute Favorit gegenüber den „Kleinen“.

http://buchmesse.de/de/im_Fokus/self-publishing/


Online Autorenmesse (27.Okt. -04. Nov.2017) 

  • Eintritt: Während der Woche gratis!!!
  • Für Autoren interessant, weil es eine Veranstaltung speziell für (künftige) Romanautoren ist.
  • Angebot für Autoren: Experten teilen ihr Wissen zu allen Themen, die einen Schriftsteller betreffen: von Kreativität über Schreibstil bis hin zur Arbeit mit Dienstleistern wie Agenten, Verlagen, Lektoren und Grafikern. Es gibt rechtliche Tipps, wirtschaftliches Wissen und Tipps zum Marketing für Autoren. Deutschlands größtes Onlineevent nur für Autoren!
  • Da es kostenlos ist und jeder von Zuhause aus teilnehmen kann, gibt es keinen Grund, nicht an diesem Highlight im Autorenkalender teilzunehmen!

​https://online-autorenmesse.de


Was ist ein Fachbesucherausweis?

Wie du noch mehr aus einem Messebesuch holst

Als Autor Fachbesucher auf der Buchmesse - wie geht das?

Große Messen wie Leipzig und Frankfurt bieten sogenannten Fachbesucherausweise an. Diese sind zwar nicht immer günstiger als der normale Eintritt (in Leipzig schon, in Frankfurt sind sie sogar deutlich teurer), aber sie ermöglichen auch den Zutritt an den Fachbesuchertagen, an welchen in Frankfurt das breite Publikum noch nicht in die Hallen darf. Das ist extrem reizvoll, weil es ruhiger zugeht und man viel bessere Gelegenheiten hat, Kontakte zu knüpfen.

Außerdem gibt es für Fachbesucher gesonderte Fachbereiche und -veranstaltungen, plus Zugang zu diversen Messeparties. Insgesamt eine tolle Sache, daher solltest auch du unbedingt als Fachbesucher zur Messe gehen.

Doch wie kommt man an so einen Fachbesucherausweis?

Wenn du dir nicht ganz sicher bist, dann solltest du den Fachbesucherausweis unbedingt vorher online beantragen – die freundlichen Mitarbeiter der Buchmesse Leipzig prüfen die Bestellung nämlich einzeln und du kannst sie auch einfach anrufen, wenn du Zweifel hast. Auch in Frankfurt würde ich bei Fragen, ob du dich als Fachbesucher qualifizierst, einfach anrufen. In der Hektik am Messetag könnte unter Umständen eine vorschnelle und für dich ungünstige Entscheidung an der Kasse getroffen werden, als in der Ruhe im Vorfeld.

Auf Nachfrage hat man mir verraten, dass es zumindest in Leipzig sogar möglich ist, einen Fachbesucherausweis zu bekommen, wenn man unter einem Pseudonym als Self-Publisher ein Buch veröffentlicht. Wie man mir in einem sehr freundlichen Gespräch versicherte, wird auch hier der Ausweis erteilt, wenn man glaubhaft machen kann, dass man der Autor des selbstverlegten Buches ist.

(Vorsicht ist allerdings geboten, falls man sein Pseudonym auf dem Ausweis stehen haben möchte – dann gilt das öffentliche Verkehrsticket nicht, da dieses nur in Verbindung mit einem Personalausweis gültig ist. Daher den Ausweis lieber auf den echten Namen ausstellen lassen).

Fachbesucher sind Autoren, Lehrer und Erzieher, Buchhändler, Bibliothekare, Verleger, Übersetzer, Lektoren, Verlagsvertreter, Agenten, Studenten oder Auszubildende im Verlagswesen, Designer, Grafiker und Illustratoren.

Hierrüber benötigt man einen Nachweis in irgendeiner Form, den man entweder im Vorverkauf online hoch lädt, oder bei der Tageskasse vorzeigt. Zur Not kann man auch das eigene Buch als Beleg mitbringen.

Jetzt glaubst du vielleicht, dass das für dich nicht in Frage kommt, wenn du noch nichts veröffentlicht hast. Weit gefehlt!

Jeder, der sich ernsthaft mit dem Veröffentlichen von Büchern auseinandersetzt, kann ein Fachbesucher sein!

Wenn du also gerade an deinem ersten Buch schreibst und vielleicht schon einen Kurs besucht hast, mit Verlagen oder Agenten im (eMail-) Kontakt warst oder bereits einen Entwurf deines Buchcovers hast, dann druck aus was du hast und verwende es als Nachweis.

Alle meine Schüler und Absolventen erhalten von mir eine Teilnahmebestätigung, mit der sie einen Fachbesucherausweis beantragen können. Wenn du an einem meiner Kurse teilgenommen hast und deinen Nachweis gerade nicht findest, frag mich einfach – ich stelle ihn dir gerne nochmal aus.

Aber auch wenn du nicht bei mir im Kurs warst: Verwenden kannst du eigentlich alles, was andeutet, dass du ernste Absichten als Autor hast.

In dem Sinne: Trau dich einfach, du hast nichts zu verlieren! Höchst wahrscheinlich wirst du wirklich als Fachbesucher auf einer der größten Buchmessen überhaupt eingelassen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Das ist ein großartiges Gefühl!! Diesen Schub für das Selbstbewusstsein und die Motivation wünsche ich jedem, der sich mit dem Schreiben befasst, man nimmt nach dem Erlebnis das Schreiben auch gleich noch viel ernster. Also hol es dir, dein „Profiticket“!

Hier noch die Fachbesucher-Links für die beiden größten Buchmessen:

http://www.leipziger-buchmesse.de/Fachbesucher/Profil/

http://www.buchmesse.de/de/tickets/fachbesuchertickets/


Der Messekalender für Autoren

Alle Veranstaltungen rund um das Thema Buch

Weil es so schwer ist, einen umfassenden Autoren-Veranstaltungskalender für den deutschsprachigen Raum zu finden, habe ich für dich in folgender Übersicht alles zusammengetragen, was ich finden konnte: sämtliche Buch-Veranstaltungen im Jahr, die Großen wie die Kleinen. Falls du ein Event kennst, das hier nicht gelistet ist, schreib es mir unbedingt, dann nehme ich es mit auf.
Die Daten variieren selbstverständlich jedes Jahr, sind aber meist im gleichen Monat wie im Vorjahr. Auch kann es mal sein, dass eine Veranstaltung ganz ausfällt oder eine neue dazu kommt. Die Preise beziehen sich auf 2017 und können daher auch leicht verändert sein.

Nicht jedes Event hat ein spezielles Programm für Autoren, aber neue Kontakte knüpfen, Ideen recherchieren und netzwerken kann man natürlich überall.


Veranstaltungen für Autoren

Datum

Veranstaltung + Link

Eintritt

Zielgruppe

Spezielles Autorenprogramm

24./25. Januar 2019

future!publish Berlin

290 €

Kongress für die Buchbranche: Verlage, Dienstleister, Buchhandlungen

nicht ersichtlich

23.02. - 11.03 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Leser

nicht ersichtlich

26.06. - 26.03. 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Leser

nicht ersichtlich

02. - 18. März 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Kinder und Eltern

Nein, aber gut für Inspiration und Recherche

03.-11. März 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Kinder und Eltern

Nein, aber Kinderbuchautoren können in Themenstände ihre Bücher für wenig Geld ausstellen

6.-17. März 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Leser

Eventuiell

15.-18. März 2018

€ 19 Tageskarte,
€ 33 Dauerkarte

Fachbesucher:
€ 15 Tageskarte,
€ 27 Dauerkarte

Leser, Autoren, Dienstleister für Autoren, Autorenportale, Disptriburen, Verbände.
Alles Rund um Buch, Schreiben und Veröffentlichen.

160 Veranstaltungen für Autoren;
Autorencamp, Lektorensprechstunde, Autoren-Community etc.
Autoren-Gemeinschaftsstand mit Leseinsel
eigener Messebereich für Autoren: autoren@leipzig
Leipziger Autorenrunde
Meet & Greet zwischen Autor und Verlag
Indie Autor Preis
Fachbesucherservices für Autoren

Start 11. Märzl 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Krimifans

Nein, aber gut für Inspiration und Recherche

24.03. - 0 2.04. 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Krimifans

Nein, aber gut für Inspiration und Recherche

19. - 24. Märzl 2018

pro Lesung € 10,-

Krimifans

Nein, aber gut für Inspiration und Recherche

07. – 14. April 2018

je nach Paket unterschiedlich

Autoren

Diskussionen, Gruppenarbeit, Workshops, Schreibwettbewerb, Vorträge

25. – 29. April 2018

Genfer Buchmesse (französisch-sprachig)

CHF 12.-

Leser, Verleger, Autoren, Vertriebsfirmen, Händler, Medien, Dienstleister etc.

Noch kein aktuelles Programm

25. - 29. April 2018

€ 8,-

Liebesromanfans

Delia ist eine Vereinigung von Liebesroman-Autoren. Es gibt einen öffentlichen und einen geschlossenen Teil, aber kein spezielles Programm. Dafür aber den direkten Kontakt zu vielen Autoren, vor allem Profiautoren und auch mal zu Agenten

02. - 06. Mai 2018

je nach Veranstaltung unterschiedlich

Autoren, Verlagsmitarbeiter, Agenten, Blogger, Kritiker und Krimifans

Podiumsdiskussionen, Vorträge und Seminare

10. Mai 2018

€ 90,-

Autoren und angehende Autoren

Vorträge, Lesungen und Workshops rund um das Thema Schreiben

21. - 13. Mai 2018

Ein Forum für das aktuelle Literaturschaffen in der Schweiz

Vorträge, Lesungen und Diskussionen

12.-13. Mai 2018

Tagesticket 45 EUR
Wochenendticket 59 EUR

Autoren und Leser von Liebesromanen

Workshops zum Thema Schreiben und Selfpublishing; Autoren können Lesungen, Meet & Greets, Autorenblinddates und Signierstunden abhalten.
Round Table mit Leser, Verlag und Autor rund um Thema Liebesroman; Diskussionspanels etc.

26. Mai 2018

Tageskasse: 179,00 € zzgl. 19% MwSt.

Messe speziell für Autoren, mit Fokus auf Selfpublishing – aber auch Schreiben generell

Workshops zum Thema Schreiben und Selfpublishing

01.-02. Juni 2018

€ 219,-

Tagung für Autoren, Lektoren & Agenten

Vorträge; Pitching-Sessions, in welchen Autoren ihre Werke Verlagen, Lektoren und Agenten vorstellen um kurzes Feedback zu erhalten

9. Juni 2018

€ 27,12 (inkl. Essen und Trinken)

Richtet sich an Blogger, bietet aber viele Themen für Autoren

Workshops von Autoren, Lektoren …

9. – 10. Juni 2018

€ 5,-

Messe von Autoren für Autoren und Leser. Ausstellen werden
Self-Publisher, Autoren, Verlage, Lektorate, Dienstleister usw. – alles, was zum Buch dazu gehört.

Jeder Aussteller hat die Möglichkeit eine Lesung seiner Werke zu halten

16.-17. Juni 2018

€ 20

Barcamp für Menschen, die Bücher lieben; auch mit Themen für Autoren

Barcamp: spontane Workshops, Diskussionen, Vorträge je nach Angebot und Nachfrage

05. - 15. September 2018

Einzelkarte (wenn nicht anders angegeben) € 4 bis € 12 mit Ermäßigungen, Schüler € 4
Tageskarte € 18, ermäßigt € 14, Schüler € 8
Gesamtkarte Festival € 60, ermäßigt € 50, Schüler/Freundeskreis € 40

An Literatur Interessierte

vereinzelt Fotografie, Grafik und Schreibworkshops, aber meist Lesungen und auf Theater konzentrierte Workshops

11.-15. Oktober 2017 / 10. – 14. Okt 2018

€ 19 Tageskarte, € 30 Dauerkarte, € 46 Familienkarte / € 68 Tageskarte, € 128 Dauerkarte

Leser, Autoren, Verlage, Dienstleister etc. Spezieller Fokus auf Self-Publishing in Halle 3.0

In der Self-Publishing Area finden Workshops, Panels und Präsentationen rund ums Thema statt

28.10. - 04.11. 2018

Kostenlos während der Woche

Autoren, angehende Autoren und Schreibinteressierte im Bereich Romane

Gesamte 8-tägige Veranstaltung ist speziell für Autoren ausgelegt und beleuchtet mit den absoluten Experten der Branche gemeinsam alle Aspekte, die für Autoren auf dem Weg zum eigenen Roman entscheidend sind!

07. - 11. November 2018

Noch nicht bekannt gegeben

Leser, Autoren, Journalisten, Verleger, Blogger, Dienstleister etc.

Noch nicht bekannt gegeben

09. - 11- November 2018

Einzeltickets CHF 15
Tagespass Freitag oder Sonntag CHF 40
Tagespass Samstag CHF 70
Zweitagespass CHF 85
Festivalpass CHF 100

Publikumsmesse

Nichts ersichtlich bzw. noch nicht bekannt gegeben

24./25. November 2018

€ 5,-

Leser

Nichts ersichtlich bzw. noch nicht bekannt gegeben

14.11. - 03.12. 2018

Ausstellung frei, Lesung je nach Programm

Leser, teilw. Autoren

Kreativer Schreibworkshop;
Vortrag „erfolgreich Starten in die Buch- und Medienbranche“

vsl. Dez 2018 (tbd)

KIBUM =
Ulmer Kinder- und Jugendbuchmesse

Noch nicht bekannt gegeben

Kinder und Eltern

Nicht ersichtlich

Mein persönlicher Tipp:

Wie du die wertvollsten Inhalte der großen Buchmessen bekommst, dafür aber keinen Cent zahlen musst und gemütlich zu Hause bleiben kannst …

Jurenkas Tipp

Oft werde ich gefragt, welche Veranstaltung ich Autoren in diesem Termin-Dschungel wirklich empfehle. Für die Antwort muss ich nicht lange nachdenken: ganz klar die Online Autorenmesse im Oktober/November! https://online-autorenmesse.de

Warum ich mir da so sicher bin? Weil ich sie selbst ins Leben gerufen haben, um angehenden Autoren die bestmöglichste Hilfe zu geben, damit ihr Roman ein voller Erfolg wird! Sie soll für jeden zugänglich sein, egal wo er oder sie wohnt oder was der Geldbeutel gerade sagt. 

https://online-autorenmesse.de

Inspiriert von dem riesigen Angebot und dem niedrigen Preis bei meinem zweiten Event-Favoriten, der Leipziger Buchmesse, habe ich mich mit den Experten der Branche zusammengeschlossen, um noch mehr Hilfe für Autoren anzubieten, zu einem noch günstigeren Preis – nämlich völlig umsonst!

Mit diesem Anspruch haben wir 8 ganze Tage randvoll gepackt mit wirklich allem, was Autoren auf ihrem Weg zum Bestseller benötigen. Es plaudern die bekanntesten und besten Experten aus dem Nähkästchen, verraten euch ihre Geheimnisse zum Erfolg und geben unfassbar greifbare Hilfe für alle Teilnehmer.

Mit solch professioneller Unterstützung direkt von den Profis kann dein Roman ja nur noch einschlagen .


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Teil III: Wie plane ich richtig - die Buchmesse Checkliste

Und hier habe ich für dich eine Art Messeknigge, der dir dabei helfen soll, deinen Messebesuch zu planen – inklusive einiger Tipps für den Kontakt mit Verlegern und Agenten. Du kannst dir außerdem eine Buchmesse Checkliste für deinen Messebesuch herunterladen!

Die ungeschminkte Wahrheit: so sieht ein Messetag wirklich aus

Warum Vorbereitung so wichtig ist

Es geht los, du freust dich riesig auf den Messetag und was er alles mit sich bringen wird. Am Haupteingang angekommen kaufst du dir erst einmal ein Ticket. Mist, da wären ja die öffentlichen Verkehrsmittel gratis mit dabei gewesen, stellst du fest. Na egal, erstmal rein und umsehen.

Du lässt dich treiben durch die Massen von Menschen, vorbei an jeder Menge Messeständen mit Büchern, die du gar nicht kaufen kannst. Dafür wird dir an jeder Ecke etwas in die Hand gedrückt: Flyer, kleine Geschenke, Süßigkeiten – sogar ein Luftballon. Langsam wird die Messetüte, die du am Eingang bekommen hast, immer voller und mit deiner Jacke auf dem Arm fühlst du dich mittlerweile ganz schön beladen.

Du entscheidest dich, eine Kaffeepause einzulegen, dich kurz hinzusetzen und dich zu orientieren, was es für dich noch Spannenderes geben könnte: Stände mit Büchern kennst du ja jetzt.

War da nicht gerade irgendwo eine Bar? Ach ja dort vorne. Dort gibt es scheinbar etwas gratis, prima. Doch beim Näherkommen stellst du fest, die Menschenansammlung hat nichts mit Freigetränken zu tun, denn die Preise sind gesalzen. Es scheint einfach der Mittagsandrang zu sein, Sitzplatz gibt es auch keinen mehr.

Du drängelst dich zur Theke, kaufst einen Kaffee und ein Sandwich für zusammen fast €15 Euro und suchst dir eine Ecke, in der du nicht ständig angerempelt wirst. Sandwich auspacken mit Kaffee in der Hand gestaltet sich etwas schwierig und die Jacke ist dir enorm im Weg. Endlich steht jemand direkt vor dir auf und du schnappst dir den Platz. Sitzen, endlich.

Dir fällt auf, wie sehr deine Füße in den schicken neuen Schuhen schmerzen. Aber jetzt erstmal das Programm vom Eingang herauskramen. Wow, das ist ja ähnlich überladen wie eine Fernsehzeitschrift! Du überfliegst die Veranstaltungen und findest einen richtig spannenden Workshop über das Schreiben von Romanen – nur leider hat der stattgefunden, als du gerade erst das Haus verlassen hast, das ist wirklich ärgerlich. Aber in 10 Minuten würde ein anderer spannender Workshop beginnen, über das Gestalten von Figuren. Perfekt.

Du startest los, suchst die Richtung zum Autorenbereich, hetzt durch die Massen und Hallen, schaust auf den Plan – und endlich, 10 Minuten zu spät, findest du den Veranstaltungsort. Doch die Ansammlung vor der Türe verheißt nichts Gutes und tatsächlich: voll!

Erschöpfung auf der Buchmesse
Erschlagen von der Buchmesse

Völlig enttäuscht gehst du in die leere Veranstaltung gegenüber, auch wenn sie dich eigentlich gar nicht interessiert. Aber Hauptsache sitzen! Eigentlich hast du genug von der Messe und irgendwie schummrig ist dir auch, aber du wolltest ja noch dein fertiges Manuskript bei einem Verlag abgeben. Auf dem Weg zum Ausgang findest du einen riesigen Verlagsstand, an dem auch gerade ein Mitarbeiter frei ist – perfekt.

Leider verläuft das Gespräch überhaupt nicht, wie erwartet und du wirst sehr schnell wieder auf den Weg geschickt, ohne jedes Interesse an deiner Story oder deinem Manuskript. Der Mitarbeiter hat zwar dein Manuskript angenommen, aber irgendwie hat er entnervt gewirkt. Wollte er dich vielleicht nur loswerden? Landet dein Manuskript am Ende im Papierkorb?!

Mit Blasen an den Füßen und einem dröhnenden Kopf schleppst du dich zum Ausgang und freust dich nur auf dein Sofa daheim.

Mir und vielen Menschen in meinem Umfeld ist es schon so ähnlich ergangen.

Damit dein Messetag völlig anders aussieht und du am Abend glücklich statt frustriert auf dein Sofa sinkst, kommt hier die Abhilfe:


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Mit ein paar Tricks zum Messeprofi werden

Survival-Tipps für einen gut genutzten Tag

Um sich wie Tarzan durch den Messedschungel zu schwingen, in dem so viele Andere verloren gehen, gilt: die Vorbereitung ist so wichtig wie die Bücher für die Messe selbst. Um den Messetag für dich zu einem vollen Erfolg zu machen, geh am besten diese sechs Schritte durch, und es kann dir (fast) nichts mehr passieren.

  • Was will ich dort?

Mach dir klar, warum du überhaupt auf die Messe gehst. Einfach mal Messeluft schnuppern? Netzwerken? Verlage finden? Etwas lernen? Alles zusammen?

Wenn du dein Ziel kennst, fällt es dir leichter, den Weg zu finden.

Welche Messe hilft dir bei deinem Vorhaben am besten? Falls du unsicher bist oder Inspiration brauchst, schau nochmal oben in meinen Veranstaltungsüberblick für Autoren.

  • Mach im Vorfeld Termine aus

Egal ob Verlage, Autoren oder andere Service-Anbieter, denen du folgst: Viele teilen auf Facebook und Co. ihre Messekalender, damit jeder weiß, wann sie wo zu treffen sind. Falls du ein persönlicheres Gespräch möchtest, nimm im Vorfeld Kontakt auf und versuche einen Termin zu vereinbaren. Bei Verlagen ist dies leider nicht so einfach, aber ich verrate dir gleich weiter unten ein paar Tricks dazu.

  • Sieh dir das Programm vorher an

Um nicht von den besten Veranstaltungen zu erfahren, wenn sie vorbei sind, sieh dir auf jeden Fall das Programm schon zu Hause an (Details dazu findest du auf der Website der jeweiligen Messe) und schreib dir raus, wo du gerne hingehen möchtest.

Jurenkas Tipp

 Es lohnt sich auch, auf den Social Media Seiten die Augen offen zu halten, denn sowohl die Messe selbst, als auch die Fachseiten veröffentlichen dort gerne Veranstaltungshinweise.

Tipp: Übrigens haben Leipzig und Frankfurt mittlerweile sogar eigene Apps, mit denen du ganz praktisch Programm, Übersichtspläne und weitere nützliche Infos in deine Hand bekommst.

  • Erstelle dir deinen persönlichen Messe-Zeitplan

Einfach mal treiben lassen ist eine sehr schöne Sache, aber idealerweise siehst du dies als einen „Programmpunkt“ in deinen persönlichen Tagesablauf – denn hier liegt sonst der Anfang vom Ende.

Am besten plant man einen Messetag, indem man zuerst die Veranstaltungen herausschreibt, die man keinesfalls verpassen möchte, dann die Termine und Treffen dazwischen einplant und zuletzt setzt man Blöcke für „Pause“, „Treiben lassen“ etc.

Ganz wichtig ist, genügend Zeit zwischen deinen einzelnen Programmpunkten zu lassen, denn oft werden weite Wege durch verstopfte Gänge, Toilettenpausen und sich ergebende Anschlussgespräche nach Veranstaltungen völlig unterschätzt.

Wenn du großem Gedränge aus dem Weg gehen möchtest, plane beispielsweise deine Mittagspause außerhalb der Stoßzeiten. Ein weiterer Tipp ist auch, lieber etwas zu früh zu den Veranstaltungen zu gehen, um nicht vor vollen Räumen zu stehen, sondern eventuell sogar einen Sitzplatz zu ergattern (ahhhhhh! *Seufz*).

Stuhl ergattert auf der Buchmesse
  • Ticket online kaufen

Bei den großen Messen rate ich dir dazu, die Eintrittskarte vorher online zu kaufen, ganz besonders, wenn du als Fachbesucher hingehen möchtest. Aber auch falls du wirklich „nur“ Besucher bist: Manchmal ist der Onlinekauf sogar günstiger, du sparst dir die Schlangen am Messeeingang und hast das Ticket bereits für die Anreise – denn oft ist es gleichzeitig ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr.

  • Packen

Zuletzt solltest du dir überlegen, was du alles mitnimmst. Um es dir leichter zu machen, habe ich hier für dich eine kleine Packliste zum Herunterladen zusammengestellt.

Denk vorallem an einen Rucksack für genügend Getränke und Snacks, denn die Messepreise sind sehr hoch und oft mangelt es dann plötzlich auch an Zeit. Dazu kommen schlechte Luft und ein anstrengender Tag, was nicht selten den Kreislauf absacken lässt.

Gut gerüstet zur Buchmesse

Volle Handyakkus sind besonders wichtig, wenn du dich auf eine App verlässt oder Infos aus dem Internet holen möchtest. Es gibt zwar manchmal vereinzelt Ladestationen, aber ich muss dir ja nicht erwähnen, was da los ist. Am einfachsten wäre ein mobiler „Powerbank“ Lader, falls du so etwas besitzt.

Am wichtigsten ist aber bequemes Schuhwerk – glaube mir!

Aber schau einfach mal in meine Buchmesse Checkliste rein, dort habe ich dir alles übersichtlich zusammengestellt, woran du denken solltest.

Mit diesem kleinen Planungsaufwand dürfte dein Messetag ziemlich erfolgreich verlaufen. Wenn du dir zum Messeziel gesetzt hast, deine Autoren-Karriere nach vorne zu bringen, ist für dich selbstverständlich die Wahl der vielversprechendsten Veranstaltungen, das richtige Auftreten und Netzwerken das A und O.

Falls du mit Verlagen in Kontakt treten möchtest, begehe bitte bloß nicht den Fehler, einfach zu einem Stand hinzugehen und ihnen dein Manuskript in die Hand zu drücken. Das ist der sicherste Weg, nichts zu erreichen.

Der erste Kontakt mit einem Verlag

Wie du deine Chancen auf Erfolg erhöhst

Klar, es wäre ein Traum, wenn du auf der Buchmesse deinen Roman bei einem Verlag unterbringen könntest. Es gibt auch viele Geschichten dazu, einige davon sind Mythen, andere 20 Jahre alt und damit einfach nicht mehr aktuell. Die Verlagswelt verändert sich auch mit der Zeit.

Natürlich bietet aber gerade eine Buchmesse super Kontaktmöglichkeiten und damit auch tolle Gelegenheiten, einen passenden Verlag zu finden. Aber … wenn du diesen Weg gehen willst, dann bereite dich darauf vor! Das erhöht deine Chancen extrem, bei den passenden Leuten im Gedächtnis zu bleiben.

Gerade bei der Kontaktaufnahme mit Verlagen entscheidet die Vorbereitung, die Art der Ansprache und des Gespräches über Erfolg und Misserfolg.

Jetzt ganz konkret:


Du hast noch kein fertiges Manuskript?

Ohne fertiges Manuskript wird es schwierig, dein Buch an den Verlag zu bringen. Sogar gestandene Autoren müssen heutzutage oft ihr Buch fertig schreiben, bevor der Verlag es abnimmt. Ein Verlag will insbesondere bei Erstautoren sehen, dass sie ihr Werk auch fertigstellen können.

Du kannst trotzdem schonmal passende Verlage suchen. An den Ständen auf den großen Messen bekommst du Verlagsprogramme für das nächste halbe/ganze Jahr. Das kannst du in Ruhe zu Hause studieren, um zu sehen, ob dieser Verlag zu dir und deinem Buchprojekt passt.


Recherchiere im Vorfeld, in welche Verlage dein Buch passen würde und welche davon auf der Messe sein werden

  • Damit du sinnvoll recherchieren kannst, solltest du das Genre deines Romans kennen (du brauchst deinen Roman niemanden anzubieten, der dein Genre gar nicht verlegt).
  • Dann recherchierst du passende Verlage im Internet, gern auch in einer Buchhandlung oder im Handbuch für Autoren vom Uschtrin Verlag oder Handbuch für Erstautoren vom Autorenhaus Verlag. (Sehr empfehlenswerte Bücher, auch wenn das eine nicht günstig ist!)
  • Von den Verlagen, die passen könnten, schaust du auf den Webseiten, ob sie überhaupt Manuskripte suchen. Eventuell findest sogar schon einen passenden Kontakt. Unbedingt notieren!
  • Nun brauchst du den Messekatalog und findest heraus, ob sie auf der Messe vertreten sind (die Standorte evtl. schon notieren).
Vorbereitung für die Buchmesse und den Verlagskontakt

Du kannst natürlich spontan auf der Buchmesse dort erscheinen und versuchen, ein Gespräch in Gang zu bringen. Das könnte allerdings schwierig werden, weil dort viele Leute sein werden oder der richtige Ansprechpartner gerade unterwegs ist – oder einen TERMIN hat. Dann brauchst du viel Geduld.

Priorisiere die Verlage und steuere als erstes deinen Favoriten an. Eventuell musst du es auch zu verschiedenen Zeiten versuchen. Gleich morgens nach der Öffnung ist aber die beste Uhrzeit.


Vereinbare Termine im Vorfeld, wann immer du kannst

Leichter wirst du es haben, wenn die passende Person sich mit dir für eine Viertelstunde verabredet.

  • Rufe dafür am besten im Verlag an (Telefonnummer auf der Webseite recherchieren, manchmal gibt es auch nur eine eMail Adresse, dann musst du es per auf diesem Wege versuchen). Überlege dir vorher, was du sagen willst (klingt doof, aber oft ist man doch plötzlich nervös).
  • Frage nach, wer auf der Buchmesse sein wird (Namen notieren), am besten nach jemanden speziell für dein Genre fragen.
  • Lass dich durchstellen, wenn möglich, und frage deine Kontaktperson, ob er auf der Buchmesse fünf bis zehn Minuten für dich Zeit haben könnte und wann es ihm passen würde.
  • Sei gut vorbereitet, denn der Verlagsvertreter will vielleicht schon jetzt hören, worum es in deinem Roman geht. Dann wäre es gut, wenn du das in ein bis drei Sätzen sagen könntest! (Au Backe! Lieber mal üben.)
Hilfe, anrufen?! Lieber eine eMail an Verleger oder Agenten schreiben
  • Natürlich könntest du deiner Kontaktperson deinen Roman auch jetzt schon am Telefon anbieten. Aber wenn du die Möglichkeit hast, jemanden persönlich kennenzulernen, dann nutze es. Persönliche Kontakte sind viel, viel erfolgsversprechender. So funktionieren wir Menschen nun einmal.
  • Du bekommst weiche Knie, bei der Vorstellung dort anzurufen? Dann schreib eine eMail. Frag darin, wer denn wann auf der Buchmesse sein wird und für welche Bereiche diejenigen im Verlag zuständig sind (gut möglich, dass du diese Info nicht gleich erhältst, aber du frag einfach). Du kannst dann eventuell an die passende Person auch noch eine eMail schicken - oder du weißt wenigstens schon mal, wann sie da ist, und kannst sie mit Namen ansprechen. Ein total unterschätzter Vorteil! Du kommst dort an und fragst, ob es möglich wäre mit Herrn / Frau XY zu reden … das wirkt wesentlich professioneller und wird dich leichter ans Ziel führen.

Ansprache auf dem Messestand

Bereite dich auf das Gespräch vor, damit du auch in ganz kurzer Zeit alles Wichtige unterbringst und vor allem überzeugst!

  • Zeige, dass du dich informiert hast und nicht hausieren gehst! (Hier könnte ich tausend Ausrufezeichen setzen!!)
    „Hallo, mein Name ist …, ich habe einen Roman/Genre (Thriller/Liebesroman etc.) geschrieben, der vielleicht in Ihren Verlag passen könnte. Wenn Sie oder einer Ihrer Kollegen fünf Minuten Zeit hätte, können Sie mir vielleicht sagen, ob ihr Verlag Manuskripte wie meines sucht.“
    Das ist natürlich nur ein Beispiel. Ändere es ab, sei aber knapp und konkret.
    Ein riesen Vorteil ist es, wenn du schon Namen kennst und danach fragen kannst. „Ich suche Frau/Herrn sowieso. Können Sie mir sagen, wo ich sie / ihn finde und ob sie / er einen Augenblick Zeit für mich hätte?“
    Vielleicht findest du die passende Person auch schon anhand des Namensschildes.
  • Wenn du ins Gespräch kommst, wäre es schön, wenn du sagen kannst, warum du diesen Verlag für deinen Roman geeignet hältst. Gibt es dort bereits ähnliche Bücher wie deines, die gut verkauft werden? Ist dir der Verlag aus anderen Gründen wichtig?
  • Du kannst deinen Roman „pitchen“ bzw. ganz kurz zusammenfassen? Super, das ist nämlich wahnsinnig wichtig, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die Zeit deiner Kontaktperson ist zu wertvoll, um sie zu verschwenden, und du wirkst viel professioneller, wenn du kurz und knapp die entscheidenden Punkte zusammenfasst. Übe das unbedingt vorher, sonst gerätst du am Ende doch ins Schwafeln.
  • Du solltest sagen können, wie viele Normseiten dein Roman hat. Auch das ist ein Zeichen von Professionalität.
  • Falls du Kurse besucht hast und es passt, kannst du auch das erwähnen. Ebenso, wenn du kritikerprobt bist. Das kann für den Verlag ein gutes Zeichen dafür sein, dass eine Zusammenarbeit mit dir leichter sein wird.
  • Wenn es gut läuft, fragst du, ob du dein Exposé zuschicken darfst und wenn ja, an wen. Erfrage auch, in welcher Form es gewünscht ist (notieren), wenn es nicht schon auf der Webseite stand.
  • Visitenkarte einstecken (an einen sicheren Ort, damit sie nicht verloren geht. Eventuell abfotografieren). Du kannst dir auch auf der Visitenkarte noch etwas notieren, damit du sie später schneller zuordnen kannst (falls du am Ende deines Messebesuchs 20 und mehr Karten hast).
  • Erhältst du schon hier eine Absage, darfst du kurz nachhaken, woran es liegt. Sind zum Beispiel die Programmplätze schon für die nächsten drei bis vier Jahre belegt? (Was gut möglich ist!) Dann frage nach, ab wann es sich wieder lohnen würde, Kontakt mit dem Verlag aufzunehmen.

Nacharbeit – Messe vorbei? Aktiv werden …

Wenn du wieder zu Hause bist, dann solltest du deine Kontaktdaten natürlich nochmals anschauen und sortieren. Schreibe dir möglichst bald nach der Messe Notizen zu einzelnen Gesprächen auf – und zwar so, dass du sie später wieder gut findest. ;-)

Hattest du Erfolg auf der Messe und du darfst dein Manuskript jemanden zuschicken? Super, herzlichen Glückwunsch! Dann schreibe die Person ein bis zwei Wochen nach der Messe an und erwähne das Gespräch auf der Messe!

Die Kunst hierbei ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Eventuell nicht gleich direkt nach der Messe, da hat sich bei deiner Kontaktperson sicher ein Haufen Arbeit angesammelt. Aber auch nicht zu spät. Vielleicht erinnert sie sich noch an dich und das wäre sicher ein Vorteil.

Visitenkarten von der Buchmesse aufarbeiten

Notiere dein Fazit. Gibt es Verlage, bei denen du es weiter probieren möchtest? Kannst du etwas für die Zukunft verbessern? Was hat dir auf dieser Messe am meisten gebracht, was weniger?


Wie ist das mit Agenten auf der Buchmesse?

Auf der Buchmesse im Fahrstuhl seinen Roman anbieten

Literaturagenten kann man natürlich auch auf der Buchmesse treffen, zumindest auf den großen Messen. Wobei ich meine Agentin auf der DeLiA getroffen habe, die nicht sehr groß ist, dafür aber viele Profi-Autoren als Mitglieder hat. Es lohnt sich also auch nach Agenten Ausschau zu halten. Aber … die Chancen sind hier eher gering.

Auf der Frankfurter Buchmesse haben die Agenturen sogar einen geschlossenen Bereich, in den man nur gelangt, wenn man von einer Agentur eingeladen wurde und namentlich auf einer Liste steht. Aber vielleicht triffst du ja DEN Agenten im Fahrstuhl oder auf dem Raucherbalkon

Dann sollte dein Pitch besonders gut sitzen, damit du in dieser ganz kurzen Zeit überzeugen kannst und eine Visitenkarte erhältst.

​Aber bitte nicht zu arg aufdrängen (ich habe da gleich üble Szenen im Kopf, wie sich Autoren um den einen Agenten prügeln – jaja, die Autoren-Fantasie).

Recherchiere auch hier schon im Vorfeld, welche Agenturen denn für dich in Frage kämen (wieder im Internet oder den oben genannten Handbüchern für Autoren). Für den Fall der Fälle.

Und wenn du die ganzen recherchierten Infos am Ende nicht auf der Buchmesse gebraucht hast, war die Mühe dennoch nicht umsonst! Du hast dich damit professionalisiert, dich und dein Schreiben ernst genommen. Du wirst dieses Wissen in jedem Fall später verwenden können!

Buchmesse Checkliste

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Messeknigge und Packliste – Die Buchmesse Checkliste

Die Do´s and Don´ts

Geschafft - Vorbereitet für den Buchmessebesuch

Puh, jetzt bist du aber gut für die Messe vorbereitet, oder? Damit du nichts vergisst, habe ich dir eine Buchmesse Checkliste zusammengestellt. Damit kannst du deinen Messbesuch planen und deinen Tagesrucksack packen.

Außerdem verrate ich dir darin die Messe-Todsünden, die dir und den anderen Besuchern nur die Stimmung verderben.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg in Frankfurt, oder wo du dich sonst unter die Profis auf´s Messeparkett mischt.
Ich selbst werde natürlich auch in Frankfurt sein. Falls du ebenfalls dort bist, sag doch Bescheid – ich würde dich sehr gerne treffen.


Ich wünsche dir viel Erfolg auf den Messen und sonstigen Veranstaltungen. Ich hoffe, wir sehen uns – zumindest auf der Online Autorenmesse im November! www.online-autorenmesse.de

Ich freu mich auf dich,

deine Jurenka

P.S.: Hinterlasse gerne einen Kommentar. Schreib mir, ob dir die Buchmesse Checkliste geholfen hat oder ob wenn du noch heiße Tipps für einen Messebesuch hast!

Guten Dialog schreiben

10 Tipps, wie du gute Dialoge schreibst

Dialog schreiben lernen

In meinen Kursen treffe ich meist auf zwei Typen von Autoren: die einen, die kaum Dialoge schreiben, und die anderen, selteneren, die nicht aufhören können, Dialog zu schreiben. Letztere müssen meist Feinschliff betreiben, viel streichen. Erstere brauchen oft einen Schubser und dann noch etwas Übung. Man kann jedenfalls gute Dialoge schreiben lernen! So platzt der Knoten und endlich läuft es rund mit dem Dialog Schreiben.

Dialoge schreiben leicht gemacht
In meinen Kursen treffe ich meist auf zwei Typen von Autoren: die einen, die sich kaum an den Dialog herantrauen, und die anderen, selteneren, die nicht aufhören können, Dialog zu schreiben. Letztere müssen meist Feinschliff betreiben, viel streichen. Erstere brauchen oft einen Schubser und dann noch etwas Übung. Dann platzt der Knoten und endlich läuft es auch mit dem Dialogschreiben.

Egal welcher Typ du bist, ich hoffe, bei meinen 10 Tipps ist für jeden etwas dabei.

Was ist Dialog?

Dialog, auch direkte oder wörtliche Rede genannt, ist das, was jemand ausspricht, wenn er sich mit jemanden unterhält. Man braucht also einen Gesprächspartner für einen Dialog, sonst ist es ein Monolog (jemand führt ein Selbstgespräch). Auch ein Monolog kann wie ein Dialog in Anführungszeichen geschrieben werden - ABER nur dann, wenn er auch laut ausgesprochen wird. Sind es nur Gedanken, also ein innerer Monolog, kann man sie kursiv schreiben oder ein dachte ich/er/sie einfügen, damit der Leser folgen kann.

Indirekte Rede dagegen ist so ähnlich wie ein Bericht über einen Dialog.
Indirekte Rede Beispiel: Er fragte sie, ob sie mit ihm ausgehen würde. Aber sie antwortete läppisch, dass sie schon einen Freund hätte und ihr Kühlschrank außerdem voll sei.
(Du siehst, hierbei wird der Konjunktiv mit hätte/würde/sei benutzt und es liest sich eher sperrig.)

Eine narrative Zusammenfassung eines Dialogs würde sich so lesen:
Er hatte sie gefragt, ob sie mit ihm essen gehen würde. Aber sie hatte ihm läppisch geantwortet, dass sie schon einen Freund und auch einen vollen Kühlschrank hätte.
(Hier wird das Plusquamperfekt verwendet, also hatte gefragt, weil es die abgeschlossene Vergangenheit ist. Das kann man gut verwenden, um kurz zusammenzufassen, was in einem Dialog gesagt wurde, ohne den ganzen Dialog wiederzugeben. Die narrative Zusammenfassung ist wie das Salz in der Suppe. Zu viel macht das Lesen holprig, ohne wirkt die Geschichte, als ob sie keinen Kontext hätte.)

Jetzt aber los zu den 10 Dialog Tipps:

10 Tipps für gute Dialoge

Dialog, also wörtliche Rede, findet statt, wenn zwei oder mehr Menschen bzw. Figuren sich unterhalten. So weit, so klar. Aber im Roman Dialoge schreiben bedeutet normalerweise, dass du keine treue Wiedergabe von „echtem“ Dialog verfasst. Dialoge in Romanen sind künstlich bzw. Kunst. Was kannst du also beachten, um diese Dialoge lebensnah, aber auch sinnvoll und gut lesbar zu schreiben? Denn das Ziel ist ja, den Leser gut zu unterhalten und keinen langweiligen Bericht zu schreiben.

10 Tipps, um richtig guten Dialog zu schreiben

Dialog, also wörtliche Rede, findet statt, wenn zwei oder mehr Menschen bzw. Figuren sich unterhalten. So weit, so klar. Aber wenn du Dialog für deinen Roman schreibst, ist das normalerweise keine treue Wiedergabe von „echtem“ Dialog. Es ist künstlich bzw. Kunst. Was kannst du also beachten, um diese Dialoge sinnvoll und gut lesbar zu schreiben?

​​​1. Figurensprache

Dialoge schreiben mit spezieller Figurensprache

Du hast sicher gute Figuren für deinen Roman konstruiert. Wie traurig wäre es, wenn in deinem Dialog dann versehentlich all deine Figuren klingen, wie du selbst? Das passiert nämlich leider häufig.
Achte darauf, dass deine Hauptfigur genau so spricht, wie eben nur sie sprechen kann. Woran erkennt man sie wieder, wenn man nur den Dialogtext lesen könnte, ohne zu wissen, dass sie gerade geredet hat? Hat sie Lieblingsworte? Wie ist ihr Wortschatz? Flucht sie viel? Gibt es bestimmte Satzbauten, die für sie typisch sind? Unterbricht sie andere ständig oder sich selbst? Wie sieht es mit der Aussprache, der Betonung oder Akzenten aus? Stottert sie vielleicht sogar?
Denke aber bitte daran, nicht zu übertreiben. Sonst wirkt der Dialog schnell überzogen und ist nicht mehr gut lesbar. Aber eine Sprechweise, die für deine Figuren charakteristisch ist, ist für deine Geschichte wie das Salz für die Suppe! Lass es nicht weg!

Salz in suppe
Arbeiter und Student

2. Figuren charakterisieren    

Guter Dialog charakterisiert die Figuren

​So wie deine Figur durch ihre spezielle Sprechweise wiedererkennbar sein soll, so sollte diese auch etwas über die Figur verraten – am besten so, dass du es gar nicht groß in deiner Geschichte erwähnen musst. Aus welcher Region kommt deine Figur? Aus welchem Millieu? Ist sie ​ gebildet? Arm? ​Introvertiert oder ein Draufgänger?

Gleiche Aussage, anderer Sprecher:
„Ey, schmeiß rüber man!“ vs.
„Würden Sie mir bitte das Salz reichen?“
Natürlich ist das überspitzt, macht aber hoffentlich klar, dass man an der Wortwahl schon unglaublich viel von der Figur erkennt. Nutze das!

3. Dialekt u.ä.

Dialog, wie der Schnabel gewachsen ist 

Einen Dialog zu lesen, wie er im wahren Leben vorkommt, wäre sehr anstrengend. Ständiges verhaspeln, nicht abgeschlossene Sätze, ins Wort fallen, viel Umgangssprache ... ​
Geschriebener Dialog soll natürlich klingen, ist aber immer eine Kunstform. Am wichtigsten bleibt, dass der Leser nicht aus dem Lesefluss fällt. Spricht eine Figur zum Beispiel Englisch, so müsstest du jetzt ja eigentlich auf Englisch weiterschreiben. Aber dein Leser liest gerade einen deutschen Roman. Macht also keinen Sinn.​

​Du kannst das lösen, indem du nur ein oder zwei englische Worte einfügst, dann aber auf Deutsch weiterschreibst. Du kannst aber auch erklären, dass deine Figur auf Englisch antwortet. Auch was Dialekt angeht, kannst du so vorgehen.
„Wonderful!“, antwortete sie auf Englisch. „Diesen Ausflug werde ich nie vergessen!“
Oder:
„Ne, ne. Bei uns zieh’n Sie Puschen an. ​Die schmutzigen Äppelkähne da bleiben schön draußen!“ Sie deutete auf Friederikes ausgetretene Schuhe und dann auf den Treppenabsatz vor der Haustür.

Dialekt

4. Zeichensetzung

Wie schreibt man Dialog?

Auch wenn Roman Schreiben selten etwas mit dem zu tun hat, was wir mal in der Schule gelernt haben, bei der Zeichensetzung ist das Gelernte dann doch wichtig. Aber, oh je, dann gab es ja auch noch die Rechtschreibreform und seither ist alle etwas anderes. Damit es keine Unsicherheiten mehr gibt, hier die korrekte Schreibweise. Da lohnt es sich, die richtige Schreibweise einmal richtig zu verinnerlichen. Dann muss man später deutlich weniger korrigieren.


Dialog schreiben Beispiel:
Jeder neue Sprecher erhält eine neue Zeile.

„Hallo“, sagte er.
„Wie geht’s dir?“, fragte sie.
„Mir geht es gut.“
„Mir geht es auch gut“, erwiderte sie.
Falsch: „Mir geht es auch gut.“, erwiderte sie.
 
Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen stehen innerhalb der Anführungszeichen. Das Komma folgt nach den Anführungszeichen und vor fragte/sagte/antwortete etc.!
Wenn ein „sagte er/sie“ folgt, muss ein Komma nach den Anführungszeichen stehen. Das gilt auch, wenn ein Ausrufezeichen oder Fragezeichen im Dialog vorkommen. Aber Achtung: Einen Punkt am Ende der gesprochenen Worte setzt man nur, wenn fragte/sagte/antwortete etc. nicht folgt.

Prüfe, ob der Sprecher der Dialogzeile klar erkenntlich ist. Wenn nicht, erwähne ihn namentlich.
„Hallo“, sagte Matthias.
Oder noch besser:
„Hallo.“ Matthias hob zur Begrüßung die Hand. Dazu aber mehr unter Punkt 10 „Bühnenaktion“

Extra-Tipp: Verwende die Namen der Figuren nicht zu häufig! Sofern klar ist, wer mit "sie" gemeint ist, benutze nur "sie". Es ist ein typischer Fehler, den ich immer wieder sehe. Dabei erzeugen zu viele Namensnennungen eine größere Distanz zum Leser und der Leser kann sich nicht mehr so leicht in die Figur hineinversetzen.
Und verwende noch seltener Umschreibungen wie die Tochter, die Frau, das Mädel, der Bursche, der Junge etc.!


5. Schule ade!

Dialoge schreiben mit sagte, fragte, antwortete, erwiderte

Damit kommen wir zu einem der häufigsten Probleme, die ich kenne:
Die Schule hatte ich ja schon erwähnt. Was man dort lernt, ist leider nicht immer sinnvoll fürs Roman Schreiben. So auch die Übung, möglichst unterschiedliche „Inquitformeln“ zu verwenden. Gemeint ist, dass man viele Verbvarianten von sagte und fragte verwendet, wie flüsterte, schrie, plapperte, zischte usw.

Das ist aber totaler Quatsch für deinen Roman!

In einem Roman Dialoge schreiben heißt, nicht beweisen zu wollen, wie gut man sich ausdrücken kann. Es geht nur darum, den Leser zu begeistern und in die Geschichte zu ziehen. Das bedeutet, dass er in den meisten Fällen nicht wissen muss, wie etwas gesagt wurde, sondern was!
Es ist nicht langweilig, häufig "sagte" zu verwenden. Man muss hier nicht für den Leser Abwechslung hinein bringen! Das Tolle an sagte, fragte, antwortete, erwiderte ist: Man überliest es und konzentriert sich weiter voll auf das, was gesagt wurde.

Natürlich gibt es einige Fälle, in denen es Sinn macht, den Fokus auf das Wie zu legen. Zum Beispiel, wenn jemand aufschreit, obwohl er leise sein sollte, oder überraschend piepsig redet, obwohl er ein Muskelprotz ist.
Falls du es nicht glaubst, dann zähle mal in beliebten Romanen nach, wie oft da auf zwei, drei Seiten „sagte“ steht. Wenn es dir trotzdem missfällt so oft „sagte“ zu schreiben, dann warte Punkt 10 ab. :-)

Und noch ein Dialog Tipp
am Rande: Man kann nicht etwas lächeln oder lachen, das sind keine Verben des Sagens.
Falsch: „Das ist aber lieb“, lächelte sie.
Richtig: „Das ist aber lieb.“ Sie lächelte.


6. Subtext 

Subtext für gute Dialoge

Subtext ist das, was zwischen den Zeilen steht. Also das, was gemeint ist, aber nicht ausgesprochen wird. Ein tolles Mittel zum Manipulieren von Figuren, aber auch, um Missverständnisse und Komplikationen hervorzurufen.
Subtext Beispiele sind so etwas wie:
„Findest du nicht auch, es zieht hier?“
Formal gesehen ist die Aussage: Ich finde, es zieht. Und die Frage: Du auch?
Der Subtext könnte aber sein: „Mach doch bitte mal das Fenster zu".
Anderes Subtext Beispiel:
„Ich gehe jetzt spazieren.“ Klare Aussage.
Der Subtext könnte sein: „Deine letzte Chance mitzukommen! Los, entscheid dich um und komm doch mit!"
Wunderbar zu beobachten sind auch Subtexte bei Verhören in Krimis. Beim Klassiker wird der Subtext vom Verhörten auch mal ausgesprochen:
„Wo waren Sie am Freitag um 13.00 Uhr?“
„Wie, bin ich jetzt ein Verdächtiger? Verdächtigen Sie mich etwa?“
Hier interpretiert der Verhörte Subtext in die Frage und sieht sich dadurch selbt verdächtigt.

In Liebesromanen kann ein Dialog mit Subtext schön zu Komplikationen führen, weil das, was mittels Subtext gesagt wurde, beim Empfänger leider nicht ankam.
Subtext bereichert Dialoge ungemein, macht sie spannend und würzig.

Subtext Übung: Versuche dir in Romanen und auch gern in Filmen bewusst zu machen, was die Aussage in einem Dialog ist und was eigentlich gemeint war.
Kontrolliere auch gern schon von dir geschriebenen Dialog  daraufhin, ob du Subtext verwendest.

Du kannst Subtext üben, indem du dir im Vornherein überlegst, was deine Figur "eigentlich" will, warum sie das aber nicht direkt anspricht. Oft glaubt aber auch jemand, dass er schon klar gesagt hätte, was er will, obwohl es nur angedeutet war. Nach dem Motto "das habe ich doch gesagt!" (aber eigentlich hat sie das nur gemeint, nicht gesagt!). Was will deine Figur also und wie sagt sie es schlussendlich?

​​​​7. Ziel

Drama, Baby! Gute Dialoge haben ein Ziel und Konflikt

​"Guten Morgen.“
„Morgen.“
„Magst du ein Ei?“
„Heut lieber nicht. Danke.“

Hm. Nicht so wirklich spannend. Es passiert nichts, ist alltägliches Geplänkel und ja, lass es einfach weg! Du musst nicht jede Kleinigkeit aus dem Leben deiner Figuren erzählen. Das ermüdet nur!
Wenn es wichtig ist, kannst du es zusammenfassen: Am Morgen begrüßte er sie und bot ihr an, ein Frühstücksei zu kochen.
Hm. Lass es lieber weg! ;-)
Oder pepp es auf. Baue einen Konflikt ein. Baue immer einen Konflikt ein!

Panik

Ich übertreibe:
„Guten Morgen.“ Sein Grinsen hing kalt in seinem Gesicht.
„Morgen.“ Sie hätte aus dem Badezimmerfenster klettern sollen. Warum nur war sie heruntergekommen? Aber sie wusste die Antwort auch schon. Sie konnte noch immer nicht glauben, was gestern passiert war.
„Magst du ein Ei?“
Sie hielt die Luft an. „Heut lieber nicht. Danke“, presste sie hervor. Er wusste, dass sie hochgradig allergisch auf Hühnereiweiß reagierte. Nun war sie sich sicher; sie wäre besser aus dem Badezimmerfenster geflohen.

Ach ja, mit Konflikt meine ich übrigens nicht unbedingt den dritten Weltkrieg oder eine Morddrohung. Ein Konflikt ist ein Ziel mit Hindernissen. Frage dich also immer, was für ein Ziel hat deine Figur hier und was steht ihr im Wege. Dann findest du auch ganz einfach die Konflikte.

8. Langweilig?

Kein langweiliger Schlagabtausch, sondern die Handlung vorantreiben

Damit sind wir auch schon am 8. Punkt, der auch heißen könnte: Streiche jeden überflüssigen Dialog.
Woran erkennst du nun überflüssigen Dialog? Streiche ihn (haha), dann weißt du es! Fehlt nichts, bleibt er gestrichen. Fehlt etwas, dann frage dich trotzdem, ob du den Dialog wirklich brauchst oder ob eine Zusammenfassung nicht besser wäre. Statt eines ellenlangen Schlagabtausches, in der zwei Figuren versuchen, einen Termin zu finden, kannst du auch knapp schreiben: Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis Melanie endlich nachgab und einem Termin am Donnerstag zustimmte.

Ein Konflikt wäre sogar vorhanden, aber der Dialog über die Terminsuche hätte nicht die Handlung vorangetrieben. Das sollte guter Dialog aber immer! (Ok., manchmal darf Dialog auch nur eine Figur charakterisieren oder unterhalten, wenn er witzig ist.)

Dialog Stopp
1.    Dialoge schreiben mit spezieller Figurensprache
Du hast sicher gute Figuren für deinen Roman konstruiert. Wie traurig wäre es, wenn in deinem Dialog dann versehentlich all deine Figuren klingen, wie duselbst? Das passiert leider nämlich häufig.
Achte darauf, dass deine Hauptfigur genau so spricht, wie eben nur sie sprechen kann. Woran erkennt man sie wieder, wenn man nur den Dialogtext lesen könnte, ohne zu wissen, dass sie gerade geredet hat? Hat sie Lieblingsworte? Wie ist ihr Wortschatz? Flucht sie viel? Gibt es bestimmte Satzbauten, die für sie typisch sind? Unterbricht sie andere ständig oder sich selbst? Wie sieht es mit der Aussprache, der Betonung oder Akzenten aus? Stottert sie vielleicht sogar?
Denke aber bitte daran, nicht zu übertreiben. Sonst wirkt der Dialog schnell überzogen und ist nicht mehr gut lesbar. Aber eine Sprechweise, die für deine Figuren charakteristisch ist, ist für deine Geschichte wie das Salz für die Suppe! Lass es nicht weg!

2.    Guter Dialog charakterisiert die Figuren
So wie deine Figur durch ihre spezielle Sprechweise wiedererkennbar sein soll, so sollte sie auch etwas über die Figur verraten – am besten so, dass du es gar nicht groß in deiner Geschichte erwähnen musst. Aus welcher Region kommt deine Figur? Aus welchem Millieu? Ist sie gut gebildet? Arm? Ist sie introvertiert oder ein Draufgänger?
Gleiche Aussage, anderer Sprecher:
„Ey, schmeiß rüber man!“
„Würden Sie mir bitte das Salz reichen?“
Natürlich ist das überspitzt, macht aber hoffentlich klar, dass man an der Wortwahl schon unglaublich viel von der Figur erkennt. Nutze das!

3.    Dialog, wie der Schnabel gewachsen ist (Entglisch, Dialekt etc.)
Einen Dialog zu lesen, wie er im wahren Leben vorkommt, wäre sehr anstrengend. Ständiges verhaspeln, nicht abgeschlossene Sätze, ins Wort fallen, viel Umgangssprache ... Es kommt also auf die Mischung an.
Dialog soll natürlich klingen, ist aber immer eine Kunstform. Am wichtigsten bleibt, dass der Leser nicht aus dem Lesefluss fällt. Spricht eine Figur zum Beispiel Englisch, so müsstest du jetzt ja eigentlich auf Englisch weiterschreiben. Aber dein Leser liest gerade einen deutschen Roman. Macht also keinen Sinn.
Du kannst das lösen, indem du nur ein oder zwei englische Worte einfügst, dann aber auf Deutsch weiterschreibst. Du kannst aber auch erklären, dass deine Figur auf Englisch antwortet. Auch was Dialekt angeht, kannst du das so lösen.
„Wonderful!“, antwortete sie auf Englisch. „Diesen Ausflug werde ich nie vergessen!“
Oder:
„Nei, nei. Bei uns zieh’n Sie Puschen an. Ihre schmutzigen Äppelkähne bleiben schön da draußen!“ Sie deutete auf Friederikes ausgetretene Schuhe und dann auf den Treppenabsatz vor der Haustür.

4.    Dialog schreiben – wie geht das formal
Auch wenn Romanschreiben selten etwas mit dem zu tun hat, was wir mal in der Schule gelernt haben, bei der Zeichensetzung ist das Gelernte dann doch wichtig. Aber, oh je, dann gab es ja auch noch die Rechtschreibreform und seither ist alle etwas anderes. Damit es keine Unsicherheiten mehr gibt, hier die korrekte Schreibweise. Da lohnt es sich, die richtige Schreibweise einmal richtig zu verinnerlichen. Dann muss man später deutlich weniger korrigieren.

Jeder neue Sprecher erhält eine neue Zeile.
„Hallo“, sagte er.
„Wie geht’s dir?“, fragte sie.
„Mir geht es gut.“
„Mir geht es auch gut“, erwiderte sie.
Falsch: „Mir geht es auch gut.“, erwiderte sie.
 
Das Komma folgt nach den Anführungszeichen und vor fragte/sagte/antwortete etc.! Aber Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen stehen innerhalb der Anführungszeichen.
Wenn ein „sagte er/sie“ folgt, muss ein Komma nach den Anführungszeichen stehen. Das gilt auch, wenn ein Ausrufezeichen oder Fragezeichen im Dialog vorkommen. Aber Achtung: Einen Punkt am Ende der gesprochenen Worte setzt man nur, wenn fragte/sagte/antwortete etc. nicht folgt.

Prüfe, ob der Sprecher der Dialogzeile klar erkenntlich ist. Wenn nicht, erwähne ihn namentlich.
„Hallo“, sagte Matthias.
Oder noch besser:
„Hallo.“ Matthias hob zur Begrüßung die Hand. Dazu aber mehr unter Punkt 10 „Bühnenaktion“

5.    Dialoge schreiben mit sagte, fragte, antwortete, erwiderte
Damit kommen wir zu einem der häufigsten Probleme, die ich kenne:
Die Schule hatte ich ja schon erwähnt. Was man dort lernt, ist leider nicht immer sinnvoll fürs Romanschreiben. So auch die Übung, möglichst unterschiedliche „Inquitformen“ zu verwenden. Gemeinst ist, dass man viele Varianten von sagte und fragte verwendet, wie flüsterte, schrie, plapperte, zischte usw.

Das ist aber totaler Quatsch für den Roman!

In einem Roman geht es nicht darum, zu zeigen, wie gut man sich ausdrücken kann. Es geht nur darum, den Leser zu begeistern und mitzuziehen. Und das bedeutet, dass er in den meisten Fällen nicht wissen muss, wie etwas gesagt wurde, sondern was!
Das Tolle an sagte, fragte, antwortete, erwiderte ist: Man überliest es und konzentriert sich weiter voll auf das, was gesagt wurde. Natürlich gibt es seltene Fälle, in denen es Sinn macht, den Fokus auf das Wie zu legen. Zum Beispiel, wenn jemand aufschreit, obwohl er leise sein sollte, oder überraschend piepsig redet, obwohl da er ein Muskelprotz ist.
Falls du es nicht glaubst, dann zähle mal in beliebten Romanen nach, wie oft da auf zwei, drei Seiten „sagte“ steht. Wenn es dir trotzdem missfällt so oft „sagte“ zu schreiben, dann warte Punkt 10 ab. :-)

Und noch ein Tipp am Rande: Man kann nicht etwas lächeln oder lachen, das sind keine Verben des Sagens.
Falsch: „Das ist aber lieb“, lächelte sie.
Richtig: „Das ist aber lieb.“ Sie lächelte.

6.     Subtext für gute Dialoge
Subtext ist das, was zwischen den Zeilen steht. Also das, was gemeint ist, aber nicht ausgesprochen wird. Ein tolles Mittel zum Manipulieren von Figuren, aber auch, um Missverständnisse und Komplikationen hervorzurufen.
Klassiker sind so etwas wie:
„Findest du nicht auch, es zieht hier?“
Formal gesehen ist die Aussage: Ich finde, es zieht. Und die Frage: Du auch?
Der Subtext könnte aber sein: Mach doch bitte mal das Fenster zu.
Anderes Beispiel:
„Ich gehe jetzt spazieren.“ Klare Aussage.
Der Subtext könnte sein: „Deine letzte Chance mitzukommen! Los, entscheid dich um und komm doch mit!
Wunderbar zu beobachten sind auch Subtexte bei Verhören in Krimis. Beim Klassiker wird der Subtext vom Verhörten auch mal ausgesprochen:
„Wo waren Sie am Freitag um 13.00 Uhr?“
„Wie, bin ich jetzt ein Verdächtiger? Verdächtigen Sie mich etwa?“
In Liebesromanen kann ein Dialog mit Subtext schön zu Komplikationen führen, weil das was mittels Subtext gesagt wurde, beim Empfänger leider nicht ankam.
Subtext bereichert Dialoge ungemein, macht sie spannend und würzig.

Übung: Versuche dir in Romanen und auch gern Filmen mal bewusst zu machen, was die Aussage in einem Dialog ist und was eigentlich gemeint war.
Kontrolliere auch gern schon von dir geschriebenen Dialog mal daraufhin, ob du Subtext verwendest.

7.    Drama, Baby! Gute Dialoge haben ein Ziel und Konflikt
„Guten Morgen.“
„Morgen.“
„Magst du ein Ei?“
„Heut lieber nicht. Danke.“

Hm. Nicht so wirklich spannend. Es passiert nichts, ist alltägliches Geplänkel und ja, lass es einfach weg! Du musst nicht jede Kleinigkeit aus dem Leben deiner Figuren erzählen. Das ermüdet nur!
Wenn es wichtig ist, kannst du es zusammenfassen: Am Morgen begrüßte er sie und bot ihr an, ein Frühstücksei zu kochen.
Hm. Lass es lieber weg! ;-)
Oder pepp es auf. Baue einen Konflikt ein. Baue immer einen Konflikt ein! Ich übertreibe:
„Guten Morgen.“ Sein Grinsen hing kalt in seinem Gesicht.
„Morgen.“ Sie hätte aus dem Badezimmerfenster klettern sollen. Warum nur war sie hier heruntergekommen? Aber sie wusste die Antwort auch schon. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass gestern passiert war, was passiert war.
„Magst du ein Ei?“
Sie hielt die Luft an. „Heut lieber nicht. Danke“, flüsterte sie leise. Er wusste, dass sie hochgradig allergisch auf Hühnereiweiß reagierte. Nun war sie sich sicher; sie wäre besser aus dem Badezimmerfenster gelohen.

Ach ja, mit Konflikt meine ich übrigens nicht den dritten Weltkrieg oder eine Morddrohung. Ein Konflikt ist ein Ziel mit Hindernissen. Frage dich also immer, was für ein Ziel hat deine Figur hier und was steht ihr im Wege. Dann findest du auch ganz einfach die Konflikte.

8.    Kein langweiliger Schlagabtausch, sondern Handlung vorantreiben
Damit sind wir auch schon am 8. Punkt, der auch heißen könnte: Streiche jeden überflüssigen Dialog.
Woran erkennst du nun überflüssigen Dialog? Streiche ihn (haha), dann weißt du es! Fehlt nichts, bleibt er gestrichen. Fehlt etwas, dann frage dich trotzdem, ob du den Dialog wirklich brauchst oder ob eine Zusammenfassung nicht besser wäre. Statt eines ellenlangen Schlagabtausches, in der zwei Figuren versuchen, einen Termin zu finden, kannst du auch knapp schreiben: Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis Melanie endlich nachgab und einem Termin am Donnerstagnachmittag zustimmte.

Ein Konflikt war sogar vorhanden, aber der Dialog über die Terminsuche hat nicht die Handlung vorangetrieben. Das sollte guter Dialog aber immer! (Ok., manchmal darf Dialog auch nur eine Figur charakterisieren oder unterhalten, wenn er witzig ist.)

Achte darauf, dass deine Dialoge immer mit deiner Geschichte zu tun haben und diese in Schwung hält. Wenn deine Geschichte sich um die Aufklärung eines Mordes dreht, dann sollte sich der Dialog nicht um die Schwimmstunden des sechsjährigen Detektivs drehen. Es sei denn, es ist eine Taktik vom Detektiv und hat damit wieder etwas mit dem Fall zu tun.

Dialoge bringen Abwechslung und Lebendigkeit in einen Text. Vermeide jedoch seitenlangen Schlagabtausch und füge ab und an einen erzählerischen Text ein.

9.    Kein Infomüll in den Dialog packen!
Nutze bitte niemals unüberlegt Dialoge dafür, Informationen an den Leser zu vermitteln. In den allermeisten Fällen wirkt das total unnatürlich und der Leser spürt die Absicht vom Autor. Damit ist aber der ganze Lesegenuss im Eimer.
Das liest sich dann etwa wie eine amerikanische Werbeverkaufssendung:
„Oh schau mal Wiebke. Wenn ich hier an dem Hebel ziehe, dann bewegt sich da oben ein Rad.“
„Wow Richard, das ist ja spannend!“
„Wiebke, da, da! Jetzt löst sich der Riemen!“
„Nein!“
„Doch!“ (Ok., ich übertreibe wieder ;-))

Wenn der Leser für den Verlauf der Geschichte unbedingt wissen muss, wie die Maschine funktioniert, verpacke das Thema entweder in einen Konflikt oder fasse es zusammen.
Einen Konflikt könntest du erzeugen, wenn du Richard versuchen lässt, seinem Chef die Maschine zu erklären, weil sein Job davon abhängt. Er hat sie verbessern können, was sein Chef aber noch gar nicht verstanden hat. Sein Chef denkt dagegen, dass Richard schuld an der zu langsamen Produktion sei.
Eine Zusammenfassung könnte so lauten: Richard betätigte den Hebel wie jeden Morgen. Die Maschine ratterte los, das Zahnrad löste den Riemen und startete die Produktion. Richard kannte jeden Mechanismus im Inneren des Kastens auswendig. ...

10.    Die Bühnenaktion für den perfekten Dialog
Etwas verknappt: Wenn du ein Drehbuch schreibst, schreibst du fast nur Dialog. Der Zuschauer wird aber viel mehr sehen, nämlich auch die Bühnenausstattung und vor allem die Handlung des Schauspielers – das nenne ich die „Bühnenaktion“. Das sind alles Dinge, die du als Romanautor in deine Geschichte schreiben muss, damit das „Kopfkino“ beim Leser startet. Vielleicht erscheint dir das jetzt als aufwändig, aber genau darin liegt ja auch ein Reiz vom Romanschreiben, oder? Außerdem kannst du es auch noch für die Königsdisziplin beim Dialogschreiben nutzen:

Schreibe nicht, wer etwas sagt (sagte er), sondern zeige, was derjenige macht!
So sparst du dir das ewige „sagte“ und zeigst dem Leser gleich, was wo passiert. Automatisch weiß der Leser auch, wer gerade gesprochen hat. Tatata! Die perfekte Lösung!

Ein Beispiel gefällig?
Sabine durchwühlte ihre Handtasche nach dem Autoschlüssel. „Wo ist das Miststück?“
„Jetzt bleib mal locker!“ Anton lehnte sich an das Auto und fing an, sich eine Zigarette zu drehen.

Das waren die 10 wichtigsten Tipps, um gute Dialoge zu schreiben.

Wenn du magst, kommt hier noch eine Übung: Untersuche den Dialog in deinen Lieblingsbüchern. Wie haben die Autoren es dort gelöst? Gefällt dir das? Wenn ja, warum? Finde gern auch einen Roman, in dem dir der Dialog nicht gefallen hat. Woran lag es?
Du kannst dir auch Filme anschauen und den Dialog darin untersuchen. Was wird gesagt, was ist wirklich gemeint? Wie sieht also der Subtext aus? Und was wird nicht gesagt, sondern durch die Schauspieler dargestellt (was müsstest du also zum Dialog noch schreiben)?

Einer meiner Lieblingsfilme ist übrigens „Von Löwen und Lämmern“. Sowohl inhaltlich schätze ich den Film sehr, aber besonders in Bezug auf Dialog bin ich fasziniert. Es gibt drei Erzählstränge und nur einer beinhaltet filmtypische „Action“. Die beiden anderen finden zu 90% in jeweils einem Raum statt. Einmal sitzen sich ein Professor und ein Student in einem Minibüro gegenüber, das andere Mal eine Journalistin und ein Senator in dessen Büro. Und dann wird geredet! Und geredet! Und geredet! Und ich bin jedes Mal gefesselt! Fasziniert! Gefangen!
Definitiv sehenswert!

Viel Erfolg mit deinen Dialogen! Hast du Fragen? Zu welchem Schreibtyp gehörst du? Fällt es dir leicht, mit dem Dialog zu starten, schreibst du vielleicht sogar zu viel? Oder brauchst du etwas Anlauf?
Helfen dir die Tipps hier im Artikel? Schreib mir hier einen Kommentar!

Um wirklich interessante Dialoge zu schreiben, musst du darauf achten, dass die Dialoge immer mit deiner Geschichte zu tun haben und diese in Schwung halten. Wenn deine Geschichte sich um die Aufklärung eines Mordes dreht, dann sollte sich der Dialog nicht um die Schwimmstunden des sechsjährigen Detektivs drehen. Es sei denn, es ist eine Taktik vom Detektiv und hat damit wieder etwas mit dem Fall zu tun.

Dialoge bringen Abwechslung und Lebendigkeit in einen Text. Vermeide jedoch seitenlangen Schlagabtausch und füge ab und an einen erzählerischen Text ein.

Sehr schön finde ich auch das Zitat von Elke Bockamp im Interview auf der 1. Online Autorenmesse, mit dem Thema "Interessante Dialoge schreiben":

Guten Dialog schreiben

9. Infos verpacken

Keinen Infomüll in den Dialog packen!

Nutze bitte niemals unüberlegt Dialoge dafür, Informationen dem Leser zu vermitteln. In den allermeisten Fällen wirkt das total unnatürlich und der Leser spürt die Absicht vom Autor. Damit ist der ganze Lesegenuss im Eimer.
Das liest sich dann etwa wie eine amerikanische Werbeverkaufssendung.

Hier ein Beispiel für schlechten Dialog:
„Oh schau mal Wiebke. Wenn ich hier an dem Hebel ziehe, dann bewegt sich da oben ein Rad.“
„Wow Richard, das ist ja spannend!“
„Wiebke, da, da! Jetzt löst sich der Riemen!“
„Nein!“
„Doch!“ (Ok., ich übertreibe ;-))

Wenn der Leser für den Verlauf der Geschichte unbedingt wissen muss, wie die Maschine funktioniert, verpacke das Thema entweder in einen Konflikt oder fasse es zusammen.
Einen Konflikt könntest du erzeugen, wenn du Richard versuchen lässt, seinem Chef die Maschine zu erklären, weil sein Job davon abhängt. Er hat sie verbessern können, was sein Chef aber noch gar nicht verstanden hat. Sein Chef denkt dagegen, dass Richard schuld an der zu langsamen Produktion sei.
Eine Zusammenfassung dagegen könnte so lauten: Richard betätigte den Hebel wie jeden Morgen. Die Maschine ratterte los, das Zahnrad löste den Riemen und startete die Produktion. Richard kannte jeden Mechanismus im Inneren des Kastens auswendig. ...

10. Die Königsdisziplin

Die Bühnenaktion für den perfekten Dialog

Jetzt mein absoluter Lieblingstipp!!!

Etwas verknappt: Wenn du ein Drehbuch schreibst, schreibst du fast nur Dialog. Der Zuschauer wird aber viel mehr sehen, nämlich auch die Bühnenausstattung und vor allem die Handlung des Schauspielers – das nenne ich die „Bühnenaktion“. Das sind alles Dinge, die du als Romanautor in deine Geschichte schreiben muss, damit das „Kopfkino“ beim Leser startet. Vielleicht erscheint dir das jetzt als aufwändig, aber genau darin liegt ja auch ein Reiz vom Romanschreiben, oder? Außerdem kannst du es auch noch für die Königsdisziplin beim Dialogschreiben nutzen:

Schreibe nicht, wer etwas sagt (sagte er), sondern zeige, was derjenige macht!
So sparst du dir das ewige „sagte“ und zeigst dem Leser gleich, was wo passiert. Automatisch weiß der Leser auch, wer gerade gesprochen hat.

Tatata! Die perfekte Lösung!

Ein Dialog Beispiel gefällig?

„Wo ist das Miststück?“, fragte Sabine und durchwühlte ihre Handtasche.
„Jetzt bleib mal locker!“, erwiderte Anton und drehte sich eine Zigarette.

VERSUS

Sabine durchwühlte ihre Handtasche nach dem Autoschlüssel. „Wo ist das Miststück?“
„Jetzt bleib mal locker!“ Anton lehnte sich an das Auto und fing an, sich eine Zigarette zu drehen.

Kein preisgewinnender Text, aber du siehst, dass du völlig ohne Verben des Sagens auskommst, wenn du die Figuren handeln lässt und das vor oder nach dem Gesprochenen einfügst. Damit schlägst du ganz viele Fliegen mit nur einer Klappe! Wunderbar!

Dialog Übung: Streiche die Verben des Sagens und füge Handlung ein (falls du sie nicht eh schon drin stehen hast).

Bühnenaktion

Das waren die 10 wichtigsten Tipps, um gute Dialoge zu schreiben.

Suche dir am besten einen Tipp nach dem anderen aus und mache dich daran, deinen bisheringen Dialog daraufhin zu kontrollieren und zu überarbeiten. Dann wird es auch dir bald leicht fallen, richtig guten Dialog zu schreiben.


Wenn du magst, kommt hier noch eine

Dialog Übung 

Untersuche den Dialog in deinen Lieblingsbüchern. Wie haben die Autoren es dort gelöst? Gefällt dir das? Wenn ja, warum? Finde gern auch einen Roman, in dem dir der Dialog nicht gefallen hat. Woran lag es?
Du kannst dir auch Filme anschauen und den Dialog darin untersuchen. Was wird gesagt, was ist wirklich gemeint? Wie sieht also der Subtext aus? Und was wird nicht gesagt, sondern durch die Schauspieler dargestellt (was müsstest du also zum Dialog noch schreiben)?


Filmbeispiel - super Beispiele für gute Dialoge

Einer meiner Lieblingsfilme ist „Von Löwen und Lämmern“. Hier findest du garantiert gute Dialog Beispiele!
Sowohl inhaltlich schätze ich den Film sehr, aber besonders in Bezug auf Dialog bin ich fasziniert. Es gibt drei Erzählstränge und nur einer beinhaltet filmtypische „Action“. Die beiden anderen finden zu 90% in jeweils einem Raum statt. Einmal sitzen sich ein Professor und ein Student in einem Minibüro gegenüber, das andere Mal eine Journalistin und ein Senator in dessen Büro. Und dann wird geredet! Und geredet! Und geredet! Und ich bin jedes Mal gefesselt! Fasziniert! Gefangen!
Definitiv sehenswert! Und toll zum Dialoge Untersuchen.

Viel Erfolg mit deinen Dialogen!

Hast du Fragen? Zu welchem Schreibtyp gehörst du? Fällt es dir leicht, mit dem Dialog zu starten, schreibst du vielleicht sogar zu viel? Oder brauchst du etwas Anlauf? Und helfen dir die Tipps hier im Artikel? Schreib mir hier einen Kommentar!

P.S.: Worauf du noch achten kannst, um einen wirklich guten Roman zu schreiben zu können, erfährst du hier, wenn es um das Erzeugen von Kopfkino beim Leser geht.

Romanideen entwickeln

Romanideen entwickeln – 5 erfolgreiche Strategien!

Wie findet man Romanideen?Wie Romanideen finden?

Noch bevor man mit den Figuren oder dem Handlungsgerüst für einen Roman beginnen kann, braucht man eine Idee. Die Romanidee zu Harry Potter soll Joanne K. Rowling auf einer Zugfahrt gekommen sein und der Erfolgsautor Sebastian Fitzek beschreibt, wie ihn das Fernsehen zu einem seiner Thriller inspirierte.

Juli Zeh wiederum schildert in ihrer Poetikvorlesung die Macht des „Treidelns“, um Romanideen zu entwickeln, während Patricia Highsmith darauf schwört, ganz unterschiedliche Alltagsbeobachtungen miteinander zu kombinieren.

Bei jedem Autor scheint dies also ein wenig anders zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass sich das Entwickeln von Ideen nicht beeinflussen ließe. Vielmehr gibt es einige vielversprechende Strategien, die du einmal ausprobieren kannst.

Vielleicht bringt dich eine davon ja auf die Idee für deinen nächsten Roman?

Romane und Romanideen

Manchmal gibt es für einen Roman die eine zündende Idee. Meistens braucht man aber gleich mehrere Ideen, um einen ganzen Roman zu füllen.

Es ist schwierig, auf den Punkt zu bringen, wie Romanideen eigentlich entstehen. Letztlich ist der kreative Prozess immer sehr persönlich und individuell. Umso hilfreicher ist es, sich einige vielversprechende Zugänge und Strategien vor Augen zu führen. Probiere die unterschiedlichen Möglichkeiten am besten aus und kombiniere sie miteinander. So findest du zu deiner ganz eigenen Herangehensweise.

5 Strategien für Romanideen

Strategie 1: Figuren verstehen

Eine Geschichte hat praktisch immer mit Figuren zu tun. Diese bieten meist auch die Basis dafür, dass sich der Leser mit dem Geschehen identifiziert. Häufig ist beim Schreiben nicht von Anfang an die ganze Geschichte da, sondern bloß deren Hauptfigur. Sie bietet einen guten Ausgangspunkt, um einen Roman zu entwickeln.

Auf Ideen für Figuren kannst du auf ganz unterschiedliche Weise kommen. Du musst dafür einfach Augen und Ohren offen halten. Auf Schritt und Tritt begegnen wir in unserem Leben anderen Menschen. Die Idee zu einer Figur kann in einem interessanten Gesicht, einer Art sich zu bewegen oder einer eindrucksvollen Stimme liegen. Es lassen sich super einzelne Elemente kombinieren, um einen ganz neuen Charakter zu erschaffen. Halte aber auch Ausschau in Filmen, Bücher oder Zeitungsartikeln und lass dich von ihnen inspirieren.

Sobald du eine vage Idee für eine Figur hast, kannst du diese durch gezielte Fragen näher ausgestalten. Sei neugierig auf deine Figur, denn aus ihr kann sich ein kompletter Roman ergeben!

Das Ziel ist es nicht, jedes Detail deiner Figuren zu kennen. Viel wichtiger ist es, deren (geheime) Wünsche, Ziele, Hoffnungen und Ängste ans Licht zu bringen und zu wissen, warum sie diese hat.

Kurz gesagt: Finde heraus, woher deine Figur kommt und was sie ausmacht. So stößt du auf interessantes Konfliktpotential, aus dem sich eine spannende Story entwickeln lässt.

Strategie 2: Besondere Perspektiven entwickeln

Du kannst die Welt beim Schreiben aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Lass Gott deine Geschichte erzählen oder einen Käfer so wie einst Kafka. Du kannst dich sogar in das Bewusstsein eines Embryos hineinversetzen so wie Ian McEwan in seinem jüngsten Roman „Nussschale“.

Die Entwicklung einer besonderen Perspektive bietet eine schöne Alternative zur storybasierten Herangehensweise an Romanideen. Um zu schreiben benötigst du hier nichts weiter als einen Blickwinkel, aus dem du die Welt beschreibst.

Alles andere, die konkrete Handlung, Figuren, einen PerspektivenKonflikt kannst du dann schreibend entwickeln.

Häufig geht eine bestimmte Perspektive auch schon mit einer bestimmten Erzählstimme einher. Wenn du die Welt z.B. aus der Sicht eines Arbeiters beschreibst, wird das anders klingen als aus der Sicht eines Vorstandsvorsitzenden, eine weibliche Erzählerin klingt anders als ein männlicher Erzähler, ein Kind anders als ein Greis.

Erstelle eine Liste weiterer Möglichkeiten und wähle die aus, die dich am meisten reizt. Und dann beginne die Welt aus diesem Blickwinkel mit den zu deinem Erzähler passenden Worten zu beschreiben und sei gespannt, was sich daraus ergibt.

Strategie 3 Autobiographische Inspiration

Wenn du dein Leben in dein Schreiben einfließen lässt, bedeutet das nicht gleich, dass du eine Autobiographie schreibst. Vielmehr ist unser Schreiben immer in gewissem Sinn autobiographisch. Selbst wenn wir uns mit unseren Romanen in ferne Zeiten oder auf fremde Planeten begeben, schöpfen wir beim Erzählen aus unserem Erfahrungsschatz. Wie sollte es auch anders sein?

Machst du dir einmal diesen Zusammenhang klar, erschließt du eine mächtige Inspirationsquelle für deine Romanideen. Es geht dabei nicht darum, dein Leben eins zu eins in deine Geschichten zu übertragen. Vielmehr stecken häufig in bestimmten wiederkehrenden Mustern, in besonderen Erfahrungen, in den schlimmsten Niederlagen und größten Erfolgen Ideenkeime, die du zu etwas ganz Neuem ausformen kannst.

Betrachte einmal die alternativen Lebenswege, die du nicht gegangen bist, jedoch gehen hättest können. Welche interessante Biographie hätte sich daraus ergeben, wenn du dich getraut hättest nach Amerika auszuwandern, wovon du als Kind geträumt hast? Oder stell dir vor, was passiert wäre, wenn es dir nicht gelungen wäre, dich deinen Ängsten zu stellen und besser auf Menschen zuzugehen als früher?

Forme um, was du erlebt hast, spitze interessante Erfahrungen zu, fabuliere was geschehen wäre wenn … Dein Leben ist das Material, aus dem du Geschichten formen kannst, wie es dir beliebt!

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​Strategie 4: Persönlichkeitsanteile nutzen

Wir Menschen sind vielschichtige Wesen. In gewissem Sinn steckt in uns nicht nur ein einziger Charakter, sondern eine Vielzahl an Charakteren. Diese lassen sich als Persönlichkeitsanteile auffassen. Der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun hat daraus sein Konzept des inneren Teams entwickelt.

Ein Verständnis der einzelnen Mitglieder unseres inneren Teams kann uns auf Romanideen bringen, die uns wirklich interessieren. Und dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, beim Schreiben motiviert zu bleiben.

Um auf solche Ideen zu kommen, müssen wir die einzelnen Teammitglieder einfach näher kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen lassen.

So kann es in dir z.B. Simon, den Sicherheitsfreak, geben sowie Fritz, den Freiheitsliebhaber. Und dann sind da auch noch Nils, der Nörgler, und Boris, der Begeisterte. Wenn es nun darum geht, eine Entscheidung zu treffen oder etwas Neues auszuprobieren, lassen sich deine Gedankengänge als Dialog dieser Persönlichkeitsanteile bzw. Teammitglieder auffassen. Das klingt dann in etwa so:

Simon: Sollen wir wirklich einen Fallschirmsprung wagen? IcInneres Team für Romaneh weiß nicht, da könnte doch etwas passieren.

Fritz: Ach was! Denk doch einmal an das Gefühl der Schwerelosigkeit. Das muss der Wahnsinn sein.

Nils: Fallschirmspringen ist was für Snobs. So sind wir doch überhaupt nicht.

Boris: Ach Nils, also wirklich. Mach doch nicht immer alles so schlecht. Fallschirmspringen ist ganz genau unser Ding!

Merkst du etwas? Die vier bilden ein nicht gerade harmonisches Team. Und genau darin liegt eine super Chance, um auf Romanideen zu kommen.

Die Differenzen deines inneren Teams verdeutlichen Konflikte, die dich tatsächlich interessieren. Sie eröffnen dir den Weg zu Fragestellungen und Differenzen, die dich alles andere als gleichgültig lassen.

Entwickle doch einmal aus deinen inneren Anteilen die Figurenkonstellation einer Geschichte. Lass die einzelnen Teammitglieder aufeinandertreffen, am besten in Situationen, in denen sie garantiert aneinandergeraten werden. Wähle eines deiner Teammitglieder als Protagonisten aus und lass ihn versuchen, sich gegen die anderen durchzusetzen. Und schon steckst du mitten in der Planung deines nächsten Romans.

​Strategie 5: Lebensfragen

Auch ein assoziativer Zugang zu den Themen, die dich beschäftigen, kann dich auf Romanideen bringen. Nutze dazu die Technik des Brainstormings, um erst einmal genügend Material zu sammeln, aus dem heraus sich Ideen entwickeln lassen.

Notiere dazu einfach in die Mitte eines großen weißen Blattes einen für dich wichtigen Lebensbereich. Hier kann z.B. „Familie“ oder „Sport“ oder „Musik“ oder „Freunde“ stehen. Hauptsache, du wählst einen Bereich, der dir wirklich etwas bedeutet.

Notiere nun darum herum alles Mögliche, was dir einfällt. Du kannst dabei frei heraus alles aufs Papier bringen, was dir im Kopf herum schwirrt. Zensiere dich nicht. Lass alles raus!

Geh nun im nächsten Schritt deine Notizen durch und verbinde einzelne Wörter, Begriffe und Gedankengänge miteinander. Welche Aussage, Überlegung oder Fragestellung zu deinem Thema lässt sich aus deinen Notizen herausarbeiten? Lege eine Sammlung an, in der du deine persönlichen Weisheiten oder Fragestellungen aufschreibst. Von dieser Sammlung aus trennt dich nur noch ein winziger Schritt von deiner nächsten Romanidee.

Lebensthemen lassen sich nicht nur auf abstrakte und theoretische Weise ausdrücken und bearbeiten, sondern auch in Geschichten. Lass deiner Fantasie freien Lauf und überlege, durch welche Geschichte deine Überlegungen ausgedrückt werden können. Denk dir z.B. eine Handlung aus, durch welche eine Figur versuchen könnte, Antworten auf deine Fragen zu finden.

Das mächtige Erzählmuster der Heldenreise kann dir bei diesem Schritt helfen . Was muss dein Held tun, um am Ende zu der von dir zusammengefassten Lebensweisheit zu gelangen? Wie kann er versuchen, die aufgeworfene Lebensfrage zu beantworten? Konstruiere mögliche Handlungsbögen und schon hast du eine Idee für deinen Roman.

​Deine IdeenmaschineRomanidee - ja!

Das wichtigste Kriterium für deine Romanidee ist: Sie muss dich packen!

Jeder Autor ist anders und so funktioniert auch deine Kreativität auf ihre ganz eigene Weise. Und doch kannst du lernen, häufiger auf Ideen zu kommen, indem du hilfreiche Strategien nutzt.

Mach es dir am besten zur Gewohnheit, Romanideen zu produzieren. Es geht nicht darum, die eine glorreiche Idee zu entwickeln, aus der dann gleich ein Roman wird. Es geht darum, im Flow zu bleiben und deine Fantasie zu trainieren.

Wenn du andauernd Ideen entwickelst, ist es viel wahrscheinlicher, dass auch einmal eine dabei ist, die dich nicht mehr loslässt. Integriere die Strategien, die für dich funktionieren, also in deinen Alltag als Autor. Und bald wird aus einer von ihnen dein neuer Roman!


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