10 Tipps Zeitmanagement für Autoren

Zeitmanagement für Autoren

Ersten Hilfe gegen Zeitfresser, Schreibblockaden, den inneren Schweinehund und Co.

Du kennst sicher die klassischen Tipps aus dem Zeitmanagement für Autoren: Mache einen Zeitplan, stehe morgens früher auf, schreibe jeden Tag, setze dir feste Schreibzeiten, entscheide dich einfach fürs Schreiben, habe immer ein Notizbuch dabei, setze dir einen Timer ...

Klassische Tipps fürs Zeitmanagement für Autoren gibt es einige. Und die sind durchaus gut!

Aber sie alleine reichen nicht, damit du tatsächlich dein Buch schreibst.

Das glaubst du nicht? Warum setzt du dich dann trotzdem so oft nicht hin, auch wenn du es dir vorgenommen hast? In diesem Artikel gehen wir genau diesem Problem auf die Spur. Mit den folgenden 10 Tipps findest du Zeit zum Schreiben, die du auch wirklich nutzt

Wie finde ich Zeit zum Schreiben?


Wir alle haben die gleiche Menge Zeit. Irgendwo zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Sport und anderen Hobbys möchtest du auch noch Zeit zum Schreiben finden. Das geht schon, irgendwie ... manchmal wenigstens. Ein paar wichtige Tipps dazu findest du auch hier weiter unten. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs!Warum schaffen wir es so oft nicht, uns hinzusetzen und anzufangen, selbst wenn wir uns endlich Zeit zum Schreiben freigeschaufelt haben? Meistens liegt es daran, dass du zuerst noch dein Zimmer aufräumen musst. In einem unordentlichen Umfeld kannst du schließlich nicht schreiben. Und wenn du sowieso schon unterwegs bist, kannst du gleich auch noch eine Maschine Wäsche anwerfen.Und genau das ist das Problem. Denn wenn dir der innere Schweinehund oder Kritiker immer wieder zwischen die Beine grätscht, helfen auch die besten Zeitmanagement Tipps nichts! Durch meine Arbeit mit vielen Schreibenden konnte ich dem Thema Zeitmanagement für Autoren in den letzten Jahren ausgiebig auf dem Grund gehen. Die 10 wichtigsten Tipps habe ich dir hier zusammengetragen, damit du wirklich Zeit zum Schreiben zu findest.Die Kombination aus klassischen Zeitmanagement Tipps und innerer Arbeit, wird dir helfen, wirklich ins Schreiben zu kommen und dein Buchprojekt voranzubringen.


Wann sollte ich etwas für mein Zeitmanagement tun?

Wenn du einen oder mehreren der folgenden Punkte bei dir bemerkst, lohnt es sich, dein Zeitmanagement und deine inneren Hürden genauer anzugehen:

  • Du sprichst schon seit Jahren davon, ein Buch zu schreiben, hast aber noch immer nichts nennenswertes vorzuweisen
  • Du bist unzufrieden, weil du nicht zum Schreiben kommst, obwohl es dir eigentlich so wichtig ist
  • Du hast bisher noch niemandem davon erzählt, dass du schreibst, weil du das Gefühl hast, dass dein Wunsch, zu schreiben, nicht wichtig genug ist
  • Du hast einen vollgepackten Alltag und trotzdem das Ziel, innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre ein Buch fertig zu schreiben

10 Tipps: 

um Zeit zum Schreiben zu finden

Zeitfresser-Monster

Copyright ©Depositphotos.com/bertoszig

1. Zeitfresser finden

Wenn die Zeitfresser-Monster an der Uhr drehen

Was, schon so spät? Schon wieder ist ein Tag vorbei, an dem du nicht zum Schreiben gekommen bist. Hast du auch das Gefühl, dass kleine fiese Monster an deiner Uhr knabbern und sich mit deinen Minuten vollfuttern? Diese Monster heißen Zeitfresser.

Seitdem ich meinen Zeitfressern auf die Spur gekommen bin, kann ich besser mit ihnen und der Frage „Wer hat an meiner Uhr gedreht?“ umgehen.

Wie ich das geschafft habe? Ganz einfach: Ich habe mich hingesetzt und aufgeschrieben, welche Dinge mich vom Schreiben abhalten. Da gab es zum Beispiel kleine Hindernisse, wie Geräusche, zu kurze Zeitfenster von nur 10 Minuten, Fernsehen, und natürlich auch größere Hindernisse, wie z.B. meine Familie, mein Perfektionismus, Handy, Internet ...

Damit auch du deinen Zeitfressern auf die Schliche kommst, setze dich hin und mache deine eigene Bestandsaufnahme. Sicherlich hast du andere Zeitfresser als ich, die du für dich als klein oder groß erachtest. Wichtig ist, dass du sie alle aufschreibst! Am besten führst du diese Liste über mehrere Tage, denn nur so bekommst du alle deine Zeitfresser zu fassen. Aber erschreck dich nicht, wenn du dir deine Liste im Anschluss ansiehst! Es sieht schlimmer aus, als es ist. In diesem Artikel wirst du noch einige Tipps finden, wie du deinen Zeitfressern den Kampf ansagen kannst und noch mehr Zeit zum Schreiben findest.


2. Schreibmotor antreiben

Kläre deine Motivation und bringe deinen Schreibmotor zum Laufen

Weißt du eigentlich, warum du überhaupt schreibst? Falls du dich nun wunderst, was diese Frage soll: Die Antwort darauf ist gleichzeitig deine Motivation zum Schreiben! Und Motivation ist das Wichtigste, um ins Tun, in unserem Fall ins Schreiben, zu kommen. Viele hochmotivierte Menschen haben eines gemeinsam: Sie wissen ganz genau, was sie erreichen wollen und vor allem warum.

Stelle dir dein Schreiben am besten als eine Art Motor vor: deinen Schreibmotor. Dieser braucht Pflege und den richtigen Kraftstoff, damit er einwandfrei läuft. Dein Kraftstoff ist deine Motivation. Nur wenn du deine Motivation kennst, kommt dein Schreibmotor in den Fluss und gerät nicht ins Stocken. Also: Warum schreibst du? Dir fallen gleich mehrere Gründe dafür ein? Super, schreib sie auf. Dir fällt es schwer, die Frage zu beantworten? Dann setze dich nochmal hin und überlege in Ruhe, was dich antreibt.

Vielleicht traust du dich nicht, zuzugeben, dass du denkst, bessere Bücher als andere Autoren schreiben zu können. Oder du möchtest dein Buch im Buchladen im Regal stehen sehen. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch! Und glaube mir, du bist mit solchen Gedanken nicht alleine. Wichtig ist, dass du bei der Beantwortung der Frage ehrlich zu dir selbst bist. Nur so findest du deine wahre Motivation, die dich auch in schweren Zeiten antreibt und zum Schreiben bringt.

Stelle dir hier ruhig auch konkrete Szenen vor. Wie fühlst du dich, wenn du dein Ziel erreicht hast? Visualisieren heißt hier das Zauberwort. Wie würde es sich z.B. für dich anfühlen, deine eigene Lesung zu geben, deinen Namen auf dem Buchcover zu lesen oder dein Buch in deinen Händen zuhalten? Lass deiner Fantasie freien Lauf.


​3. Kleine Opfer

Mit kleinen Opfern dein Buch voranbringen

„Wusste ich es doch! Ich muss auf was verzichten!“, höre ich dich empört denken. Die Wahrheit ist: Ohne Verzicht geht es leider nicht. Aber keine Sorge! Die Opfer sind verhältnismäßig klein, für das, was du erhältst!

Jeder von uns hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Wie nutzt du deine Zeit? Arbeiten gehen, Kochen, Putzen, Wäsche machen, sich um die Familie kümmern ... Das sind alles wichtige Aufgaben. Aber was ist mit Netflix, fernsehen, lesen, Social Media? Schau mal auf deine Zeitfresser-Liste! Natürlich sollst du dir nicht alles verbieten. Es ist immer auch eine Sache von fleißig sein und Entspannung. Jeder deiner Zeitfresser erfüllt ein Bedürfnis in dir und auch Pausen sind nötig. Achte darauf, dass du eine Balance hast. Dein Kopf braucht Auszeiten, sonst wirst du auf Dauer unzufrieden sein.

Aber wenn dein Leben nur aus den wichtigen Aufgaben und ansonsten Pausen besteht, wirst du mit deinem Buch nicht vorankommen. Denk immer daran: Nur du entscheidest, wie du deine 24 Stunden nutzt.

Frage dich also, ob du bereit bist, für dein Schreiben auf bestimmte Dinge zu verzichten oder diese einzuschränken. Bist du es nicht, ist auch das vollkommen in Ordnung! Triff die Entscheidung, ob du für dein Schreiben verzichtest oder nicht, aber bewusst und sei dir der Konsequenzen bezüglich deines Buches bewusst.

Zeitmanagement

Copyright privat

Wenn du bereit bist, etwas zu ändern, hole deine Familie und Freunde mit ins Boot. Mir hat es sehr geholfen, dass ich mein Schreiben offen in meinem Familien- und Freundeskreis kommuniziert habe.

Erkläre ihnen, wie ernst es dir mit dem Schreiben ist und bitte sie auch um Verständnis, wenn du manche Aktivitäten vielleicht nicht mitmachst, da du lieber schreiben möchtest. Je selbstbewusster du deinen Wunsch äußerst und auch umsetzt, desto ernster nehmen dich deine Liebsten, weil sie sehen, wie wichtig es dir ist. 

Vereinbare mit deiner Familie eine feste Zeit zum Schreiben, in der du nicht gestört wirst; außer die Wohnung brennt. Erinnere sie mit einem „Bitte nicht stören“-Schild an deiner Tür an diese Abmachung.

Nimm dich und dein Schreiben Ernst!



4. Routine entwickeln

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Finde Rituale und Routinen

Stell dir vor, deine tägliche Schreibzeit naht, aber du bist gedanklich noch bei dem Streit mit deinem Partner. Wäre es da nicht toll, wenn du einen Schalter drücken könntest, durch den du alles hinter dir lassen kannst und der dich direkt in Welt deines Buches katapultiert?

Das ist möglich! Du musst es nur trainieren.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein Ablauf mindestens 60-mal wiederholen werden musst, damit dieser zur Gewohnheit wird. Das bedeutet, wenn du dir angewöhnen willst, täglich zu schreiben, musst du dich ca. zwei Monate täglich hinsetzen und schreiben. Am besten immer an dem gleichen Platz oder zur gleichen Uhrzeit. Das kann dir helfen. Irgendwann denkst du nicht mehr über das Schreiben nach, sondern tust es automatisch.

Anspitzen

​Copyright © Depositphotos.com/AndreyCherkasov

Hast du Rituale beim Schreiben? Oder kurz bevor es losgeht?

Das könnte z.B. sein: eine bestimmte Musik, die letzten drei Sätze nochmal lesen, 5 Minuten freischreiben, eine Tasse mit einem bestimmten Heißgetränk, oder auch das Anspritzen deiner Stifte.

​Sowas hast du noch nicht? Dann wird es höchste Zeit! Ein Ritual ist ein Auslöser, der in deinem Unterbewusstsein platziert wird. Er kann dich dabei unterstützen, ganz schnell vom Alltag ins Schreiben zukommen.

Egal, was es ist, Hauptsache es tut dir gut! Auch hier gilt wieder, es gibt kein richtig oder falsch. Finde ein Ritual, das du nur mit deinem Schreiben verbindest.

5. Innerer Kritiker

Finde Kompromisse

„Das kannst du doch so nicht schreiben!“, „Das will doch eh kein Mensch lesen“. Hast du auch so eine solche Stimme im Kopf? Sie sagt dir, dass du etwas nicht gut genug machst. Diese Stime ist dein innerer Kritiker.

Der innere Kritiker hat die Aufgabe, dich vor Verletzungen zu schützen. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, aber beim Schreiben eher hinderlich.

Was also tun? Die Stimme ignorieren und totschweigen? Das wird nicht klappen. Der innere Kritiker wird entweder immer lauter oder sich andere Ventile suchen, um sich Gehör zu verschaffen.

Daher mein Tipp: Finde Kompromisse! Jeder Anteil in dir möchte eigentlich nur gehört werden und dich schützen. Nimm deinen inneren Kritiker ernst und höre ihm zu. Sage ihm z.B. „Ich schreibe es erst einmal so und wenn ich mich ans Überarbeiten setze, darfst du mir gerne dabei helfen.“

Gehst du in eine Art inneren Dialog mit der Stimme und unterbreitest dieser ein Angebot, verliert sie an Dringlichkeit und verstummt. Sie wurde von dir gehört. Mit Kompromissen entstehen Balance und Zufriedenheit.

Spooky, nicht wahr? Aber lass dich darauf ein und probiere es aus. Du wirst von dem Ergebnis begeistert sein.

Was übrigens mit dem inneren Kritiker gut klappt, kannst du auch für deinen inneren Schweinehund anwenden. Das ist der, der immer lieber auf dem Sofa liegen und Fernsehen schauen würde.


​6. Innerer Schweinehund

Realistische Ziele setzen
Du hast drei Stunden Zeit zum Schreiben vor dir und freust dich wahnsinnig darauf. Jippie! 

Ziehst du am Ende Bilanz, ist die Freude meist schon nicht mehr ganz so groß. Dafür ist der Keller ausgemistet. ;-) Oder bist du gar beim neuesten Youtube-Video deines Lieblingskanals hängengeblieben?

Da hat dir dein innerer Schweinehund wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit ihm kannst du folgenden Kompromiss ausprobieren: „Ich schreibe X Sätze/Minuten und dann schauen wir zusammen den Film an“. Gegen so ein Angebot hat er meistens nichts einzuwenden.

Schweinehund

​Copyright © Depositphotos.com/vitalytitov

Es reichen schon 5 Minuten am Tag. Der entscheidende Punkt hierbei ist, dass du täglich an deinem Projekt arbeitest.

Das ist ähnlich wie beim Autofahren: Beim Anfahren und Bremsen wird die meiste Energie verbraucht. So ist es auch mit dem Schreiben! Beschäftigst du dich täglich mit deinem Projekt, bleibst du durchgehend gedanklich bei deiner Geschichte.Das ständige wieder einlesen entfällt und du kommst schneller in den Schreibflow.

Wichtig ist, dass du dein tägliches Ziel so klein wie möglich hältst, damit es für dich wirklich erreichbar ist.

Also los, schnappe dir deinen Kalender und lege deine tägliche Schreibzeit fest. X Minuten/X Sätze/X Wörter am Morgen, in der Mittagspause oder am Abend. Ganz wichtig, trage dir diesen Termin in deinen Kalender ein - das macht das Ganze verbindlicher.

Kleiner Tipp von mir: Lass dich kurz vor deiner Schreibzeit vom Handy an den Termin erinnern. Bei mir hat es so gut geklappt, dass sogar mein Mann mich nach zwei Wochen schon vor dem Handy an meine Schreibzeit erinnert hat :-).

Nutze deine Zeit sinnvoll fürs Schreiben. Egal ob im Wartezimmer beim Arzt, in der Straßenbahn, oder auf dem Bahnhof. Normalerweise holst du das Handy raus, um dir die Zeit zu vertreiben. Wie effektiv wäre es, wenn du diese Zeit als zusätzliche Zeit zum Schreiben nutzen kannst? Für solche Gelegenheiten habe ich immer ein kleines Notizbuch und einen Stift in meiner Handtasche. Probier es einfach mal aus, du wirst staunen, wie viel du zusätzlich schaffen kannst.

Denke daran: Täglich, egal wie viel!


Bonus-Tipp:

Was ist Schreibzeit?

Überdenke für dich, welche Arbeiten das Schreiben beinhaltet. Meine Definition von Schreiben ist das Arbeiten an meinem Projekt, wie zum Beispiel die Figurenentwicklung, das Plotten, Recherchieren, Überarbeiten, etc.. Für mich gehört das alles in meine Schreibzeit. Seitdem ich es für mich so definiert habe, fällt es mir noch leichter, täglich zu schreiben. Habe ich gerade keine Lust auf das Schreiben an sich, kann ich etwas Recherchieren oder mich um eine Figur kümmern, die noch nicht rund ist.

7. Unterstützung suchen

Gemeinsam wird vieles einfacher

Wer schreibt, ist in seinem normalen Umfeld meistens alleine. Nur wenige deiner Freunde oder Familie verstehen, was dir das Schreiben bedeutet und warum du es tust. Auch wenn du versuchst, es ihnen zu erklären.

Team

​Image by StockUnlimited

Wie toll wäre es da, wenn du dich mit Gleichgesinnten austauschen könntest? Jemanden, der weiß, wovon du sprichst und der ähnlich tickt. Ein richtiger Schreibbuddy! Jemand, der dich mitreißt und dich unterstützt, wenn du nicht mehr weiter weißt. Aber wie kommst du an so einen Schreibbuddy? Die besten Kontakte knüpfst du in Schreibkursen, Schreibforen, Facebookgruppen etc.. Hier tummeln sich Gleichgesinnte, um sich auszutauschen, zu lernen oder um Hilfe zu bekommen. In meinen Kursen und in meiner Facebookgruppe „Romane schreiben im Schreibfluss“ haben sich schon einige Schreibende gefunden und stehen im regelmäßigen Austausch.

Ob ein Treffen persönlich oder virtuell (z.B. über Skype) stattfindet, ist egal. Die Spielregeln sind für alle gleich. Wichtig sind eine offene Haltung und ein ehrlicher Umgang. Es soll keine Bindung auf Lebenszeit sein. Probiert es aus und wenn es für euch doch nicht passt, dann trennt euch wieder. Ein solches Treffen soll bereichernd für beide Seiten sein. Jeder sollte die gleiche Sprechzeit erhalten, um einen fairen Austausch zu gewährleisten.


8. Abwechslung hilft

Sei offen für Veränderungen

Auch wenn du deine Routinen und Rituale gefunden hast, weiche hin und wieder von ihnen ab. Probiere etwas völlig Neues für dich aus. Hast du schon mal in der Bahn oder im Café geschrieben? Oder in der Küche, im Park oder vor dem Fernseher? Nein? Dann versuche es einfach mal. Du glaubst, dass du das nicht kannst? Hast du es denn schon ausprobiert? Oder nimmst du es nur an?

Ich kenne zum Beispiel eine Autorin, die sehr gut vorm Fernseher schreiben kann. Sie hat es sich aber immer verboten, da „man das so ja nicht macht“. Ein Autor hat am Schreibtisch zu sitzen und womöglich einsam nachts zuschreiben. Vielleicht kennst du ja auch solche Glaubenssätze. Wirf diese über Bord und probiere dich aus. Alles ist erlaubt und nichts zu verrückt. Und falls du feststellen solltest, dass du am besten unter dem Schreibtisch oder im Bett schreiben kannst, dann ist es so!

Also sei nicht überrascht, wenn du erkennen solltest, dass etwas anderes als das, was „man macht“, viel besser für dich funktioniert.

9. Belohne dich

In Etappen zum Ziel

Hast du dich heute schon gelobt? Noch nicht? Dann mach es jetzt! Nimm dir einen bewussten Moment und setze dich hin. Jetzt klopfe dir auf die Schulter, für das, was du schon geschafft hast. Du meinst, es ist nicht lobenswert? Da liegst du aber falsch. Sei stolz!

Belohnung

​Copyright © Depositphotos.com/bertys30

Warum ist das Loben und Stolzsein bei uns eigentlich so negativ behaftet? Es wirkt doch wahre Wunder. Du darfst stolz auf dich sein, wenn du deine Zeit zum Schreiben eingehalten, deine Figuren ausgearbeitet hast, etc. Es gibt so viele Momente, für die du dich loben kannst. Allein schon, dass du für dein Schreiben einen Platz in deinem stressigen Alltag finden möchtest, ist ein dickes Lob wert.

Mein Tipp, damit du das Loben nicht vergisst: Unterteile dein Projekt in kleine Etappen. Überlege dir kleine Belohnungen, die dir Spaß machen und dir guttun. Eis essen, Schwimmen gehen, Lesen, einen schönen Spaziergang, mit dem Mann Essen gehen, eine Massage, ein neuer Stift ... Da gibt es bestimmt so einiges, was dir einfällt. Es muss auch nicht unbedingt Geld kosten. Immer, wenn du eine Etappe erreicht hast, belohne dich mit einer Sache von deiner Belohnungsliste.

Aber Achtung: Achte darauf, dass es wirklich Belohnungen sind! Sonst könnte dein innerer Schweinehund bald auf die Barrikaden gehen. Es wird schwierig, wenn es nur Verbote sind, die dann aufgehoben werden, wenn du eine Etappe geschafft hast. Achte darauf, dass du dich wirklich auf die Belohnungen freust, dass sie etwas Besonderes sind.


10. Das Schreibjournal

Halte deine Schreiberfahrungen fest

Mein ultimativer Tipp für dich: Halte alle deine Schreiberfahrungen in einem Heft oder einem kleinen Buch fest.

  • ​Was funktioniert gut für dich?
  • Was funktioniert weniger gut oder überhaupt nicht?
  • Welche hilfreichen Herangehensweisen hast du für dein Projekt gefunden?
  • Was sind deine Zeitfresser?
  • Wie lautet deine Motivation?
  • etc.

Notiere einfach alles, was mit deinem Schreiben zu tun hat.


Warum das Ganze? Das kostet doch nur wieder Zeit. Nein, im Gegenteil! Es wird dir am Ende mehr Zeit zum Schreiben bringen. Zum Einen dauert es nicht lange, gleich deine Erfahrung oder Feststellung zu notieren. Zum Anderen werden deine gesammelten Erfahrungen zu einem wahren Schatz heranwachsen, mit dem es dir schneller und besser gelingt, in deinen Schreibflow zukommen.

Schreibjournal

​Copyright © Depositphotos.com/MAKI

Du kannst auf deinen Erfahrungsschatz jederzeit zurückgreifen, ohne die Situation nochmals durchlaufen zu müssen. Immer wenn du eine Extraportion Motivation brauchst, blättere in deinen Aufzeichnungen. Das alles hast du schon über dich und dein Schreiben herausgefunden. Ist das nicht toll?

Anhand deiner Notizen kannst du auch sehr gut überprüfen, ob deine Aussagen, z.B. deine Motivation, Zeitfresser etc. überhaupt noch stimmen. Mit der Zeit überprüfe und aktualisiere deine Feststellungen und Beweggründe, denn auf dem Weg zu deinem Ziel kann sich deine Perspektive durchaus verändern. Was dir zu Beginn wichtig war, ist später vielleicht nicht mehr so entscheidend. Was anfangs gut für dich funktioniert hat, muss nicht zwangsläufig immer klappen.

Das Schreibjournal wird dir auch dabei helfen, dein ganzes Schreiben ernster zu nehmen. Denn damit kommst du in den Prozess, über dein Schreiben regelmäßig nachzudenken. Du beobachtest dich sozusagen beim Schreiben.

Klar, wir genießen es alle, wenn wir einfach im Schreiben selbst sind, der Schreibfluss einen packt und die Welt um einen herum versinkt. Wenn wir aber erwarten, dass der Schreibfluss einfach von selbst kommt, klappt das eben nur selten. Wirst du dir aber über deinen Schreibprozess bewusst, kannst du dem Schreiben ganz automatisch mehr Raum in deinem Leben geben. Und nebenbei auch noch lernen, wie du einfacher und regelmäßiger ins Schreiben kommst.

Jetzt bist du dran: Komm ins Tun!

In den obigen 10 Tipps hast du erfahren, wie du Zeit zum Schreiben für dich finden kannst. Vielleicht fühlst du dich jetzt inspiriert, das eine oder andere für dich auszuprobieren und erlangst dadurch mehr Zeit zum Schreiben. Hinterlasse einen Kommentar, mit welchen Mitteln du dir Zeit zum Schreiben einräumst!

Möchtest du das Thema Zeitmanagement für dich noch mehr Vertiefen und eine kleine Reise zu deinem inneren Autor beginnen, empfehle ich dir meinen dreiwöchigen Online Kurs „Zeit zum Schreiben“, der am 08. Juli 2019 startet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom letzten Jahr waren sehr begeistert und durch die vielen positiven Rückmeldungen bin ich mir sicher, dass auch du in meinem Kurs etwas für dich und über dich lernst. Nicht nur in Bezug auf das Schreiben.

Herzlich,

Jurenka

Du willst mehr? 

Am 08.07. startet wieder der legendäre Kurs "Zeitmanagement für Autoren". Hier  findest du weitere Informationen.

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Seit dem Kurs bin ich super motiviert!

Vor dem Kurs habe ich nur unregelmäßig geschrieben und war sehr unzufrieden mit mir selbst.

Seit Kursbeginn bin ich immer motivierter dabei, mein Projekt richtig konkret zu planen und täglich zu schreiben. Außerdem ist mir noch einmal bewusst geworden, wie wichtig das Schreiben für mein Leben ist und welche Bedeutung es für mich hat.

Ich kann diesen Kurs nur empfehlen. Man findet viel über sich und das Schreiben heraus und hat am Ende eine tolle Basis, um einen konkreten Schreibplan für ein Romanprojekt umzusetzen.

Melanie Bukowski

Durch die Innenarbeit wieder mehr Mut zum Schreiben

Vor mehr als drei Jahren begann ich ein Buchprojekt, war auch schon recht weit gediehen, aber dann versickerte es im Sande. Oder lag auf Eis. Es war aber nicht die Textarbeit, die mir fehlte, sondern die Fähigkeit, strukturiert und diszipliniert zu arbeiten.

Vor allem die erste Woche war für mich sehr wertvoll. Ich habe verstanden, was in mir an Destruktivem los ist, und habe mehr Mut gekriegt. Jurenka präsentiert sich locker und natürlich, dabei aber ernsthaft, sachlich und empathisch.

Lore Lehmann

Endlich wieder Energie zum Schreiben

Ich war ziemlich frustriert, weil ich eine sehr lange Pause in meinem Romanprojekt hatte und dazu seit Anfang des Jahres komplett nicht mehr geschrieben habe.

Die Arbeit zum Inneren Team war sehr hilfreich. Ich weiß jetzt genauer, welche inneren Anteile zu sehr im Vordergrund waren, um das Schreiben zu verhindern. Und auch, was ich machen muss, um mein Schreibteam weiter nach vorne zu bringen.

Meine Motivation und meine Energie zum Schreiben sind wieder da. Ich habe mich wieder neu für mein Schreiben entschieden und mich dazu verpflichtet, dem Schreiben Raum zu geben. Ohne dass es sich als lästige Pflicht anfühlt - ich will das wieder. :-)

Kim Skott

Einer der effektivsten Kurse, den ich kenne!

Ich habe lediglich sporadisch geschrieben, vielleicht 1-2 h pro Woche, und war kontinuierlich unzufrieden, dass es nicht mehr war. Mir war bewusst geworden, dass ich irgendetwas für meine Motivation tun muss, wusste aber nicht wie.

Der Kurs war einer der effektivsten, die ich je mitgemacht habe. Sehr gut strukturiert, mit quasi persönlicher Anleitung durch Jurenka, und mit einem tollen Lerneffekt. Ich gehe jetzt gerne an mein Schreibprojekt, weil ich weiß, dass auch kurze Schreibzeiten täglich mich Schritt für Schritt weiterbringen. Außerdem konnte ich meinen Wunsch, perfekt zu schreiben, kontrollieren und erwarte das nicht mehr.

Annette Mertens

Über den Autor:

Jurenka Jurk ist selbst Romanautorin, ihr Roman ist bei Weltbild erhältlich. Aber hauptsächlich unterrichtet sie mit Leidenschaft und viel persönlicher Betreuung, wie man Romane schreibt. Sie hat 2009 den Studiengang „Kreatives Schreiben“ an der IB Hochschule Berlin abgeschlossen und seither mehr als 200 angehende Autoren Schritt für Schritt bei ihren Schreibprojekten begleitet. www.schreibfluss.com

2 thoughts on “Zeit zum Schreiben finden – mit diesen 10 Tipps klappt es wirklich

  • Uta Opel8. Juli 2019 at 7:45

    tolle Anschubser! Wirklich hilfreich!

    Reply
    • Jurenka12. Juli 2019 at 14:25

      Das freut mich sehr! Danke dir.

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