Guten Dialog schreiben

Dialog schreiben lernen

In meinen Kursen treffe ich meist auf zwei Typen von Autoren: die einen, die kaum Dialoge schreiben, und die anderen, selteneren, die nicht aufhören können, Dialog zu schreiben. Letztere müssen meist Feinschliff betreiben, viel streichen. Erstere brauchen oft einen Schubser und dann noch etwas Übung. Man kann jedenfalls gute Dialoge schreiben lernen! So platzt der Knoten und endlich läuft es rund mit dem Dialog Schreiben.

Dialoge schreiben leicht gemacht
In meinen Kursen treffe ich meist auf zwei Typen von Autoren: die einen, die sich kaum an den Dialog herantrauen, und die anderen, selteneren, die nicht aufhören können, Dialog zu schreiben. Letztere müssen meist Feinschliff betreiben, viel streichen. Erstere brauchen oft einen Schubser und dann noch etwas Übung. Dann platzt der Knoten und endlich läuft es auch mit dem Dialogschreiben.

Egal welcher Typ du bist, ich hoffe, bei meinen 10 Tipps ist für jeden etwas dabei.

Was ist Dialog?

Dialog, auch direkte oder wörtliche Rede genannt, ist das, was jemand ausspricht, wenn er sich mit jemanden unterhält. Man braucht also einen Gesprächspartner für einen Dialog, sonst ist es ein Monolog (jemand führt ein Selbstgespräch). Auch ein Monolog kann wie ein Dialog in Anführungszeichen geschrieben werden - ABER nur dann, wenn er auch laut ausgesprochen wird. Sind es nur Gedanken, also ein innerer Monolog, kann man sie kursiv schreiben oder ein dachte ich/er/sie einfügen, damit der Leser folgen kann.

Indirekte Rede dagegen ist so ähnlich wie ein Bericht über einen Dialog.
Indirekte Rede Beispiel: Er fragte sie, ob sie mit ihm ausgehen würde. Aber sie antwortete läppisch, dass sie schon einen Freund hätte und ihr Kühlschrank außerdem voll sei.
(Du siehst, hierbei wird der Konjunktiv mit hätte/würde/sei benutzt und es liest sich eher sperrig.)

Eine narrative Zusammenfassung eines Dialogs würde sich so lesen:
Er hatte sie gefragt, ob sie mit ihm essen gehen würde. Aber sie hatte ihm läppisch geantwortet, dass sie schon einen Freund und auch einen vollen Kühlschrank hätte.
(Hier wird das Plusquamperfekt verwendet, also hatte gefragt, weil es die abgeschlossene Vergangenheit ist. Das kann man gut verwenden, um kurz zusammenzufassen, was in einem Dialog gesagt wurde, ohne den ganzen Dialog wiederzugeben. Die narrative Zusammenfassung ist wie das Salz in der Suppe. Zu viel macht das Lesen holprig, ohne wirkt die Geschichte, als ob sie keinen Kontext hätte.)

Jetzt aber los zu den 10 Dialog Tipps:

10 Tipps für gute Dialoge

Dialog, also wörtliche Rede, findet statt, wenn zwei oder mehr Menschen bzw. Figuren sich unterhalten. So weit, so klar. Aber im Roman Dialoge schreiben bedeutet normalerweise, dass du keine treue Wiedergabe von „echtem“ Dialog verfasst. Dialoge in Romanen sind künstlich bzw. Kunst. Was kannst du also beachten, um diese Dialoge lebensnah, aber auch sinnvoll und gut lesbar zu schreiben? Denn das Ziel ist ja, den Leser gut zu unterhalten und keinen langweiligen Bericht zu schreiben.

10 Tipps, um richtig guten Dialog zu schreiben

Dialog, also wörtliche Rede, findet statt, wenn zwei oder mehr Menschen bzw. Figuren sich unterhalten. So weit, so klar. Aber wenn du Dialog für deinen Roman schreibst, ist das normalerweise keine treue Wiedergabe von „echtem“ Dialog. Es ist künstlich bzw. Kunst. Was kannst du also beachten, um diese Dialoge sinnvoll und gut lesbar zu schreiben?

​​​1. Figurensprache

Dialoge schreiben mit spezieller Figurensprache

Du hast sicher gute Figuren für deinen Roman konstruiert. Wie traurig wäre es, wenn in deinem Dialog dann versehentlich all deine Figuren klingen, wie du selbst? Das passiert nämlich leider häufig.
Achte darauf, dass deine Hauptfigur genau so spricht, wie eben nur sie sprechen kann. Woran erkennt man sie wieder, wenn man nur den Dialogtext lesen könnte, ohne zu wissen, dass sie gerade geredet hat? Hat sie Lieblingsworte? Wie ist ihr Wortschatz? Flucht sie viel? Gibt es bestimmte Satzbauten, die für sie typisch sind? Unterbricht sie andere ständig oder sich selbst? Wie sieht es mit der Aussprache, der Betonung oder Akzenten aus? Stottert sie vielleicht sogar?
Denke aber bitte daran, nicht zu übertreiben. Sonst wirkt der Dialog schnell überzogen und ist nicht mehr gut lesbar. Aber eine Sprechweise, die für deine Figuren charakteristisch ist, ist für deine Geschichte wie das Salz für die Suppe! Lass es nicht weg!

Salz in suppe
Arbeiter und Student

2. Figuren charakterisieren    

Guter Dialog charakterisiert die Figuren

​So wie deine Figur durch ihre spezielle Sprechweise wiedererkennbar sein soll, so sollte diese auch etwas über die Figur verraten – am besten so, dass du es gar nicht groß in deiner Geschichte erwähnen musst. Aus welcher Region kommt deine Figur? Aus welchem Millieu? Ist sie ​ gebildet? Arm? ​Introvertiert oder ein Draufgänger?

Gleiche Aussage, anderer Sprecher:
„Ey, schmeiß rüber man!“ vs.
„Würden Sie mir bitte das Salz reichen?“
Natürlich ist das überspitzt, macht aber hoffentlich klar, dass man an der Wortwahl schon unglaublich viel von der Figur erkennt. Nutze das!

3. Dialekt u.ä.

Dialog, wie der Schnabel gewachsen ist 

Einen Dialog zu lesen, wie er im wahren Leben vorkommt, wäre sehr anstrengend. Ständiges verhaspeln, nicht abgeschlossene Sätze, ins Wort fallen, viel Umgangssprache ... ​
Geschriebener Dialog soll natürlich klingen, ist aber immer eine Kunstform. Am wichtigsten bleibt, dass der Leser nicht aus dem Lesefluss fällt. Spricht eine Figur zum Beispiel Englisch, so müsstest du jetzt ja eigentlich auf Englisch weiterschreiben. Aber dein Leser liest gerade einen deutschen Roman. Macht also keinen Sinn.​

​Du kannst das lösen, indem du nur ein oder zwei englische Worte einfügst, dann aber auf Deutsch weiterschreibst. Du kannst aber auch erklären, dass deine Figur auf Englisch antwortet. Auch was Dialekt angeht, kannst du so vorgehen.
„Wonderful!“, antwortete sie auf Englisch. „Diesen Ausflug werde ich nie vergessen!“
Oder:
„Ne, ne. Bei uns zieh’n Sie Puschen an. ​Die schmutzigen Äppelkähne da bleiben schön draußen!“ Sie deutete auf Friederikes ausgetretene Schuhe und dann auf den Treppenabsatz vor der Haustür.

Dialekt

4. Zeichensetzung

Wie schreibt man Dialog?

Auch wenn Roman Schreiben selten etwas mit dem zu tun hat, was wir mal in der Schule gelernt haben, bei der Zeichensetzung ist das Gelernte dann doch wichtig. Aber, oh je, dann gab es ja auch noch die Rechtschreibreform und seither ist alle etwas anderes. Damit es keine Unsicherheiten mehr gibt, hier die korrekte Schreibweise. Da lohnt es sich, die richtige Schreibweise einmal richtig zu verinnerlichen. Dann muss man später deutlich weniger korrigieren.


Dialog schreiben Beispiel:
Jeder neue Sprecher erhält eine neue Zeile.

„Hallo“, sagte er.
„Wie geht’s dir?“, fragte sie.
„Mir geht es gut.“
„Mir geht es auch gut“, erwiderte sie.
Falsch: „Mir geht es auch gut.“, erwiderte sie.
 
Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen stehen innerhalb der Anführungszeichen. Das Komma folgt nach den Anführungszeichen und vor fragte/sagte/antwortete etc.!
Wenn ein „sagte er/sie“ folgt, muss ein Komma nach den Anführungszeichen stehen. Das gilt auch, wenn ein Ausrufezeichen oder Fragezeichen im Dialog vorkommen. Aber Achtung: Einen Punkt am Ende der gesprochenen Worte setzt man nur, wenn fragte/sagte/antwortete etc. nicht folgt.

Prüfe, ob der Sprecher der Dialogzeile klar erkenntlich ist. Wenn nicht, erwähne ihn namentlich.
„Hallo“, sagte Matthias.
Oder noch besser:
„Hallo.“ Matthias hob zur Begrüßung die Hand. Dazu aber mehr unter Punkt 10 „Bühnenaktion“

Extra-Tipp: Verwende die Namen der Figuren nicht zu häufig! Sofern klar ist, wer mit "sie" gemeint ist, benutze nur "sie". Es ist ein typischer Fehler, den ich immer wieder sehe. Dabei erzeugen zu viele Namensnennungen eine größere Distanz zum Leser und der Leser kann sich nicht mehr so leicht in die Figur hineinversetzen.
Und verwende noch seltener Umschreibungen wie die Tochter, die Frau, das Mädel, der Bursche, der Junge etc.!


5. Schule ade!

Dialoge schreiben mit sagte, fragte, antwortete, erwiderte

Damit kommen wir zu einem der häufigsten Probleme, die ich kenne:
Die Schule hatte ich ja schon erwähnt. Was man dort lernt, ist leider nicht immer sinnvoll fürs Roman Schreiben. So auch die Übung, möglichst unterschiedliche „Inquitformeln“ zu verwenden. Gemeint ist, dass man viele Verbvarianten von sagte und fragte verwendet, wie flüsterte, schrie, plapperte, zischte usw.

Das ist aber totaler Quatsch für deinen Roman!

In einem Roman Dialoge schreiben heißt, nicht beweisen zu wollen, wie gut man sich ausdrücken kann. Es geht nur darum, den Leser zu begeistern und in die Geschichte zu ziehen. Das bedeutet, dass er in den meisten Fällen nicht wissen muss, wie etwas gesagt wurde, sondern was!
Es ist nicht langweilig, häufig "sagte" zu verwenden. Man muss hier nicht für den Leser Abwechslung hinein bringen! Das Tolle an sagte, fragte, antwortete, erwiderte ist: Man überliest es und konzentriert sich weiter voll auf das, was gesagt wurde.

Natürlich gibt es einige Fälle, in denen es Sinn macht, den Fokus auf das Wie zu legen. Zum Beispiel, wenn jemand aufschreit, obwohl er leise sein sollte, oder überraschend piepsig redet, obwohl er ein Muskelprotz ist.
Falls du es nicht glaubst, dann zähle mal in beliebten Romanen nach, wie oft da auf zwei, drei Seiten „sagte“ steht. Wenn es dir trotzdem missfällt so oft „sagte“ zu schreiben, dann warte Punkt 10 ab. :-)

Und noch ein Dialog Tipp
am Rande: Man kann nicht etwas lächeln oder lachen, das sind keine Verben des Sagens.
Falsch: „Das ist aber lieb“, lächelte sie.
Richtig: „Das ist aber lieb.“ Sie lächelte.


6. Subtext 

Subtext für gute Dialoge

Subtext ist das, was zwischen den Zeilen steht. Also das, was gemeint ist, aber nicht ausgesprochen wird. Ein tolles Mittel zum Manipulieren von Figuren, aber auch, um Missverständnisse und Komplikationen hervorzurufen.
Subtext Beispiele sind so etwas wie:
„Findest du nicht auch, es zieht hier?“
Formal gesehen ist die Aussage: Ich finde, es zieht. Und die Frage: Du auch?
Der Subtext könnte aber sein: „Mach doch bitte mal das Fenster zu".
Anderes Subtext Beispiel:
„Ich gehe jetzt spazieren.“ Klare Aussage.
Der Subtext könnte sein: „Deine letzte Chance mitzukommen! Los, entscheid dich um und komm doch mit!"
Wunderbar zu beobachten sind auch Subtexte bei Verhören in Krimis. Beim Klassiker wird der Subtext vom Verhörten auch mal ausgesprochen:
„Wo waren Sie am Freitag um 13.00 Uhr?“
„Wie, bin ich jetzt ein Verdächtiger? Verdächtigen Sie mich etwa?“
Hier interpretiert der Verhörte Subtext in die Frage und sieht sich dadurch selbt verdächtigt.

In Liebesromanen kann ein Dialog mit Subtext schön zu Komplikationen führen, weil das, was mittels Subtext gesagt wurde, beim Empfänger leider nicht ankam.
Subtext bereichert Dialoge ungemein, macht sie spannend und würzig.

Subtext Übung: Versuche dir in Romanen und auch gern in Filmen bewusst zu machen, was die Aussage in einem Dialog ist und was eigentlich gemeint war.
Kontrolliere auch gern schon von dir geschriebenen Dialog  daraufhin, ob du Subtext verwendest.

Du kannst Subtext üben, indem du dir im Vornherein überlegst, was deine Figur "eigentlich" will, warum sie das aber nicht direkt anspricht. Oft glaubt aber auch jemand, dass er schon klar gesagt hätte, was er will, obwohl es nur angedeutet war. Nach dem Motto "das habe ich doch gesagt!" (aber eigentlich hat sie das nur gemeint, nicht gesagt!). Was will deine Figur also und wie sagt sie es schlussendlich?

​​​​7. Ziel

Drama, Baby! Gute Dialoge haben ein Ziel und Konflikt

​"Guten Morgen.“
„Morgen.“
„Magst du ein Ei?“
„Heut lieber nicht. Danke.“

Hm. Nicht so wirklich spannend. Es passiert nichts, ist alltägliches Geplänkel und ja, lass es einfach weg! Du musst nicht jede Kleinigkeit aus dem Leben deiner Figuren erzählen. Das ermüdet nur!
Wenn es wichtig ist, kannst du es zusammenfassen: Am Morgen begrüßte er sie und bot ihr an, ein Frühstücksei zu kochen.
Hm. Lass es lieber weg! ;-)
Oder pepp es auf. Baue einen Konflikt ein. Baue immer einen Konflikt ein!

Panik

Ich übertreibe:
„Guten Morgen.“ Sein Grinsen hing kalt in seinem Gesicht.
„Morgen.“ Sie hätte aus dem Badezimmerfenster klettern sollen. Warum nur war sie heruntergekommen? Aber sie wusste die Antwort auch schon. Sie konnte noch immer nicht glauben, was gestern passiert war.
„Magst du ein Ei?“
Sie hielt die Luft an. „Heut lieber nicht. Danke“, presste sie hervor. Er wusste, dass sie hochgradig allergisch auf Hühnereiweiß reagierte. Nun war sie sich sicher; sie wäre besser aus dem Badezimmerfenster geflohen.

Ach ja, mit Konflikt meine ich übrigens nicht unbedingt den dritten Weltkrieg oder eine Morddrohung. Ein Konflikt ist ein Ziel mit Hindernissen. Frage dich also immer, was für ein Ziel hat deine Figur hier und was steht ihr im Wege. Dann findest du auch ganz einfach die Konflikte.

8. Langweilig?

Kein langweiliger Schlagabtausch, sondern die Handlung vorantreiben

Damit sind wir auch schon am 8. Punkt, der auch heißen könnte: Streiche jeden überflüssigen Dialog.
Woran erkennst du nun überflüssigen Dialog? Streiche ihn (haha), dann weißt du es! Fehlt nichts, bleibt er gestrichen. Fehlt etwas, dann frage dich trotzdem, ob du den Dialog wirklich brauchst oder ob eine Zusammenfassung nicht besser wäre. Statt eines ellenlangen Schlagabtausches, in der zwei Figuren versuchen, einen Termin zu finden, kannst du auch knapp schreiben: Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis Melanie endlich nachgab und einem Termin am Donnerstag zustimmte.

Ein Konflikt wäre sogar vorhanden, aber der Dialog über die Terminsuche hätte nicht die Handlung vorangetrieben. Das sollte guter Dialog aber immer! (Ok., manchmal darf Dialog auch nur eine Figur charakterisieren oder unterhalten, wenn er witzig ist.)

Dialog Stopp
1.    Dialoge schreiben mit spezieller Figurensprache
Du hast sicher gute Figuren für deinen Roman konstruiert. Wie traurig wäre es, wenn in deinem Dialog dann versehentlich all deine Figuren klingen, wie duselbst? Das passiert leider nämlich häufig.
Achte darauf, dass deine Hauptfigur genau so spricht, wie eben nur sie sprechen kann. Woran erkennt man sie wieder, wenn man nur den Dialogtext lesen könnte, ohne zu wissen, dass sie gerade geredet hat? Hat sie Lieblingsworte? Wie ist ihr Wortschatz? Flucht sie viel? Gibt es bestimmte Satzbauten, die für sie typisch sind? Unterbricht sie andere ständig oder sich selbst? Wie sieht es mit der Aussprache, der Betonung oder Akzenten aus? Stottert sie vielleicht sogar?
Denke aber bitte daran, nicht zu übertreiben. Sonst wirkt der Dialog schnell überzogen und ist nicht mehr gut lesbar. Aber eine Sprechweise, die für deine Figuren charakteristisch ist, ist für deine Geschichte wie das Salz für die Suppe! Lass es nicht weg!

2.    Guter Dialog charakterisiert die Figuren
So wie deine Figur durch ihre spezielle Sprechweise wiedererkennbar sein soll, so sollte sie auch etwas über die Figur verraten – am besten so, dass du es gar nicht groß in deiner Geschichte erwähnen musst. Aus welcher Region kommt deine Figur? Aus welchem Millieu? Ist sie gut gebildet? Arm? Ist sie introvertiert oder ein Draufgänger?
Gleiche Aussage, anderer Sprecher:
„Ey, schmeiß rüber man!“
„Würden Sie mir bitte das Salz reichen?“
Natürlich ist das überspitzt, macht aber hoffentlich klar, dass man an der Wortwahl schon unglaublich viel von der Figur erkennt. Nutze das!

3.    Dialog, wie der Schnabel gewachsen ist (Entglisch, Dialekt etc.)
Einen Dialog zu lesen, wie er im wahren Leben vorkommt, wäre sehr anstrengend. Ständiges verhaspeln, nicht abgeschlossene Sätze, ins Wort fallen, viel Umgangssprache ... Es kommt also auf die Mischung an.
Dialog soll natürlich klingen, ist aber immer eine Kunstform. Am wichtigsten bleibt, dass der Leser nicht aus dem Lesefluss fällt. Spricht eine Figur zum Beispiel Englisch, so müsstest du jetzt ja eigentlich auf Englisch weiterschreiben. Aber dein Leser liest gerade einen deutschen Roman. Macht also keinen Sinn.
Du kannst das lösen, indem du nur ein oder zwei englische Worte einfügst, dann aber auf Deutsch weiterschreibst. Du kannst aber auch erklären, dass deine Figur auf Englisch antwortet. Auch was Dialekt angeht, kannst du das so lösen.
„Wonderful!“, antwortete sie auf Englisch. „Diesen Ausflug werde ich nie vergessen!“
Oder:
„Nei, nei. Bei uns zieh’n Sie Puschen an. Ihre schmutzigen Äppelkähne bleiben schön da draußen!“ Sie deutete auf Friederikes ausgetretene Schuhe und dann auf den Treppenabsatz vor der Haustür.

4.    Dialog schreiben – wie geht das formal
Auch wenn Romanschreiben selten etwas mit dem zu tun hat, was wir mal in der Schule gelernt haben, bei der Zeichensetzung ist das Gelernte dann doch wichtig. Aber, oh je, dann gab es ja auch noch die Rechtschreibreform und seither ist alle etwas anderes. Damit es keine Unsicherheiten mehr gibt, hier die korrekte Schreibweise. Da lohnt es sich, die richtige Schreibweise einmal richtig zu verinnerlichen. Dann muss man später deutlich weniger korrigieren.

Jeder neue Sprecher erhält eine neue Zeile.
„Hallo“, sagte er.
„Wie geht’s dir?“, fragte sie.
„Mir geht es gut.“
„Mir geht es auch gut“, erwiderte sie.
Falsch: „Mir geht es auch gut.“, erwiderte sie.
 
Das Komma folgt nach den Anführungszeichen und vor fragte/sagte/antwortete etc.! Aber Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen stehen innerhalb der Anführungszeichen.
Wenn ein „sagte er/sie“ folgt, muss ein Komma nach den Anführungszeichen stehen. Das gilt auch, wenn ein Ausrufezeichen oder Fragezeichen im Dialog vorkommen. Aber Achtung: Einen Punkt am Ende der gesprochenen Worte setzt man nur, wenn fragte/sagte/antwortete etc. nicht folgt.

Prüfe, ob der Sprecher der Dialogzeile klar erkenntlich ist. Wenn nicht, erwähne ihn namentlich.
„Hallo“, sagte Matthias.
Oder noch besser:
„Hallo.“ Matthias hob zur Begrüßung die Hand. Dazu aber mehr unter Punkt 10 „Bühnenaktion“

5.    Dialoge schreiben mit sagte, fragte, antwortete, erwiderte
Damit kommen wir zu einem der häufigsten Probleme, die ich kenne:
Die Schule hatte ich ja schon erwähnt. Was man dort lernt, ist leider nicht immer sinnvoll fürs Romanschreiben. So auch die Übung, möglichst unterschiedliche „Inquitformen“ zu verwenden. Gemeinst ist, dass man viele Varianten von sagte und fragte verwendet, wie flüsterte, schrie, plapperte, zischte usw.

Das ist aber totaler Quatsch für den Roman!

In einem Roman geht es nicht darum, zu zeigen, wie gut man sich ausdrücken kann. Es geht nur darum, den Leser zu begeistern und mitzuziehen. Und das bedeutet, dass er in den meisten Fällen nicht wissen muss, wie etwas gesagt wurde, sondern was!
Das Tolle an sagte, fragte, antwortete, erwiderte ist: Man überliest es und konzentriert sich weiter voll auf das, was gesagt wurde. Natürlich gibt es seltene Fälle, in denen es Sinn macht, den Fokus auf das Wie zu legen. Zum Beispiel, wenn jemand aufschreit, obwohl er leise sein sollte, oder überraschend piepsig redet, obwohl da er ein Muskelprotz ist.
Falls du es nicht glaubst, dann zähle mal in beliebten Romanen nach, wie oft da auf zwei, drei Seiten „sagte“ steht. Wenn es dir trotzdem missfällt so oft „sagte“ zu schreiben, dann warte Punkt 10 ab. :-)

Und noch ein Tipp am Rande: Man kann nicht etwas lächeln oder lachen, das sind keine Verben des Sagens.
Falsch: „Das ist aber lieb“, lächelte sie.
Richtig: „Das ist aber lieb.“ Sie lächelte.

6.     Subtext für gute Dialoge
Subtext ist das, was zwischen den Zeilen steht. Also das, was gemeint ist, aber nicht ausgesprochen wird. Ein tolles Mittel zum Manipulieren von Figuren, aber auch, um Missverständnisse und Komplikationen hervorzurufen.
Klassiker sind so etwas wie:
„Findest du nicht auch, es zieht hier?“
Formal gesehen ist die Aussage: Ich finde, es zieht. Und die Frage: Du auch?
Der Subtext könnte aber sein: Mach doch bitte mal das Fenster zu.
Anderes Beispiel:
„Ich gehe jetzt spazieren.“ Klare Aussage.
Der Subtext könnte sein: „Deine letzte Chance mitzukommen! Los, entscheid dich um und komm doch mit!
Wunderbar zu beobachten sind auch Subtexte bei Verhören in Krimis. Beim Klassiker wird der Subtext vom Verhörten auch mal ausgesprochen:
„Wo waren Sie am Freitag um 13.00 Uhr?“
„Wie, bin ich jetzt ein Verdächtiger? Verdächtigen Sie mich etwa?“
In Liebesromanen kann ein Dialog mit Subtext schön zu Komplikationen führen, weil das was mittels Subtext gesagt wurde, beim Empfänger leider nicht ankam.
Subtext bereichert Dialoge ungemein, macht sie spannend und würzig.

Übung: Versuche dir in Romanen und auch gern Filmen mal bewusst zu machen, was die Aussage in einem Dialog ist und was eigentlich gemeint war.
Kontrolliere auch gern schon von dir geschriebenen Dialog mal daraufhin, ob du Subtext verwendest.

7.    Drama, Baby! Gute Dialoge haben ein Ziel und Konflikt
„Guten Morgen.“
„Morgen.“
„Magst du ein Ei?“
„Heut lieber nicht. Danke.“

Hm. Nicht so wirklich spannend. Es passiert nichts, ist alltägliches Geplänkel und ja, lass es einfach weg! Du musst nicht jede Kleinigkeit aus dem Leben deiner Figuren erzählen. Das ermüdet nur!
Wenn es wichtig ist, kannst du es zusammenfassen: Am Morgen begrüßte er sie und bot ihr an, ein Frühstücksei zu kochen.
Hm. Lass es lieber weg! ;-)
Oder pepp es auf. Baue einen Konflikt ein. Baue immer einen Konflikt ein! Ich übertreibe:
„Guten Morgen.“ Sein Grinsen hing kalt in seinem Gesicht.
„Morgen.“ Sie hätte aus dem Badezimmerfenster klettern sollen. Warum nur war sie hier heruntergekommen? Aber sie wusste die Antwort auch schon. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass gestern passiert war, was passiert war.
„Magst du ein Ei?“
Sie hielt die Luft an. „Heut lieber nicht. Danke“, flüsterte sie leise. Er wusste, dass sie hochgradig allergisch auf Hühnereiweiß reagierte. Nun war sie sich sicher; sie wäre besser aus dem Badezimmerfenster gelohen.

Ach ja, mit Konflikt meine ich übrigens nicht den dritten Weltkrieg oder eine Morddrohung. Ein Konflikt ist ein Ziel mit Hindernissen. Frage dich also immer, was für ein Ziel hat deine Figur hier und was steht ihr im Wege. Dann findest du auch ganz einfach die Konflikte.

8.    Kein langweiliger Schlagabtausch, sondern Handlung vorantreiben
Damit sind wir auch schon am 8. Punkt, der auch heißen könnte: Streiche jeden überflüssigen Dialog.
Woran erkennst du nun überflüssigen Dialog? Streiche ihn (haha), dann weißt du es! Fehlt nichts, bleibt er gestrichen. Fehlt etwas, dann frage dich trotzdem, ob du den Dialog wirklich brauchst oder ob eine Zusammenfassung nicht besser wäre. Statt eines ellenlangen Schlagabtausches, in der zwei Figuren versuchen, einen Termin zu finden, kannst du auch knapp schreiben: Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis Melanie endlich nachgab und einem Termin am Donnerstagnachmittag zustimmte.

Ein Konflikt war sogar vorhanden, aber der Dialog über die Terminsuche hat nicht die Handlung vorangetrieben. Das sollte guter Dialog aber immer! (Ok., manchmal darf Dialog auch nur eine Figur charakterisieren oder unterhalten, wenn er witzig ist.)

Achte darauf, dass deine Dialoge immer mit deiner Geschichte zu tun haben und diese in Schwung hält. Wenn deine Geschichte sich um die Aufklärung eines Mordes dreht, dann sollte sich der Dialog nicht um die Schwimmstunden des sechsjährigen Detektivs drehen. Es sei denn, es ist eine Taktik vom Detektiv und hat damit wieder etwas mit dem Fall zu tun.

Dialoge bringen Abwechslung und Lebendigkeit in einen Text. Vermeide jedoch seitenlangen Schlagabtausch und füge ab und an einen erzählerischen Text ein.

9.    Kein Infomüll in den Dialog packen!
Nutze bitte niemals unüberlegt Dialoge dafür, Informationen an den Leser zu vermitteln. In den allermeisten Fällen wirkt das total unnatürlich und der Leser spürt die Absicht vom Autor. Damit ist aber der ganze Lesegenuss im Eimer.
Das liest sich dann etwa wie eine amerikanische Werbeverkaufssendung:
„Oh schau mal Wiebke. Wenn ich hier an dem Hebel ziehe, dann bewegt sich da oben ein Rad.“
„Wow Richard, das ist ja spannend!“
„Wiebke, da, da! Jetzt löst sich der Riemen!“
„Nein!“
„Doch!“ (Ok., ich übertreibe wieder ;-))

Wenn der Leser für den Verlauf der Geschichte unbedingt wissen muss, wie die Maschine funktioniert, verpacke das Thema entweder in einen Konflikt oder fasse es zusammen.
Einen Konflikt könntest du erzeugen, wenn du Richard versuchen lässt, seinem Chef die Maschine zu erklären, weil sein Job davon abhängt. Er hat sie verbessern können, was sein Chef aber noch gar nicht verstanden hat. Sein Chef denkt dagegen, dass Richard schuld an der zu langsamen Produktion sei.
Eine Zusammenfassung könnte so lauten: Richard betätigte den Hebel wie jeden Morgen. Die Maschine ratterte los, das Zahnrad löste den Riemen und startete die Produktion. Richard kannte jeden Mechanismus im Inneren des Kastens auswendig. ...

10.    Die Bühnenaktion für den perfekten Dialog
Etwas verknappt: Wenn du ein Drehbuch schreibst, schreibst du fast nur Dialog. Der Zuschauer wird aber viel mehr sehen, nämlich auch die Bühnenausstattung und vor allem die Handlung des Schauspielers – das nenne ich die „Bühnenaktion“. Das sind alles Dinge, die du als Romanautor in deine Geschichte schreiben muss, damit das „Kopfkino“ beim Leser startet. Vielleicht erscheint dir das jetzt als aufwändig, aber genau darin liegt ja auch ein Reiz vom Romanschreiben, oder? Außerdem kannst du es auch noch für die Königsdisziplin beim Dialogschreiben nutzen:

Schreibe nicht, wer etwas sagt (sagte er), sondern zeige, was derjenige macht!
So sparst du dir das ewige „sagte“ und zeigst dem Leser gleich, was wo passiert. Automatisch weiß der Leser auch, wer gerade gesprochen hat. Tatata! Die perfekte Lösung!

Ein Beispiel gefällig?
Sabine durchwühlte ihre Handtasche nach dem Autoschlüssel. „Wo ist das Miststück?“
„Jetzt bleib mal locker!“ Anton lehnte sich an das Auto und fing an, sich eine Zigarette zu drehen.

Das waren die 10 wichtigsten Tipps, um gute Dialoge zu schreiben.

Wenn du magst, kommt hier noch eine Übung: Untersuche den Dialog in deinen Lieblingsbüchern. Wie haben die Autoren es dort gelöst? Gefällt dir das? Wenn ja, warum? Finde gern auch einen Roman, in dem dir der Dialog nicht gefallen hat. Woran lag es?
Du kannst dir auch Filme anschauen und den Dialog darin untersuchen. Was wird gesagt, was ist wirklich gemeint? Wie sieht also der Subtext aus? Und was wird nicht gesagt, sondern durch die Schauspieler dargestellt (was müsstest du also zum Dialog noch schreiben)?

Einer meiner Lieblingsfilme ist übrigens „Von Löwen und Lämmern“. Sowohl inhaltlich schätze ich den Film sehr, aber besonders in Bezug auf Dialog bin ich fasziniert. Es gibt drei Erzählstränge und nur einer beinhaltet filmtypische „Action“. Die beiden anderen finden zu 90% in jeweils einem Raum statt. Einmal sitzen sich ein Professor und ein Student in einem Minibüro gegenüber, das andere Mal eine Journalistin und ein Senator in dessen Büro. Und dann wird geredet! Und geredet! Und geredet! Und ich bin jedes Mal gefesselt! Fasziniert! Gefangen!
Definitiv sehenswert!

Viel Erfolg mit deinen Dialogen! Hast du Fragen? Zu welchem Schreibtyp gehörst du? Fällt es dir leicht, mit dem Dialog zu starten, schreibst du vielleicht sogar zu viel? Oder brauchst du etwas Anlauf?
Helfen dir die Tipps hier im Artikel? Schreib mir hier einen Kommentar!

Um wirklich interessante Dialoge zu schreiben, musst du darauf achten, dass die Dialoge immer mit deiner Geschichte zu tun haben und diese in Schwung halten. Wenn deine Geschichte sich um die Aufklärung eines Mordes dreht, dann sollte sich der Dialog nicht um die Schwimmstunden des sechsjährigen Detektivs drehen. Es sei denn, es ist eine Taktik vom Detektiv und hat damit wieder etwas mit dem Fall zu tun.

Dialoge bringen Abwechslung und Lebendigkeit in einen Text. Vermeide jedoch seitenlangen Schlagabtausch und füge ab und an einen erzählerischen Text ein.

Sehr schön finde ich auch das Zitat von Elke Bockamp im Interview auf der 1. Online Autorenmesse, mit dem Thema "Interessante Dialoge schreiben":

Guten Dialog schreiben

9. Infos verpacken

Keinen Infomüll in den Dialog packen!

Nutze bitte niemals unüberlegt Dialoge dafür, Informationen dem Leser zu vermitteln. In den allermeisten Fällen wirkt das total unnatürlich und der Leser spürt die Absicht vom Autor. Damit ist der ganze Lesegenuss im Eimer.
Das liest sich dann etwa wie eine amerikanische Werbeverkaufssendung.

Hier ein Beispiel für schlechten Dialog:
„Oh schau mal Wiebke. Wenn ich hier an dem Hebel ziehe, dann bewegt sich da oben ein Rad.“
„Wow Richard, das ist ja spannend!“
„Wiebke, da, da! Jetzt löst sich der Riemen!“
„Nein!“
„Doch!“ (Ok., ich übertreibe ;-))

Wenn der Leser für den Verlauf der Geschichte unbedingt wissen muss, wie die Maschine funktioniert, verpacke das Thema entweder in einen Konflikt oder fasse es zusammen.
Einen Konflikt könntest du erzeugen, wenn du Richard versuchen lässt, seinem Chef die Maschine zu erklären, weil sein Job davon abhängt. Er hat sie verbessern können, was sein Chef aber noch gar nicht verstanden hat. Sein Chef denkt dagegen, dass Richard schuld an der zu langsamen Produktion sei.
Eine Zusammenfassung dagegen könnte so lauten: Richard betätigte den Hebel wie jeden Morgen. Die Maschine ratterte los, das Zahnrad löste den Riemen und startete die Produktion. Richard kannte jeden Mechanismus im Inneren des Kastens auswendig. ...

10. Die Königsdisziplin

Die Bühnenaktion für den perfekten Dialog

Jetzt mein absoluter Lieblingstipp!!!

Etwas verknappt: Wenn du ein Drehbuch schreibst, schreibst du fast nur Dialog. Der Zuschauer wird aber viel mehr sehen, nämlich auch die Bühnenausstattung und vor allem die Handlung des Schauspielers – das nenne ich die „Bühnenaktion“. Das sind alles Dinge, die du als Romanautor in deine Geschichte schreiben muss, damit das „Kopfkino“ beim Leser startet. Vielleicht erscheint dir das jetzt als aufwändig, aber genau darin liegt ja auch ein Reiz vom Romanschreiben, oder? Außerdem kannst du es auch noch für die Königsdisziplin beim Dialogschreiben nutzen:

Schreibe nicht, wer etwas sagt (sagte er), sondern zeige, was derjenige macht!
So sparst du dir das ewige „sagte“ und zeigst dem Leser gleich, was wo passiert. Automatisch weiß der Leser auch, wer gerade gesprochen hat.

Tatata! Die perfekte Lösung!

Ein Dialog Beispiel gefällig?

„Wo ist das Miststück?“, fragte Sabine und durchwühlte ihre Handtasche.
„Jetzt bleib mal locker!“, erwiderte Anton und drehte sich eine Zigarette.

VERSUS

Sabine durchwühlte ihre Handtasche nach dem Autoschlüssel. „Wo ist das Miststück?“
„Jetzt bleib mal locker!“ Anton lehnte sich an das Auto und fing an, sich eine Zigarette zu drehen.

Kein preisgewinnender Text, aber du siehst, dass du völlig ohne Verben des Sagens auskommst, wenn du die Figuren handeln lässt und das vor oder nach dem Gesprochenen einfügst. Damit schlägst du ganz viele Fliegen mit nur einer Klappe! Wunderbar!

Dialog Übung: Streiche die Verben des Sagens und füge Handlung ein (falls du sie nicht eh schon drin stehen hast).

Bühnenaktion

Das waren die 10 wichtigsten Tipps, um gute Dialoge zu schreiben.

Suche dir am besten einen Tipp nach dem anderen aus und mache dich daran, deinen bisheringen Dialog daraufhin zu kontrollieren und zu überarbeiten. Dann wird es auch dir bald leicht fallen, richtig guten Dialog zu schreiben.


Wenn du magst, kommt hier noch eine

Dialog Übung 

Untersuche den Dialog in deinen Lieblingsbüchern. Wie haben die Autoren es dort gelöst? Gefällt dir das? Wenn ja, warum? Finde gern auch einen Roman, in dem dir der Dialog nicht gefallen hat. Woran lag es?
Du kannst dir auch Filme anschauen und den Dialog darin untersuchen. Was wird gesagt, was ist wirklich gemeint? Wie sieht also der Subtext aus? Und was wird nicht gesagt, sondern durch die Schauspieler dargestellt (was müsstest du also zum Dialog noch schreiben)?


Filmbeispiel - super Beispiele für gute Dialoge

Einer meiner Lieblingsfilme ist „Von Löwen und Lämmern“. Hier findest du garantiert gute Dialog Beispiele!
Sowohl inhaltlich schätze ich den Film sehr, aber besonders in Bezug auf Dialog bin ich fasziniert. Es gibt drei Erzählstränge und nur einer beinhaltet filmtypische „Action“. Die beiden anderen finden zu 90% in jeweils einem Raum statt. Einmal sitzen sich ein Professor und ein Student in einem Minibüro gegenüber, das andere Mal eine Journalistin und ein Senator in dessen Büro. Und dann wird geredet! Und geredet! Und geredet! Und ich bin jedes Mal gefesselt! Fasziniert! Gefangen!
Definitiv sehenswert! Und toll zum Dialoge Untersuchen.

Viel Erfolg mit deinen Dialogen!

Hast du Fragen? Zu welchem Schreibtyp gehörst du? Fällt es dir leicht, mit dem Dialog zu starten, schreibst du vielleicht sogar zu viel? Oder brauchst du etwas Anlauf? Und helfen dir die Tipps hier im Artikel? Schreib mir hier einen Kommentar!

P.S.: Worauf du noch achten kannst, um einen wirklich guten Roman zu schreiben zu können, erfährst du hier, wenn es um das Erzeugen von Kopfkino beim Leser geht.

Über den Autor:

Jurenka Jurk ist selbst Romanautorin, ihr Roman ist bei Weltbild erhältlich. Aber hauptsächlich unterrichtet sie mit Leidenschaft und viel persönlicher Betreuung, wie man Romane schreibt. Sie hat 2009 den Studiengang „Kreatives Schreiben“ an der IB Hochschule Berlin abgeschlossen und seither mehr als 200 angehende Autoren Schritt für Schritt bei ihren Schreibprojekten begleitet. www.schreibfluss.com
  • Jenny sagt:

    Hi,
    ich gehör zu denen, die sehr viel Geschehen mit Dialogen transportieren.
    Bei mir wird ständig geredet.

    Mich fasziniert Bernhard Aichner, der das in seinen Max-Broll Romanen auf die Spitze treibt.
    Ganz so viele Dialoge nutze ich in meinen Geschichten nicht, aber ich finde, die direkte Rede ist ein tolles Element, um lebhaft zu schreiben.

    Danke für die vielen guten Tipps, ich werd gleich mal meine Texte durchackern. :)
    Alles Liebe, Jenny

    • Jurenka sagt:

      Liebe Jenny,
      danke dir für deinen Kommentar! Und viel Spaß beim „Texte durchackern“! Freut mich sehr, wenn dir der Artikel gefallen hat!
      Herzlich,
      Jurenka

  • Frank Terwogt sagt:

    Hallo Jurenka,
    Ich bin ein Dialogschreiber. Habe dabei festgestellt, dass ein Dialog am Anfang des ersten Kapitels einen starken Lesesog auslöst.
    Super Tips! Für mich persönlich ist die Nummer Eins der Wichtigste.
    Weiter so!
    Liebe Grüße, Frank

    • Jurenka sagt:

      Lieber Frank,
      danke dir für das Lob! Und ja, gut gestalteter Dialog zieht den leser richtig mit!
      Herzlich,
      Jurenka

  • Thomas Bernard Ames sagt:

    Hi

    ich muß auch sagen, deine Tipps sind oftmals wirklich hilfreich. Es ist immer mal etwas dabei, das man noch nicht kannte, oder aber aus dem Blickfeld verloren hat.

    Von mir ein “ Daumen hoch“ und danke.

    Lg Thomas

    • Jurenka sagt:

      Lieber Thomas,
      das freut mich ganz arg!
      Danke dir!
      Jurenka

  • Petra Weise sagt:

    Ich bin ebenfalls ein Viel-Dialogschreiber, weil man damit seine Personen besonders leicht und gut charakterisieren kann (wie in Tipp 1 und 2). Auch die anderen Tipps gefielen mir gut – nur das ständige „sagte“ überhaupt nicht.

    • Jurenka sagt:

      Liebe Petra,
      ja, oft wird man zum Viel-Dailogschreiber, wenn man sieht, wie toll es für die Figurendarstellung funktioniert. Un was das „sagte“ angeht: Ich rate nicht wirklich dazu, es viel zu benutzen. Es ist nur besser, als ständig andere verben des Sagens zu verwenden. Die schönste Lösung ist, zu zeigen, wer gerade redet:
      „Raus mit dir!“ Richard wies mit der Hand zur Tür.

      Nicht der schönste Satz, soll aber zeigen, dass man gar nicht „sagte“ braucht, wenn man die Person im Anschluss handeln lässt. Vielleicht gefällt dir das besser. ;-)
      Herzlich,
      Jurenka

  • Carmen Engel sagt:

    Hallo Jurenka,

    schöner Artikel mit allem Wichtigen dabei. Ich persönlich liebe Subtext in Dialogen. Ist nur immer nicht so ganz einfach, macht einen Dialog aber ungeheuer spannend.

    Viele Grüße
    Carmen

    • Jurenka sagt:

      Liebe Carmen, ja, Subtext ist grandios und oft kommt er ja ganz intuitiv in den Text. Aber es ist sehr hilfreich, wenn man weiß, wie man ihn erzeugen kann. Zu wissen, was die Person „eigentlich“ will (es vielleicht selbst nicht einmal so genau weiß), hilft enorm. Und sich dann zu überlegen, warum sie es nicht gerade heraus sagt (weil sie es selbst nicht weiß, weil sie höflich sein will, weil sie meint, der andere müsste es eigentlich schon wissen …).
      Wir als Autoren (=Zauberer) müssen die Tricks uns meist bewusst machen, damit wir sie anwenden können.
      Viel Spaß beim Verzaubern deiner Leser. :-)
      Liebe Grüße,
      Jurenka

  • Uli Karg sagt:

    Liebe Jurenka,

    für mich ist der Punkt vier sehr wichtig gewesen. Ich war immer etwas unsicher, wann Komma, wann nicht. Prima zusammengefasst.
    Auch sonst gute Tipps, die ich verwenden kann. vielen Dank dafür.
    Sonnige Grüße aus dem Bayerisch-Schwaben schickt Dir
    Uli

    • Jurenka sagt:

      Das freut mich sehr! Danke dir und dir viel Erfolg! (Punkt 4 musst ich mir vor einigen Jahren auch ganz bewusst „einbimsen“, damit ich das endlich nicht mehr falsch mache).

  • Pia Hönlinger sagt:

    Hallo Jurenka vielen lieben Dank für deine Tipps zum Thema Dialog. Sie haben mir sehr geholfen meine Dialoge zu überarbeiten und auch einige zu streichen. Mir fällt es eigentlich nicht schwer Dialoge zu schreiben, aber nach deinen Tipps habe ich gemerkt wie verbesserungswürdig die eingestzten Dialoge waren. Es sind ja erst ca. vier Kapiteln voll fertig, sodass die Überarbeitung nicht so langwierig war und in den folgenden Kapiteln kann ich nun gleich deine Tipps anwenden. Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

    • Jurenka sagt:

      Liebe Pia, ganz lieben Dank für deine Rückmeldung! Das ist ja ideal, dass du durchs Überarbeiten der vier Kapitel üben konntest und dann jetzt die restlichen Kapitel insgesamt sicher viel besser schreiben wirst!
      Ich wünsche dir ganz viel Erfolg dabei!
      Herzlich,
      Jurenka

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